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Full text of "Zahlen und Quellen"

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ZAHLEN 
Q UELLEN 

ZUR GESCHICHTE DER PROJEKTIONS- 
KUNST UND KINEMATOGRAPHIE 



VON F. PAUL LIESEGANG 
D.K.G., DÜSSELDORF 



1926 



DEUTSCHES DRUCK- UND VERLAGSHAUS G. M. B. H. 
HACKEBEIL) + BERLIN SW68 + LINDENSTRASSE 26 



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Richard Koszarski 



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Zahlen und Quellen 

zur Geschichte der Projektionskunst 
und Kinematographie 



Von F. Paul Liesegang, D. K. G. 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Firma Ed. Liesegang 
Düsseldorf 



+ 



1926 



Deutsches Druck- und Verlagshaus G.m.b.H. (Hackebeil) 
Berlin SW68, Lindenstraße 26 



Inhalt 

A. Projektionsapparat 7 

B. Lebensrad 30 

C. Projektions-Lebensrad 49 

D. Photographie 58 

E. Anfänge der Reihenphotographie 64 

F. Entwicklung zum Kinematographen 70 

G. Projektion und Kinematographie in den natür- 
lichen Farben 102 

H. Stereoskopische Projektion und Kinematographie 106 

I. Panorama-Projektion und -Kinematographie . . 110 

K. Tonbild und sprechender Film 113 

Inhaltsverzeichnis 

1. Sachverzeichnis 116 

2. Namenverzeichnis . 121 

3. Autorenverzeichnis ... 124 



Zahlen and Quellen zur Geschichte der 
Projektionskunst und Kinematographie *) 

A. Projektionsapparat. B. Lebensrad. C. Projektions- 
Lebensrad. D. Photographie. E. Anfänge der Reihen- 
photographie. F. Entwicklung zum Kinematographen. 
G. Projektion und Kinematographie in den natürlichen 
Farben. H. Stereoskopische Projektion und Kinemato- 
graphie. J. Panorama-Projektion und -Kinematographie. 
K. Tonbild und sprechender Film. 
Von F. Paul Liesegang, D. K. G., Düsseldorf. 

Zahlen machen keine Geschichte. Die Zu- 
sammenhänge tun's. So kann auch die nach- 
folgende Aufstellung von Zahlen keineswegs ein 
vollständiges Bild der Entwicklungsgeschichte 
der behandelten Gebiete geben. Aus den 
Daten, wie sie da stehen, die Zusammenhänge 
zu konstruieren, wäre höchst bedenklich. Denn 
tatsächlich macht die Entwicklung vielfach 
einen Weg, der ganz anders verläuft, als wir 
nach der Folge der aufgezeichneten Gescheh- 
nisse annehmen sollten. Die in Kleindruck bei- 
gefügten Quellen und sonstigen Hinweise er- 

*) Eine gedrängte Uebersicht der hauptsächlichsten 
Zahlen erschien im Kinotechnischen Jahrbuch 1922 23, 
S. 149 — 152. Eine Tafel mit den die Projektionskunst 
betreffenden Zahlen, etwas weniger vollständig, wurde 
auf der Bugra, Leipzig 1914, in der Abteilung Wissen- 
schaftliche Photographie, Unterabteilung Projektion, aus- 
gestellt. 



möglichen es aber dem Leser, sich die erforder- 
lichen Unterlagen zu verschaffen und tiefer in 
den Gegenstand einzudringen. 

Der Kinematograph ist entstanden aus der 
Vereinigung dreier Erfindungen: der Laterna 
magica, des Lebensrades und der Photographie. 
Um die Uebersicht zu erleichtern, habe ich die 
Entwicklungsgeschichte dieser drei Glieder ge- 
trennt behandelt; außerdem wies ich dem Pro- 
jektionslebensrad und den Anfängen der Reihen- 
photographie besondere Abschnitte zu, um 
dann im letzten Abschnitt die Geschehnisse zu- 
sammenzufassen, die endlich zum Kinemato- 
graphen hinführten. Der erste Abschnitt ist 
auf das ganze Gebiet der Projektionskunst er- 
weitert. Die neueste Zeit wurde nicht berück- 
sichtigt. Dies gilt im allgemeinen auch für die 
Nachträge G bis K. 



A. Projektionsapparat« 

1646- Der deutsche Jesuit Athanasius K i r - 
eher in Rom veröffentlicht 1 ) seine Verbesse- 
rung der uralten Spiegelschreibkunst, die erst- 
malig der Neapolitaner Joh. Bapt. Porta 1589 
genau beschrieb. 2 ) K i r c h e r gestaltet sie 
durch Einfügung einer als Objektiv wirkenden 
Sammellinse aus zu einer Projektionsanordnung, 
sowohl für Sonnenlicht als auch für Kerzen- 
licht. Er projiziert damit Schriften, figürliche 
Darstellungen, das Zifferblatt einer Uhr mit 
Zeiger, 3 ) eine Art Hampelmann, 4 ) sowie Insek- 
ten. 5 ) An Stelle des bildtragenden Spiegels be- 
nutzt K i r c h e r auch eine wassergefüllte 
Kugelflasche (Schusterkugel), worauf das zu 
entwerfende Bild gemalt wird. Seiner Angabe 
nach") haben in der Folge Viele diese Verfahren 
ausgeübt und auch zu verbessern versucht. 

1 ) Äthan. K i r c h e r, Ars magna lucis et umbrae, 
Romae 1646, S. 907—916. In der zweiten, 1671 zu 
Amsterdam erschienenen Ausgabe: S. 788 — 793. — 
2 ) Joh. Bapt. Porta, Magiae naturalis libri viginti, 
Neapoli 1589, Buch 17, Kap. 1 und 4; in der 1664 
zu Amsterdam erschienenen Ausgabe S. 574 und 
584. In der deutschen Ausgabe: Joh. Bapt. Portae 
Magia Naturalis oder Hauhs-Kunst- und Wunderbuch, 
Nürnberg 1713, S. 945 und 957. — 3 ) Erster primitiver 
Versuch einer Projektionsuhr. — 4 ) Vorbild für die 
beweglichen Laternbilder. — rj ) Primitivste Form des 
Sonnenmikroskops. — 6 ) K i r c h e r, Ars magna, 
2. Aufl., Amsterdam 1671, S. 768. 



Ausführlich wird der Gegenstand behandelt in 
Liesegang: „Die ältesten Projektionsanordnungen', 
Centralzeitung für Optik und Mechanik 39, 345 und 
'355, 1918. Mit der Entstehungsweise der Laterna 
magica befassen sich folgende Arbeiten von Liese- 
gang: „Vom Geisterspiegel zum Kino", Lichtbilder- 
vortrag, Düsseldorf 1918. — „Der Ursprung des Licht- 
bilderapparates". Die Umschau 23, 107, 1919. — 
,,Die Beziehungen des Schattenspiels zur Erfindung 
der Laterna magica", Prometheus 30, 345, 1919. — 
,,Die Camera obscura und der Ursprung der Laterna 
magica", Photograph. Industrie 1920, S. 197. ' — 
„Laterna magica und Blendlaterne: Eine geschicht- 
liche Studie". Rundschau für Installations-, Beleuch- 
tungs- und Blechindustrie 1919, Nr. 1. — „Die ent- 
wicklungsgeschichtliche Herleitung der Laterna magica 
mit Kondensorlinse aus der Spiegelschreibkunst mit 
nur einer Linse ohne Spiegel", Centralzeitung für 
Optik und Mechanik 1922, Nr, 5. — Ferner: 
M. v. Rohr „Zur früheren Entwicklungsgeschichte 
der Zauberlaterne", Zeitschrift der Deutschen Gesell- 
schaft für Mechanik und Optik 1919, S. 49 und 61. 

Das Prinzip des Kirch ersehen Bildspiegels 
findet sich wieder in einer Projektionsanordnung von 
A. Simon Wolcott aus dem Jahre 1843, wobei 
der Hohlspiegel als Unterlage für eine Daguerrotypie 
vorgesehen wurde. Näheres darüber in M. v. R o h r, 
„Zur früheren Entwicklungsgeschichte der Zauber- 
laterne", Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für 
Mechanik und Optik 1919, S. 62/63. 

1653 oder 1654. Aclteste Nachricht über 
eine regelrechte Projektionsvorführung: der Je- 
suit Andreas Tacquet in Löwen gibt die 
Reise seines Ordensbruders Martin Martini 
von China nach den Niederlanden mittels des 
Kircherschen Projektionsverfahrens licht- 
bildlich wieder. Dabei wurden wahrscheinlich 
Glasbilder angewandt. 



Kaspar Schott, Magia optica, Herbipoli (Würz- 
burg) 1657, S. 426. In der deutschen Ausgabe der 
Magia optica, Bamberg 1671, S. 398. — Ausführliche 
Darlegung in Liesegang „Der älteste Projektionsvor- 
trag", Photograph. Industrie 1919, S. 39, und „An- 
dreas Tacquet und die Erfindung der Laterna magica", 
Deutschösterreich. Centralzeitung für Optik und 
Mechanik (14) 1919, Nr. 1 und 2. 

1659. Erste Kunde über eine Laterna 
magica, die von dem holländischen Gelehrten 
Christian Huygens, einem Freunde Tac- 
q u e t s , gefertigt, aber nicht über das Versuchs- 
stadium herausgebracht wurde. 

Belege dafür in Liesegang ,, Christian Huygens 
und die Erfindung der Zauberlaterne", Deutsche 
Optische Wochenschrift 5, 152 und 165, 1919. Aus- 
zugsweise in d. Deutschösterr. Centralzeit. f. Optik u. 
Mech. (14) 1919, Nr. 16. 

1662. Die ,, Schreckenslaterne" des ,, Dänen", 
d. i, Thomas Walgensteins, der in Leyden 
studierte und mit Huygens bekannt war, 
wird erstmalig in einem Briefe des Parisers 
Petit an Huygens erwähnt. 1 ) 

Der Mathematiker D e c h a 1 e s 2 ) veröffent- 
licht 1674 eine genaue Beschreibung dieser 
Zauberlaterne auf Grund einer Vorführung 
Walgensteins in Lyon (1665], der seine 
,, Laterna magica" auch in Rom 3 ) und Kopen- 
hagen 4 ) vorführte und durch Verkauf verbrei- 
tete. Als Beleuchtungsvorrichtuno dient ein 
bloßer Hohlspiegel; das Objektiv besteht aus 
zwei Linsen, deren eine sich nahe beim Glasbild 
befindet. 

*) Christian Huygens, Oeuvres completes, 
den Haag, Bd. 4, S. 269, Brief Nr. 1078. — *\ Claude 



Francois Milliet Dechales, Cursus seu mundus 
mathematicus, Lyon 1674, S. 655 und 665. In der 
2. Auflage von 1690 Seiten 680 und 696. Dechales 
gibt auch an (S. 667 bzw. 698), daß man die Zauber- 
laterne mit Sonnenlicht zur vergrößerten Wiedergabe 
von Insekten u. dgl. benutzen könne (primitives 
Sonnenmikroskop). — 3 ) Äthan. Kircher, Ars 
magna, 2. Aufl., Amsterdam 1671, S. 768. — Rein- 
hardt, Meißen, „Der Erfinder des Projektions- 
apparates", Prometheus 15, S. 314, 1904. — 4 ) Oligerus 
Jacobaeus, Museum regium, Hafniae (Kopenhagen) 
1696, Part. II, Sect. IV. 

Ausführliche Darlegung in Liesegang: ,,Der Däne 
Thomas Walgenstein und die Einführung der Zauber- 
laterne", Deutsche Optische Wochenschrift 6, 337 
und 355, 1920. Ferner: ,,Die Zauberlaterne des Dänen 
Th. Walgenstein", D. Opt. Wochenschr. 7, 20, 1921. 

1663, Nachricht über eine Laterna magica 
des Optikers John R e e v e s in London. Der 
Apparat hatte eine Objektivlinse von großem 
Durchmesser, keine Beleuchtungslinse; ob er 
einen Hohlspiegel besaß, ist unbekannt. Viel- 
leicht benutzte R e e v e s lange Glasstreifen 
mit mehreren Bildern (vgl- 1671). 

de Lierges, Journal des voyages de Monsieur 
de Monconys, Lyon 1665, 1666, Bd. 2, S. 17. Deutsche 
Ausgabe: Des Herrn de Monconys Ungemeine und 
sehr curieuse Beschreibung Seiner . . . Reisen, Leipzig 
und Augspurg 1697, S. 483. — Ausführliches darüber 
in Liesegang: ,,Das erste Auftreten der Zauberlaterne 
in England", Centralzeitung f. Optik u. Mechanik 42, 
99, 1921. 

1668. Der englische Gelehrte Robert H o o k e 
macht Mitteilungen über eine universelle Pro- 
jektionsvorrichtung für durchsichtige und un- 
durchsichtige Gegenstände, mit Sonnen- (Spie- 
gel) und Kerzenbeleuchtung, die er nach Angabe 

10 



des Herausgebers der Phil. Transactions einige 
Jahre zuvor ausgeführt und gezeigt habe. Eine 
genaue Beschreibung ist nicht erschienen. 

Philosophical Transactions, London, Vol. 3 for 
anno 1668, Nr. 38, S. 741. — Ausführliches im oben 
erwähnten Aufsatz der Centralzeitung für Optik und 
Mechanik 42, 111, 1921. 

1668, Aelteste Veröffentlichung über die 
,,Laterna magica" in einem optischen Werke 
des italienischen Paters Francesco E s c h i - 
nardi, der geometrisch-optische Erörterungen 
über die Wirkungsweise des Apparates an- 
stellt. 1 ) Eschinardi gibt auch die erste 
Nachricht über eine von C a m p a n i gefertigte 
Projektionsuhr. 2 ) 

1 ) Francesco Eschinardi, Centuriae opticae 
pars altera seu dialogi optici pars tertia, Romae 1668, 
S. 133 und 221. — Ausführliches in Liesegang: „Die 
Laterna magica bei Eschinard i", Photograph. 
Korrespondenz (Wien) 1918, S. 349. — 2 ) Centuriae 
opt. 1668, S. 222. Hierzu: Liesegang ,,Die Projektions- 
uhr, eine Erfindung aus der Kindheit der Laterna 
magica", Süddeutsche Uhrmacherzeitung (Augsburg), 
Jahrgang 31, 1920, Nr. 9. 

1671. Athanasius K i r c h e r (vgl. 1646) 
gibt eine fehlerhafte Darstellung der Zauber- 
laterne, die früher als die älteste galt und ihm 
vielfach die Bezeichnung als Erfinder eintrug. 
Der beschriebene Apparat hat streifenartige 
Laternbilder mit mehreren Bildflächen (vgl. 
oben unter 1663). 

Äthan. K i r c h e r, Ars magna lucis et umbrae, 
2. Auflage, Amsterdam 1671, S. 768 — 770. Ueber den 
Apparat berichten in gleicher Weise Bücher von 
K i r c h e r s Mitarbeitern: Giorgio de S c p i, Romani 

11 



Collegii Societatis Jesu Musaeum, Amsterdam 1678, 
S. 30 und 40; Joh. Stephan K e s 1 1 e r, Physiologia 
Kircheriana experimentalis, Amsterdam 1680, S. 125 
bis 127. — Ausführliches in Liesegang „Die Laterna 
magica bei Äthan. Kirche r", Deutsche Optische 
Wochenschrift 7, 180, 1921. 

1672- Erste Kunde vom Auftreten der 
Zauberlaterne (Walgensteinscher Zusammen- 
setzung, vgl. 1662) in Deutschland: Prof. 
Christoph Sturm in Altdorf bei Nürnberg 
führt den Apparat in seiner Experimentalvor- 
lesung als Neuheit vor. 1 ) Um diese Zeit stellt 
der damals in Nürnberg ansässige Optiker Fran- 
ziscus G r i e n d e 1 Zauberlaternen verschiede- 
ner Größen als Handelsware her. 2 ) Seit dann 
datiert die Nürnberger Laterna - magica- 
Industrie. 

1 ) Joh. Christoph Sturm, Collegium experi- 
mentale sive curiosum, Nürnberg 1676, S. 163. Sturm 
beschreibt dort (S. 165) auch ein von ihm gefertigtes 
Laternbild. — s ) Joh. Gabriel Doppelmayr, 
Historische Nachricht von den Nürnbergischen 
Mathematicis und Künstlern, Nürnberg 1730, S. 111. — 
Joh. Christoph Kohlhans, Neuerfundene mathe- 
matische und optische Kuriositäten, Leipzig 1677, 
S. 318. — Ausführliches in Liesegang „Die ältesten 
Nachrichten über die Zauberlaterne aus Deutschland", 
Centralzeitung für Optik und Mechanik 40, 77 und 85, 
1919. — „Sturms Collegium experimentale . . .", 
Centralzeitung für Optik und Mechanik 43, 475, 1922. 
— ,,250 Jahre Nürnberger Laterna magica-Industrie", 
Deutsche Optische Wochenschrift 9, 2, 1923. 

Im zweiten, 1685 erschienenen Teile seines Col- 
legium curiosum, S. 237, beschreibt Sturm eine von 
ihm hergestellte Projektionsuhr. Eine solche hatte 
nach Joh. Joachim Becher (Närrische Weisheit und 
weise Narrheit, Frankfurt 1682, S. 90) der Augsburger 

12 



Treff ler gefertigt, vermutlich um 1676. Vgl. Süd- 
deutsche Uhrmacherzeitung, Jahrgang 31, 1920, Heft 9 
(Siehe auch oben unter 1668). 

1685/86. Joh. Zahn beschreibt verschiede- 
ne Ausführungen von Zauberlaternen, darunter 
auch solche mit drehbaren Glasbilderscheiben, 1 ) 
sowie von Projektionsuhren 2 ) und empfiehlt die 
Herstellung von anatomischen Laternbildern 3 ) 
(Durchpausen der Buchabbildungen auf Glas\ 
Zahn projiziert mittels einer Küvette lebende 
Tierchen (auch Wassertierchen); bei Anwen- 
dung von Sonnenlicht könne man nötigenfalls 
die Strahlen durch einen Spiegel ablenken (Vor- 
bild für das Sonnenmikroskop). 4 ) 

*) Johann Zahn, Oculus artificialis teledioptricus 
sive Telescopium, Würzburg 168586, Fundam. II, 
S. 235 und 257; Fund. III, S. 253 (Centralzeitung für 
Optik und Mechanik 40, 85, 1919.) 2 ) Oculus artific, 
Fundam. III, S. 256 (vgl. 1672). a) Oculus, Fund. III, 
S. 259. — M. v. Rohr gibt eine Uebersetzung der 
betr. Stelle: Zeitschrift d. D. Ges. f. Mechanik und 
Optik 1919, S. 52. — *) Oculus, Fund. III, S. 255, 256. 

1692. Die Zauberlaterne mit Kondensorlinse 
wird erstmalig durch Molyneux beschrieben. 
Wahrscheinlich besaß Huygens , .Laterne" 
von 1659 bereits eine Kondensorlinse. Das Vor- 
bild dazu gab K i r c h e r s Projektionsanord- 
nung mit Schusterkugel (vgl. 1646). 

William M o 1 y n e*u x, A Treatise of Dioptricks, 
London 1692, S. 183. Näheres: Centralzeitung f. Optik 
und Mechanik 42, 113, 1921. — In Deutschland wurde 
die Zauberlaterne mit Beleuchtungslinse, zuerst be- 
schrieben in Joh. Christoph Sturms Mathesis ju- 
venilis, Nürnberg 1699 1701, T. II, S. 145. — Nach 
Matth. Christian Müller (nicht Stempel), De Laterna 
magica dissertatio, Jenae 1704, S. 36, hat der 

13 



•Hallenser Professor Friedr. Hoffmann in seinen 
Dissertationes physicae curiosae (dem. 38 Nr. 2) dar- 
auf hingewiesen, daß man den Hohlspiegel der 
Zauberlaterne durch eine Schusterkugel oder eine 
Sammellinse ersetzen könne. 

1705. C r e i 1 i n g in Tübingen empfiehlt 
über den Vorschlag von Zahn (1685) hinaus 
die Herstellung geeigneter Laterna-magica-Bil- 
der für alle Unterrichtszweige: Vaterländische 
und biblische Geschichte, Länder- und Völker- 
kunde, Naturgeschichte, Mathematik usw. 

Johann Conrad C r e i 1 i n g, Phaenomena La- 
ternae magica ad Stateram expensae. Tübingen 1705, 
S. 61, — Im 3. Kap. (S. 59) zählt C r e i 1 i n g, der 
Professor der Naturlehre war, die verschiedenen An- 
wendungsweisen der Zauberlaterne auf. — Erst 
hundert Jahre später tauchte der Gedanke wieder 
ernstlich auf: E. A. Gl ei tn er: ,,Ueber die Ein- 
richtung und den Gebrauch der Laterna magica zur 
belehrenden Unterhaltung der Jugend", Journal für 
Fabriken, Manufakturen, Handlung, Kunst und Mode, 
35, 516—529, 1808. 

Ausführliches in Liesegang „Die Anwendung des 
Lichtbildes im Wandel der Zeiten: Der Weg zum 
lehrhaften Laternbild". Central-Zeitung f. Optik u. 
Mechanik 45, 40, 54 «. 64, 1924. 

1713. Ehrenberger aus Hildburg- 
hausen fertigt und beschreibt mechanisch be- 
wegliche Laternbilder, deren solche (nach seines 
Lehrers, Hamberger, Angabe) schon 16 Jahre 
zuvor der Jenenser Physiker W e i g e 1 gemacht 
habe, 1 ) während das primitive Vorbild dazu in 
Kirchers Projektions-Hampelmann gegeben 
war. Vgl/ unter 1646. 

1736 kommt aufs neue Kunde von solchen 
Bildern, die der Holländer Musschen- 
broek in den Handel brachte. 2 ) 

14 



*) Bonifacius Heinr. Ehrenberge r, Novum et 
curiosum Laternae magicae Augmentum, Jenae 1713. 
— 2 ) Abbe N o 1 1 e t, Lecons de Physique experi- 
mentale, Nouv. Edit., Paris 1784, Bd. 5, S. 466. Deut- 
sche Ausgabe: Herrn Abts I. A. Nollets Physi- 
kalische Lehrstunden, Erfurt 1750 — 1776, 5. Theil. 
S. 446; 9. Theil, S. 307. — Nollet berichtet dort, 
daß er 1736 von Musschenbroek bewegliche 
Laternbilder erhielt. — Pieter van Musschen- 
broek beschreibt diese Bilder in seinem Essai de 
Physique, Leyden 1739, S. 622. Am Schluß des Buches 
ein Preisverzeichnis. 

Nach v, Klinkowstroem (Geschichtsblätter 
für Technik und Industrie 7, 122, 1920) sah U f f e n - 
bach (Merkw. Reisen I, 1753, S. 50 51 und 62) 
1709 beim Glasschleifer T e m m e in Kassel eine 
Zauberlaterne mit (allerdings minderwertigen) beweg- 
lichen Figuren, die er auch in der physikal. Sammlung 
von Joh. Andr. Schmidt in Helmstedt vorfand. Nach 
dessen Buch (Collegii experimentalis physico-mathe- 
matici Demonstrationes, Ed. IV, Heimst. 1721, Fig. 
156 auf Tafel X) waren die Bilder anscheinend auf 
ein Stück dehnbares Tuch gemalt. 

1720 21, s'G ravcsande in Leyden ver- 
wendet in der Laterna magica eine Oellampe 
mit vierflammigem Brenner, der sich im Krüm- 
mungsmittelpunkt des Hohlspiegels befindet, so- 
wie ein Doppelobjektiv mit Mittelblende. Fer- 
ner beschreibt er ein verstellbares Tischstativ. 

G. Jac. s'G r a v e s a n d e, Physices Elementa 
mathematica, Leyden 1720/21, Tom. II, Cap. 16, S. 72. 
In der 3. Auflage von 1742, Bd. II, S. 873. — Im Vor- 
wort weist s'G r a v e s a n d e, der Professor an der 
Leydener Universität war, darauf hin, daß die meisten 
der in seinem Buch beschriebenen Apparate (also 
auch wohl diese Zauberlaterne) gefertigt wurden 
durch Joannes van Musschenbroek (vgl. oben 
unter 1713). 

15 



1739. Der Berliner Arzt Joh. Nathanael 
Lieberkühn führt in der Königl. Gesell- 
schaft zu London (außer einem neuen kleinen 
Mikroskop für opake Objekte) ein Sonnen- 
mikroskop (ohne Spiegel) vor, 1 ) welches als 
Neuheit angesprochen wird. Es soll die Nach- 
ahmung eines von Gabr. Dan. Fahrenheit 
hergestellten Instrumentes gewesen sein, das 
Lieberkühn, der in Leyden studierte, in 
Amsterdam gesehen habe. 2 ) Das Sonnen- 
mikroskop wurde alsbald (1740) durch 
den Londoner Optiker C u f f mit dem fehlenden 
Spiegel versehen 3 ) und erlangte, von andern 
weiter verbessert, vielfach nach Lieber- 
k ü h n benannt, große Verbreitung. Leonhard 
Euler gab 1750/51 ein Sonnenmikroskop für 
opake Objekte an. 

1 ) Henry Baker, The microscope made easy, 
London 1743 (und 1753); deutsch von J. L. Steiner: 
Das zum Gebrauch leicht gemachte Microscopium, 
Zürich 1753 (und 1756), S. 29. — Ferner: H. B a k er 
,,An account of Mr Leeuwenhoeks microscopes", 
Philos. Transactions Vol. 41, Part. II (1740), London 
1744, S. 516. (Baker berichtet hier auch, daß er 
mit dem C u f f sehen Instrument die Zirkulation des 
Blutes beim Frosch projizierte. Vgl. hierzu die Ver- 
suche von Henry M i 1 e s, Phil. Transact. Vol. 41, 
Part. II, 1741 ,' S. 725/729.) — Eine Beschreibung des 
Lieberkühn sehen Sonnenmikroskops wurde nicht 
gegeben, auch nicht von L. selbst. Vielleicht ent- 
sprach es dem in John I m i s o n, Prakt. Handbuch 
für Künstler, deutsch von J. G. G e i s 1 e r, Dresden 
1792/93, S. 285 und Tafel 15, wiedergegebenen In- 
strument, das mangels Spiegels an einer Kugel dreh- 
bar angebracht war. — 2 ) Nach P. H a r t i n g, „Das 
Mikroskop", Braunschweig 1859, S. 812 (2. Aufl. 1866, 
S. 282) findet sich diese Angabe in der holländischen 

16 



Ausgabe (1744) von Bakers Microscope made easy. 
— 3 ) Nach Baker ; siehe oben. Auch Frhr. 
von Gleichen, Abhandlung vom Sonnenmikroskop, 
Nürnberg 1781, S. 4. — 4 ) Leonh. Euler „Emen- 
datio Laternae magicae ac Microscopii Solaris", Novi 
Commentarii Acad. Scient. Imp. Petropol., Tom. III 
ad annum 1750 51, Petropoli 1753, S. 378. — In der 
gleichen Zeitschrift T. IX, S. 316, 1762.63, und T. X, 
S. 299, 1764, beschrieben A e p i n u s und Z e i h e r 
opake Sonnenmikroskope. Brander in Augsburg, 
Adams und Martin in London brachten solche 
in den Handel. 

A. G. Kästner (J. Bernoulli u. C. F. Hindcn- 
burg, Leipziger Magazin für reine und angewandte 
Mathematik, Leipzig 1786, S. 405) und nach ihm Ludw. 
Da r m s t a e d t e r (Handbuch z. Geschichte d. Na- 
turwiss. u. d. Techn., Berlin 1908, S. 145), schreiben 
das Sonnenmikroskop dem Kieler Professor Samuel 
R e y h e r zu, der in seiner Mathesis Mosaica, Kiel 
1679, auf S. 171 als 23. Camera-obscura-Versuch an- 
gibt, daß man mit Sonnenlicht kleine' Tierchen stark 
vergrößert wiedergeben könne. Solche Versuche 
machten aber bereits D e c h a 1 e s (beschrieben 1674) 
und Zahn (1685, dieser auch mit Spiegel); später be- 
schrieb sie nach v. Gleichen (s. oben) Prof. 
Balthasar aus Erlangen in seiner Micronietria 1710. 

1750 51. Leonhard E u 1 e r beschreibt 
Apparate für die Projektion undurchsichti^cr 
Gegenstände (Wunderkameras). 1 ) Von 1756 
haben wir Kunde über einen solchen Apparat 
E u 1 e r s. 2 ) Später wurde die Wunderkamera 
wiederholt aufs neue erfunden, 3 ) um endlich be- 
sonders in A. K r ü s s', Hamburg, Patent-Wun- 
derkamera von 1867/) große Verbreitung zu 
finden. Vergrößerte episkopische Projektionen 
wurden schon früher mittels der Can 
obscura gemacht.") E n s 1 e n") in Berlin, 1797, 

2 17 



und später Robertson 7 ) in Paris projizierten 

lebende Personen. 

*) Leonhard Eu 1 e r ,,Emendatio Laternae Magicae 
ac Microscopii Solaris", Novi Commentarii Academiae 
Scientiarum Imperialis Petropolitanae, Tom. III ad 
Annum 1750/51, Petropoli 1753, S. 363—380. Bei 
E u 1 e rs Apparaten waren 2 Lampen mit Hohlspiegeln 
vorgesehen, und zwar für kleinere Objekte elliptische 
Hohlspiegel, in deren Brennpunkten sich einerseits 
die Lampe, anderseits das Objekt befanden. — 
2 ) Leonh. Euler, Lettres ä une Princesse d'Alle- 
magne, Mittau 1768/1772; deutsche Ausgabe: Briefe 
an eine deutsche Prinzessin über verschiedene 
Gegenstände der Physik und Philosophie, 2. Aufl., 
3. Teil, Leipzig 1780, S. 197. In dem vom 9. Jan. 1762 
lautenden Brief erinnert E u 1 e r die Prinzessin (von 
Anhalt) daran, daß er ihr vor 6 Jahren (also 1756) 
den hier beschriebenen und abgebildeten Apparat 
(Wunderkamera) überreicht habe. — 3 ) Es seien 
genannt: Miles M a d d e r's „Endles Magic Lantern", 
The Mechanicas Magazine .17, 18, 1832; Arnold „Die 
neueren Erfindungen und Verbesserungen in Betreff 
der optischen Instrumente", Oldenburg und Leipzig 
1833, S. 232; nach v. Rohr auch in Dinglers Poly- 
technischen Journal 45, 58, 1832. Ferner die Kalk- 
licht-Wunderkamera des Optikers Chadburn aus 
Liverpool, Brit. Journal of Photogr. 12, 78, 1865 (siehe 
dort auch S. 126), Photogr. Archiv 6, 208, 1865. — 
Das Megaskop des Physikers Charles in Paris, 
der vielfach als Erfinder bezeichnet wird [Robert- 
son, Memoires recreatifs, T. I, Paris 1831, S. 196 
und 333; L. Darmstaedter, Handbuch z. Gesch. 
d. Naturw. u. d. Techn., Berlin 1908, S. 280 (auf d. 
Jahr 1802); F o u r t i e r, La Practique des Projections, 
Paris 1892, S. 4 (auf d. Jahr 1780)], scheint nach der 
Abbildung in Abbe M o i g n o, L'Art des Projections, 
Paris 1872, S. 76/77, ein camera-obscura-artiger 
Apparat gewesen zu sein, wie auch v. Rohr an- 
nimmt (Zeitschr. d. Deutsch. Ges. für Mech. u. Opt. 
1919, S. 64). — *) Fr. Jos. P i s k o, Licht und Farbe, 
2. Aufl., München 1876, S. 210. — 5 ) Vergrößerte 

18 



Darstellungen mittels der Camera obscura beschrie- 
ben: Georg Philip Harsdörffer, 2. Teil von 
Schwenters Mathem. u. Philosoph. Erquick- 
stunden, Nürnberg 1651, S. 207. — Samuel R e y h e r, 
Mathesis Mosaica, Kiel 1679, S. 170 Nr. 2, und S. 171 
Nr. 22. (Vgl. Liesegang „Schaustellungen mittels der 
Camera obscura in früheren Zeiten", Optische Rund- 
schau 1919, Nr. 31—33.) — 6 ) David Brewster, 
Briefe über die natürliche Magie an Sir Walter Scott, 
Berlin 1833, Anmerkung des Uebersetzers (Friedr. 
Wolff) auf S. 133. — 7 ) E. G. Robertson, Memoires 
recreatifs, T. I, Paris 1831, S. 333 und 414. 

1770. M. Guyot 1 ) beschreibt die Geister- 
projektion auf Rauch, die in der Folge durch 
Georg Schröpfer 2 ) in Leipzig (1774 t) zur 
Betörung des Volkes ausgeübt wird. 

1 ) M. Guyot, Nouvelles recreations physiques 
et mathematiques, Vol. 3, Paris 1770, S. 185. Deut- 
sche Ausgabe: Neue physikal. und mathem. Belusti- 
gungen, 3. Th., Augsburg 1772, S. 187. — Guyot 
legt auf S. 190 bzw. 193 ff dar, wie man mittels der 
Zauberlaterne ganze Theaterstücke vorführen könne 
und schildert als Beispiel die Eroberung von Troja. — 
2 ) David Brewster, Briefe über die natürliche 
Magie, Berlin 1833, Anmerkung des Uebersetzers 
(Friedr. Wolff) auf S. 96 97. — Schröpf er be- 
täubte die Teilnehmer, die zuvor 24 Stunden fasten 
mußten, durch Punsch und narkotische Räuchereien. 
— Christ. Bened. Funk, Natürliche Magie, Berlin 
und Stettin 1783, S. 156. Ferner nach M. v. Rohr 
(Zeitschr. d. Deutsch. Ges. f. Mech. u. Opt. 1919, 
S. 53): W. von Kügelgen, Jugenderinnerungen 
eines alten Mannes, 4. T., 3. Abschn. Eine Be- 
schwörung. 

1787. Der Optiker und Instrumentenmacher 
Adams in London benutzt den einige Jahre 
zuvor erfundenen Argandbrenner zu Projek- 
tionszwecken, insbesondere zur Mikroprojek- 
tion. 

2" 19 



George Adams, Essays on the Microscope, 
London 1787, S. 67, 70, 78 und Tafel III (auf S. 721 
eine Preisliste); zweite Auflage 1798, S. 66, 69, 76, 
87, 88. Adams stellte insbesondere auch Sonnen- 
mikroskope her (vgl. unter 1739). 

1792. Erste Kunde über die Anwendung des 
Doppelkondensors in der Zauberlaterne. 

Dictionnaire encyclopedique des Amüsements 
des Sciences mathematiques et physiques, Paris 1792, 
S. 762. Der Doppelkondensor, der sich aus zwei 
Linsen von der doppelten Brennweite der sonst 
angewendeten Einzellinse zusammensetze, wird 
empfohlen, ,,zur Vermeidung der sphärischen Ab- 
weichung"; er trage viel zur Deutlichkeit des Bildes 
bei. 

1798. Robertson 1 ] veranstaltet in Paris 
mittels eines fahrbaren Projektionsapparates 
seine berühmten Phantasmagorien 2 ) (Geister- 
erscheinungen), die 1802 durch den Deutschen 
Philipsthal in England eingeführt wurden. 3 ) 
Die phantasmagorischen Apparate sollen später- 
hin durch Pariser und Londoner Fabrikanten in 
sehr großer Zahl verbreitet worden sein. 4 ) 
Robertson will zur episkopischen Projek- 
tion ein aus zwei achromatischen Linsen zu- 
sammengesetztes Objektiv benutzt haben. 5 ) 

1 ) E. G. Robertson, Memoires recreatifs 
scientifiques et aneedotiques du physicien-aeronaute 
E. G. R o b e r t s o n. Tome I, Paris 1831, S. 200, 202, 
278, 325. Nach Tome II, 1833, S. 226, 309, war 
Robertson später mit seinen Apparaten auch in 
Wien und Petersburg. — Liesegang „Die Phantas- 
magorie, Geistererscheinungen und andere Illusionen", 
Ztschr. Laterna Magica 13, 73, 1897. — 2) Unter der 
Bezeichnung Phantasmagorien wurden schon früher 
primitivere Schaustellungen gemacht: J. F. Mon- 
t u c 1 a (Histoire des Mathemetiques. Acheve et 

20 



publie par Jerome De Lalande. Paris 1799/1802, 
S. 551) berichtet über solche Vorführungen eines 
Flamen Philidor 1790 in Wien und 1792 in Paris. 
— Das Journal des Luxus und der Moden, Weimar, 
Bd. 8, 1793, S. 230, berichtet aus Paris über Phantas- 
magorien eines englischen Taschenspielers, der u. a. 
einen Teufel mit wechselndem Gesicht (Robespierre, 
Marat usw.) zeigte. — Gespensterhafte Projektionsvor- 
führungen sah Charles Patin (Relations historiques 
et curieuses de voyages, Amsterdam 1695, S. 190/192) 
beim Mönch Grundler in Nürnberg. — Vgl. auch 
unter 1770, Schröpfer. — [Phantasmagoria lantern 
bedeutet in England eine gewöhnliche Zauberlaterne. 
Liesegang ,,Von der Laterna magica zum Bildwerfer. 
Die Bezeichnung der Zauberlaterne im Wandel der 
Zeiten", Photogr. Industrie 1921, S. 1044]. — *j Wil- 
liam Nicholson ,,Narrative and Explanation of 
the Appearance of Phantoms and other Figures in 
the Exhibition of the Phantasmagoria", Nicholsons 
Journal of Natural Philosophy, Vol. I, London 1802, 
S. 147 150. — The Repertory of Arts and Manufac- 
turers, Vol. 16, London 1802; dort ist Paul de Phi- 
lipsthals Patent auf ., Phantasmagoria" vom 
26. Jan. 1802 beschrieben. Eine verschwommene 
Darstellung des Robertson sehen Verfahrens. — 
4 ) Robertson, Memoires, T. I, S. 321. — "') Robertson, 
Memoires, T. I, S. 328; ein Rohr von 6 Zoll Durch- 
messer enthält zwei achromatische Linsen von 5 Zoll 
Durchmesser mit einer Gesamtbrennweite von 8 bis 
9 Zoll. 

1824. W. Birckbeck, Leiter der Me- 
chanical Institution in London, verwendet Kalk- 
licht bei einer Projektionsvorführuno; zu glei- 
cher Zeit benutzt es Woodward bei phantas- 
magorischen Versuchen. 1 ) Der Chemiclehrer 
Cooper, welcher Birckbeck assistiert ha 
und der Optiker Carry stellen 1832 
ein Kalklicht-Mikroskop her, das 1833 vorge- 
führt wird.') 

21 



x ) C. R. Goring & Andrew Pritchard, 
Micrographia, London 1837, S. 170/171. — *) The 
Microscopical Journal and Stractural Record for 1841, 
London, Vol. I, S. 2 und 3. (cdited by Daniel Coo- 
p e r). The Mechanics Magazine, London, 18, 352, 
1833; Magazin der neuesten Erfind., Entdeck, und 
Verbess., Neueste Folge, Leipzig, Bd. I, 1832/1833, 
S. 362. — Ludw. Döbler führte das Kalklicht- 
Mikroskop in Deutschland ein (C. H. P f a f f aus Kiel 
in Poggendorffs Annalen d. Physik u. Chemie 40, 
547, 1837). 

Als Erfinder des Kalklichtes ist (aufs Jahr 1822) 
der englische Arzt Goldworthy G u r n e y anzusehen, 
der in seiner 1823 erschienenen Schrift ,,A course of 
lectures on the elements of chemical science" darüber 
berichtet. Ausführlicheres bei W. Nie mann ,,Die 
Entdeckung des sogen. Drummond-Lichtes", Archiv 
f. d. Geschichte d. Naturwissenschaften u. d. Technik, 
5, 202, 1914; ferner Liese gang, „Die Erfindung 
des Kalklichtes und seine erste Anwendung 
im Bildwerfer vor 100 Jahren". Licht und 
Lampe 1925, S. 265. — Der engl. Leutnant Drum- 
m o n d , nach welchem das Licht vielfach benannt 
wird, benutzte es 1825 zu Signalzwecken bei Ver- 
messungen: Philosophical Transactions of the Royal 
Society, London 1826, Part 3, S. 324; Parliamentary 
Papers, Reports from Commitees, Lighthouses, Vol. 12, 
1834, S. 171. — Komprimierten Sauerstoff und 
Wasserstoff zur Kalklichtbereitung stellte die London 
Stereoscopic and Photogr. Co. ihren Kunden in ihrer 
Preisliste von 1868 in Aussicht. Nach Chadwick, 
The Magic Lantern Manual, London 1878, S. 49, 
wurden diese komprimierten Gase damals (1878) in 
Amerika handelsmäßig hergestellt und wenig nach 
England eingeführt. 

1837. Der Londoner Optiker Pritchard 
benutzt bei der mikroskopischen Projektion ver- 
suchsweise den dreifachen Kondensor, 1 ) den im 
Jahre zuvor Andrew R o s s angegeben haben 

22 



soll,") und verwendet zum Schutze der Präpa- 
rate ein mit Wasser gefülltes Kühlgefäß. 3 ) 

Der dreifache Kondensor erscheint später 
in verschiedenen Ausführungsformen, nament- 
lich in den 60er Jahren in Amerika, wo C r e s - 
s o n , Philadelphia, einen nach seiner Angabe 
von Zentmeyer gebauten drei- bzw. vier- 
fachen Kondensor benutzt. 4 ) 

*) C. R. Goring and Andrew P r i t c h a r d , 
Micrographia, London 1837, S. 192 (in dem von 
Pritchard geschriebenen Teil); er benutzt zur 
Mikroprojektion neben dem Kondensor auch den 
Hohlspiegel (S. 193). — -) Nach Annahme von 
W. J. Chadwick, The Magic Lantern Manual, 
London 1878, S. 15. — *) Goring & Pritchard, 
Micrographia S. 213. — J. B. R e a d e aus Peckham 
(The London and Edingburgh Philosoph. Magazine 
and Journal of Science, Vol. 10, 3. series, 1837, S. 184) 
benutzt bei der Mikroprojektion die schwächere 
Brechung der Wärmestrahlen zu ihrer Ausscheidung 
und kühlt das Präparat durch einen Luftstrom mittels 
eines Blasebalges. — 4 ) Journal of the Franklin In- 
stitute, Philadelphia, 3. series, Vol. 54, 1867, S. 207, 
278, 279; The Magic Lantern, Philadelphia, 1, 28, 1874. 
1838 beschreibt J. F. Goddard von der Poly- 
technic Institution in London einen Projektionsansatz 
für Polarisationsversuche, das sogen. Ellbogen- 
Polariskop, welches einen reflektierenden Glas- 
plattensatz als Polarisator besitzt und später 
namentlich in England viel in Gebrauch war. Trans- 
actions of the Society instituted at London for the 
Encouragement of Arts usw., Vol. 52, 1838, S 
bis 68. 

1839. Erste Nachricht über die Veranstal- 
tung von Nebelbildern (dissolvin^ views). 1 ] Als 
ihr Erfinder gilt in England Henrj ' 
Chi 1 de'). Die Nebelbilder entwickelten rieh 

23 



dort unter Beteiligung von P h i 1 i p s t h a 1 
(vgl. unter 1798) 3 ) allmählich aus denPhantasma- 
gorien Robertsons. 1843 wurden sie durch 
Ludwig D ö b 1 e r (vgl unter 1824) in Deutsch- 
land eingeführt. 4 ) Um diese Zeit erfindet 
Childe die Chromatropen (Farbenräder). 5 ) 

*) The Mechanics Magazine 30, 321/325. 1839. 
Hier berichtet (S. 324, im Januar 1839) Henry D. über 
die vor einiger Zeit (also voraussichtlich 1838) statt- 
gefundene Vorführung eines Franzosen, der eine 
Winterlandschaft mit Schneefall in eine Sommerland- 
schaft verwandelt habe ( ,mit Gasen oder dissolving 
lights"). — 2 ) J. H. P e p p e r , Cyclopaedic Science 
simplified, 4. Aufl., London 1877, S. 79. — Ueber die 
Erfinderschaft erhob sich im Optical Magic Lantern 
Journal, London, Vol. 4, 1893, eine eifrige Diskussion 
der Fachleute, durchweg zugunsten C h i 1 d e s. Es 
wurden Programme älterer Veranstaltungen C h i 1 d e s 
von 1833, 34, 39 vorgelegt und geprüft (S. 81, 185); 
im Programm von 1839 werden Dissolving views an- 
gekündigt. (S. 140 ist von einem Guy die Rede, der 
1840 den Doppelapparat mit Dissolver benutzt habe. 
— 3 ) Optical Magic Lantern Journal 6, 152, 1895; 
Ztschr. Laterna Magica 13, 78, 1897. Childe malte 
viele Bilder für P h i 1 i p s t h a 1 (Opt. Mag. Lant. 
Journal 6, 153, 1895). — Die gleichzeitige Benutzung 
zweier Apparate, einer für eine Landschaft, der 
andere beweglich zum Einwerfen einer Figur, wurde 
schon betrieben durch Robertson (vgl. unter 1798 
dessen Memoires T. I, Paris 1831, S. 342), zuerst be- 
schrieben in Julia de Fontene'lles Manuel de p*hy- 
sique amüsante, Paris 1826 S. 60; daraus wieder in Joh. 
Aug. Friedr. Schmidt, Physik. Experimente und 
Belustigungen, Ilmenau 1831, S. 330. — 4 ) „Die ver- 
schwindenden und die beweglichen Bilder, zwei neue 
Anwendungen der Laterna magica", Dinglers Poly- 
techn. Journal 93, 24, 1844; Illustrierte Zeitung, Leip- 
zig 2, 314, 1844. A. Bahn, Der Nebelbilder-Apparat, 
Leipzig 1875, Vorwort. — 5 ) Opt. Mag. Lantern Journal 
4, 184, 1893. 

24 



Allgemeiner Aufsatz: Liesegang „Der Ursprung 
der Nebelbilder und ihr Niedergang", Centralzeitung 
f. Opt. u. Mech. 42, 522, 1921; „Nebelbilder", Ztschr. 
Laterna Magica 14, 73, 1898 und 15, 1, 1899. Aus- 
führlicher: „Der Ursprung der Nebelbilder", Deutsche 
Optische Wochenschr. 10, 187 u. 207, 1924. 

1844. Donne und Foucault in Paris 
konstruieren ein Projektionsmikroskop mit elek- 
trischer Bogenlampe, das vom Optiker Che- 
valier ausgeführt wird. Bemerkenswert ist 
die Anwendung eines bloßen Hohlspiegels als 
Beleuchtungsapparat, der durch Triebe längs 
der Achse verschiebbar und neigbar ist. Die 
hier erstmalig angewendeten Retortenkohlen, 
wagerecht und quer zur optischen Achse ange- 
ordnet, werden einzeln mit der Hand nachge- 
stellt. Zwischen Lampe und Hohlspiegel, zwei- 
mal vom Licht durchlaufen, ist ein Kühlgefäß 
mit Alaunlösung. (Bei dem schwachen Batterie- 
strom war die Aufrechterhaltung des Licht- 
bogens mühselig; daher erschien die Konstruk- 
tion geeigneter automatischer Bogenlampen als 
ein Fortschritt; vgl. 1849. 

Ccmples rendus des seances de l'academie des 
sciences, T. 18, Paris 1844, S. 696; Vorlage des Appa- 
rates in der Sitzung vom 15. 4. 1844. — Ausführliche 
Beschreibung in Dinglers Polytechn. Journal 100, 
101 114, 1846 (nach Bulletin de la Societe d'Encour;, 
ment); Vorführung in der Sitzung vom 12. 3. 1845. 
Auch in C. H. Hassenstein, Das elektrii 
Licht, Weimar 1859, S. 176—192. (Jeber Fou- 
caults Retortenkohlen: Comptes rendus de l'acad. 
d. sciences, T. 18, Paris 1844, S. 746—754 und 860 
bis 862. 

Zur Geschichte des Bogenlichtcs seien foLft 
Quellen genannt: Lichtbogenversuche von C. II. 

25 



Pf äff in Kiel, Gilberts Annalen der Physik, Bd. 7, 
Halle 1801, S. 247, 371, 514; Versuche von R o b e r t - 
s o n , Journal de Paris Nr. 172 vom 22. ventöse an 
X (1802), S. 1037; Versuche von Davy, Journal of 
the Royal Institution Vol. I, 1802 (der Aufsatz ist ab- 
gedruckt in Collected Works of Sir H. Davy, London 
1839, Bd< 2, S. 211). 

1847. Der Wiener Mathematik-Professor 
Josef P e t z v a 1 , der 1840 ein Porträtobjektiv 
berechnete, das für die Projektion große Bedeu- 
tung erlangte, schuf für den Projektionsapparat 
eine wirkungsvolle Beleuchtungsvorrichtung zur 
größtmöglichen Lichtausnutzung. Sic bestand 
aus einem Hohlspiegel und einer Bikonvexlinse, 
wobei der Hohlspiegel aus einem sphärischen 
und einem elliptischen Teil zusammengesetzt 
war. 

Dr. Ermcnyi, Dr. Josef Petzvals Leben und 
Verdienste, 2. Aufl., Halle a. S. 1903, S. 36—38; Hugo 
Schroeder, Die Elemente der photograph. Optik, 
Berlin 1891, S. 156, 157; M. v. Rohr, Theorie und 
Geschichte des photogr. Objektivs, Berlin 1899, 
S. 257. 

1849, Foucault und (1850) Duboscq 
in Paris konstruieren brauchbare automatische 
Projektionsbogenlampen (vgl. unter 1844). 

*■) Comptes rendus acad. seien. Paris 28, 698, 

1849. — 2 ) Comptes rend. acad. seien. Paris 31, 
807, 1850. — Es wurden schon vorher automatische 
Bogenlampen gebaut, die aber weniger befriedigten 
und für Projektionszwecke nicht taugten. 

1850. Der Pariser Optiker Duboscq baut 
einen für die wissenschaftliche Projektion ge- 
eigneten Apparat, 1 ) dessen Konstruktion jahr- 
zehntelang vorbildlich bleibt. 1868 ergänzt er 
ihn durch einen Ansatz zur Vertikalprojektion. 2 ) 

26 



1 ) Abbe Moigno, Repertoire d öptique mo- 
derne, Bd. 3, Paris 1850, Vorwort. Tyndall be- 
nutzte den D u b o s c q sehen Apparat bei seinen be- 
rühmten Experimentalvorlesungen (John Tyndall, 
Das Licht, 2. Aufl. Braunschweig 1895; L. H. L a u d y, 
The Magic Lantern and its Applications, New York 
1886, S. 8). Dieser Apparat wurde auch mit zwei, 
durch dieselbe Lichtquelle betriebenen optischen 
Vorrichtungen für verschiedene Projektionsarten 
versehen (Cosmos, Paris, 7, 492, 1855). — -) Les 
Mondes 24, 650, 1870 nach L. H. Laudy, The 
Magic Lantern, New York 1886, S. 34; Abbe 
Moigno, L'Art des Projections, Paris 1872, S. 73 
u. 76. 

1858. Der amerikanische Maler Wood- 
ward aus Baltimore konstruiert einen mit ein- 
stellbarem Spiegel (Heliostat) versehenen Son- 
nenlicht-Vergrößerungsapparat (Solarkamera), 
der großes Aufsehen erregt und weite Verbrei- 
tung findet. 

Photographic Notes 1858, Nr. 43; 1859, S. 176 und 
202; British Journal of Photography 7, 208, 1860; van 
Monckhoven, Traite d'optique photographique, 
Paris 1866, S. 181 ff. — Im Gegensatz zu früheren 
Apparaten dieser Art war hier die IKondensorlinsc 
derart beschaffen, daß sie die Sonne im Objektiv 
abbildete. 

1870. F. Bartlett verwendet erstmalig 
den Doppelbildhalter. 

Nach eigener Angabe von Bartlett im Op- 
tical Magic Lantern Journal 4, 205, 1893. 

1872. Der Optiker Marcy in Philadelphia 
bringt das ,,Skioptikon" heraus, das sich durch 
eine praktische Form auszeichnet und in wel- 
chem die Oellampe durch eine Zweidocht- 
Petrollampe ersetzt ist, deren Flachdochte 



parallel zur Achse angeordnet sind. Dieser 
Apparat wirkt revolutionär und verschafft der 
Projektionskunst große Verbreitung. 

L. J. M a r c y , The Sciopticon Manual, Phila- 
delphia, Revised Edition 1873 (erste Ausgabe von 
1872). Das Scioptikon wurde 1873 durch Walter 
B. Woodbury in England eingeführt und ge- 
langte von dort alsbald nach Deutschland (Das 
Sciopticon. Ein verbesserter Projektions- und Nebel- 
bilder-Apparat. Düsseldorf, Ed. Liesegang, 1873). Siehe 
ferner: Liesegang, ,,Die Erfindung des Skiopti- 
kons vor 50 Jahren", Photographische Industrie 1923, 
S. 423. 

Um die gleiche Zeit gestaltet Prof. Morton 
in Philadelphia, damals schon jahrelang auf 
diesem Gebiete tätig, den Projektionsapparat 
für wissenschaftliche Zwecke erfolgreich aus. 

Journal of the Franklin Institute, 3. series, Vol. 
53, 1867, S. 55. 204, 282, 354, 406, 409; Vol. 54, S. 207, 
278; The Magic Lantern, Philadelphia, Vol. I, 18, 27, 
51, 1874. Morton war Präsident des Stevens In- 
stitute of Technology. Abbe M o i g n o , selbst ein 
eifriger Vorkämpfer der wissenschaftlichen Projek- 
tion, bezeichnet Morton als Apostel der Projek- 
tion (L'Art des Projections, Paris 1872, S. 80; vgl. 
auch das Vorwort). 

1874. Stöhrerin Leipzig baut unter Ver- 
wendung der Marcysche Skioptikonlampe 
einen Projektionsapparat mit der nach ihm be- 
nannten optischen Bank und verschafft in der 
Folge dieser auch für die experimentelle Pro- 
jektion geeigneten Apparatform große Ver- 
breitung. 

Emil S t ö h r e r jun., Die Projektion physika- 
lischer Experimente, Leipzig 1876. — Lewis W r i g h t 
sagt in s. Optical Projection, London 1895, S. 153: 
„Die Abänderung und der Gebrauch der Projektions- 

28 



laterne in preiswerter und einfacher Form zur Wie- 
dergabe von Glasbildern und von Experimenten 
wurde zuerst in deutschen Schulen systematisch be- 
trieben. Abb. 81 zeigt einen solchen deutschen 
Schulapparat". (Dies ist aber der Stöhrersche.) 

1874. Edward L. W i 1 s o n in Philadelphia, 
Herausgeber des Philadelphia Photographer, 
begründet im September die erste Fachzeit- 
schrift für Projektion „The Magic Lantern". 

1877. Dr. Paul Ed. L i e s e g a n g in Düssel- 
dorf, Herausgeber des Photographischen Ar- 
chiv, begründet im Juni die Fachzeitschrift 
„Laterna Magica". 

1889. J. Hay Taylor in London begrün- 
det die Fachzeitschrift M The Optical Magic 
Lantern Journal and Photographic Enlarger". 



39 



B. Lebensrad 

1824. P. M. Roget 1 ) in London unter- 
sucht das Zaunrätsel, eine auf der Nach- 
wirkung des Lichteindrucks beruhende Er- 
scheinung, auf die 1821 von anderer Seite hin- 
gewiesen worden war. 2 ) Auf diese Beobach- 
tung geht letzten Endes die Erfindung des 
Lebensrades zurück. 

1 ) Philosophical Transactions, London 1, 131 — 140, 
1825; Annais of Philosophy, London, N. S. 9, 67, 1825; 
10, 107—412, 1825. Poggendorfs Annalen der Physik 
und Chemie 5, 93 — 104, 1825. Roget trug seine 
Untersuchungen vor in der Royal Society, London, 
am 9. und 16. Dez. 1825. Das Zaunrätsel zeigt sich 
wenn man das Speichenrad eines rasch fahrenden 
Wagens durch ein Gitter hindurch beobachtet, und 
äußert sich in einem strauchartigen Gebilde krummer 
Streifen. Nach Ludwig Burmesier ist die Er- 
klärungsweise R o g e t s nicht einwandfrei; Sitzungs- 
berichte d. Kgl. Bayrischen Akademie d. Wissen- 
schaften, Mathem.-physikal. Klasse 1914, S. 141 — 155. 

2 ) Quarterly Journal of Science, Literaiure and the 
Arts, London, 10, 282, 1821. Die „J. M." unter- 
zeichnete Zuschrift lautet vom 1. Dez. 1820. 

1825. Dr. F i 1 1 o n 1 ) in London erfindet die 
Wunderscheibe (Thaumatrop, Wonder-turner), 
die auf der Nachdauer des Lichteindrucks 2 ) be- 
ruht. 

Dies Spielzeug galt früher als Urahne des Kine- 
matograph, da man irrtümlicherweise annahm, daß 
die stroboskopischen Erscheinungen gleichfalls auf 
der Trägheitseigenschaft der Netzhaut beruhten, 

30 



welche indessen höchstens bei der Verschmelzung 
der durch die Dunkelpausen getrennten ruhenden 
Bildteile eine Rolle spielt. 

1 ) Charles B a b b a g e , Passages from the Bfc of 
a philosopher, London 1864 (hier wird keine Jahres- 
zahl genannt). Die älteste Beschreibung gibt David 
Brewster in seinem Edinburgh Journal of Science 
4, 87, 1826 (auch in seinen Briefen über d. natürliche 
Magie an Sir Walter Scott, deutsche Ausgabe Berlin 
1833, S. 37, 39). Brewster glaubte, der Erfinder 
sei Dr. J. A. Paris, der auch (nach H. V. Hop- 
wood, Living Pictures, London 1899, S. 5) die Er- 
findung in seiner ,,Philosophy in sport made science 
in earnest" (1839) für sich in " Anspruch nimmt. 
Babbage zufolge hat Dr. Paris die Wunder- 
scheibe einige Monate nach Dr. F i t t o n in den 
Handel gebracht. Da Brewsters Beschreibung im 
Januarheft 1826 seiner Zeitschrift erschien, so fällt die 
Erfindung spätestens in das Jahr 1825. Die Wunder- 
scheibe kam auch bald nach Deutschland: nach 
Poggendorff (Pogg. Annalen d. Physik u. Chemie 
10, 480 Anmerk., 1827) war sie ,,im vorigen Jahre", 
also 1826, unter den Weihnachtsgeschenken. 

2 ) Brewster (Edinburgh Journal of Science 4, 
87, 1826) meint, daß Homer die Erscheinung bereits 
gekannt habe, indem er von dem verlängerten 
Schatten des fliegenden Speeres spreche. Es ist aber 
höchst fraglich, ob diese Auslegung richtig ist; das 
betr. Beiwort doXi^otrxio^ wird sowohl als lang- 
schattig, langschaftig oder weitfliegend gedeutet. Nach 
H o p w o o d, Living Pichtures, London 1899. S. 3 u. 4, 
hat Ptolemäus im 2. Buch seiner um 130 v. Chr. 
entstandenen Optik eine auf der Nachdauer des Licht- 
eindrucks beruhende Erscheinung beschrieben: eine 
Scheibe mit farbigem Sektor zeige bei rascher Um- 
drehung die Farbe des Sektors. — Newton schätzt 
die Dauer des Nachbildes auf 1 Sekunde; Op 
London 1704, Buch III, Frage XVI. Die Erscheinung 
ist auch erwähnt Buch I, Teil II, Versuch 10. 

die Uebersetzung in Oswalds Klassikern Bd 
(Leipzig 1898) S. 91 u. Bd. 97, S. 106. D'Arcy 
stimmt die Nachdauer des Lichteindrucks zu 8 

31 



(= 0,133 Sekunden). Hisioire de Tacademie royale 
des sciences, annee 1765, Paris 1768, S. 18 — 22; 
ferner Memoires de l'academie royale, Paris 1765, 
S. 450. 

1827 beschreibt der Engländer Wheatstone 
(Quarterly Journal of 'Science and Arts, N. S. 1, 351, 
1827; Poggendorffs Annalen 10, 479, 1827) eine auf 
der Nachdauer des Lichteindrucks beruhende Bild- 
vorrichtung: vor einem von rückwärts beleuchteten 
transparenten Bild rotiert eine Scheibe mit offenem 
Sektor, durch die das Bild dauernd sichtbar ist. 1893 
wurde diese Vorrichtung in Verbindung mit Reklame- 
bildern Gegenstand eines amerikanischen Patentes 
Nr. 503 927 von John B. C o x aus Brooklyn. 
1828/29, Joseph Plateau aus Brüssel, 
veranlaßt durch Rogets Arbeit (vgl, 1824), 
knüpft an eigene Beobachtungen an Zahn- und 
Speichenrädern Untersuchungen an, die ihn zur 
Erfindung des Anorthoskopes führen. 

Correspondance mathematique et physique (de 
Quetelet f< Bruxelles) 4, 393—396, 1828; 6, 121—126, 
1830. Die letztere Abhandlung, worin das Anortho- 
skop (noch ohne diesen Namen) beschrieben ist, 
lautet vom 5. Dez. 1829. Ferner: Jos. Plateau, 
Dissertation sur quelques proprietes des impressions 
produites par la lumiere sur l'organ de la vue, Liege 
1829. Großenteils übersetzt in Poggendorffs Annalen 
20, 304 — 332, 1830. Zusammenfassung in Annales de 
Chimie et de Physique, Paris, 48, 281—290, 1831. 
Plateau legte 1836 das Anorthoskop der Brüsseler 
Akademie d. Wissenschaften vor; Bulletin de l'Aca- 
demie de Bruxelles 3, 7—10, 1836; Poggendorffs 
Annalen 37, 464, 1836. Bei dem nach Plateaus 
Angabe im Handel herausgebrachten Anorthoskop 
laufen Bild- und Spaltscheibe entgegengesetzt, im 
Geschwindigkeitsverhältnis 4 zu 1. — Plateau ver- 
öffentlicht 1849 mathematische Untersuchungen über 
das Instrument und gibt verschiedene Abänderungen 
an. Bulletin de l'academie de Bruxelles 16 I, 588, 
1849; Poggendorffs Annalen 79, 269, 1850; Philosophi- 
cal Magazine 36, 434, 1850. 

32 



Die von Plateau untersuchten Kurvenerschei- 
nungen werden durch Le Francois mathematisch 
verfolgt: Correspondance mathem. et phys. (Quetelet) 
5, 120 und 379, 1829; 6, 315, 1830; Bulletin des sciences 
mathem., phys, et chim. (Bulletin Ferussac) 16, 61, 
1831; Dissertatio inauguralis de quibusdam curvis 
geometricis . . ., Gand. 1830. 

1829. Jos. Plateau bestimmt bei Sek- 
torenscheiben (auch farbigen) die Zahl der Um- 
drehungen, bei der eben das Flimmern ver- 
schwindet. (Diese Zahl bezeichnete man 
später als Verschmelzungsfrequenz.) 

Dissertation sur quelques proprietes des impressions 
produits par la lumiere sur l'organ de la vue. Par 
J. Plateau de Bruxelles. Liege 1829. Großenteils 
übersetzt in Poggendorffs Annalen 20, 304—332, 1830. 
Auszug in der Deutschen Photographen-Zeitung 22, 
78, 1898. Seine ersten diesbezüglichen Beobachtungen 
veröffentlichte Plateau in der Correspondance 
mathem. et physique (Quetelet, Bruxelles) 3, 27 — 29, 
1827. 

Untersuchungen über die Verschmelzungsfrequenz 
unternahmen späterhin E m s m a n n (Poggendorffs 
Annalen 91, 617, 1854); H e 1 m h o 1 1 z (Handbuch der 
physiologischen Optik, Leipzig 1867, S. 344) u. andere. 
H e 1 m h o 1 1 z erkannte, daß die Verschmelzungs- 
frequenz abhängig ist von der Stärke der Beleuchtung. 
1830/31. Michael Faraday in London, 
unabhängig von Plateau (vgl. 1828 29) von 
ähnlichen Beobachtungen an Zahn- und Spei- 
chenrädern ausgehend und gleichfalls auf 
R o g e t bezugnehmend, befaßt sich bei seinen 
experimentellen Untersuchungen der Erschei- 
nungen erstmalig mit stroboskopischen Be- 
wegungstäuschungen und veranschaulicht diese 
mittels seiner ,,Faradayschen Scheibe", einem 
Lebensrade von beschränktester Anwendungs- 
weise. 

3 ?3 



M. Faraday, On a peculiare class of optical 
deceptions. Journal of the Royal Institution of Great 
Britain 1, 205—223 u. 333—336, 1831. Unvollständige 
Uebersetzungen in Poggendorffs Annalen 22, 601 — 606, 
1831; Zeitschrift für Mathematik und Physik (Baum- 
gartner und v. Ettinghausen, Wien) 10, 80—101, 1832; 
Frorieps Notizen aus dem Gebiete der Natur- und 
Heilkunde 31, 1 u. 17, 1831. 

1832. Der Physiker Joseph Plateau 1 ) 
in Brüssel und der Geometrieprofessor Simon 
Stampfer) in Wien werden durch die Fort- 
führung der Faraday sehen Versuche unab- 
hängig voneinander um die gleiche Zeit (Ende 
des Jahres 1832 3 ) zur Erfindung der gleichen 
Ausführungsform des Lebensrades geführt. 
Das Instrument besteht aus einer drehbaren 
Pappscheibe mit einem Kranz von Bildern und 
Schlitzen, durch welch letztere man die Bilder 
in einem Spiegel betrachtet. 

Ausführliches in Liesegang: „Die Erfindungs- 
geschichte des Lebensrades"; ,, Kinotechnik" 6, 341 
u. 367, 1924. 

*) J. Plateau, ,/Sur un nouveau genre d'illusion 
d'optique", Correspondance mathem. et. phys. de 
Tobservatoire de Bruxelles 7, 365 — 368, 1832; „Des 
illusions d'optique sur lesquelles se fond le petit 
appareil appele recemment Phenakistiscope", Annale!» 
de, Chimie et de Physique, Paris, 53, 304—308, 1833. 
Phänakistiskop war die Bezeichnung einer minder- 
wertigen Nachahmung, die im Handel erschien. Pla- 
teau ließ daraufhin in London nach seinen Zeich- 
nungen Lebensräder "herstellen, die Phantasmaskop 
heißen sollten, dann aber den Namen Fantaskop er- 
hielten. Vgl. dazu auch J. F. W. Herschel, Traite de 
la lumiere, T. II, Paris 1833, S. 489. 

2 ) Stampfer ließ seine stroboskopischen Schei- 
ben durch die Wiener Kunstanstalt Trentsensky & 
Vieweg in den Handel bringen, nachdem am 7, Maj 

34 



1833 ein österreichisches Privileg auf die Erfindung 
erlangt war. Der zweiten Auflage lag eine Schrift 
Stampfers bei: ,,Die stroboskopischen Scheiben 
oder optischen Zauberscheiben, deren Theorie und 
wissenschaftliche Anwendung" (Vorwort vom Juli 
1833); sie ist abgedruckt in den Jahrbüchern des k. k. 
polytechnischen Institutes in Wien 18, 237 — 258, 1834, 
und auszugsweise wiedergegeben in Poggendorffs 
Annalen 32, 636—648, 1834. Betr. des Privilegs siehe 
obige Jahrbücher 19. 406, 1837. — Stampfer gab 
auch die aus zwei Scheiben bestehende Lebensrad- 
form an (Bilder und Spalte auf getrennten Scheiben, 
wie später beim Projektions-Lebensrad) und bemerkte, 
daß als Bildträger auch ein endloses, um zwei Rollen 
laufendes Band dienen könne. Er erkannte ferner, 
daß die Bilder im Augenblick der Betrachtung nicht 
der raschen Bewegung unterworfen sein sollten. 

3 ) Hierzu äußert sich Plateau selbst im Bulletin 
de Tacademie des sciences de Bruxelles 3, 9, 1836. 

Bezüglich des irrtümlich in Versen des römischen 
Dichters L u k r e z (De natura rerum, Buch IV, Vers 
772 ff.) gemutmaßten Hinweises auf stroboskopische 
Erscheinungen (zuerst durch Sinsteden in Poggen- 
dorffs Annalen 84, 448, 1851) siehe Dr. W o 1 1 e r und 
Liesegang in der ,, Kinotechnik", 1. Jahrg., 1919, 
Nr. 2 und 4. Fr. Jos. P i s k o , Licht und Farbe, 
2. Aufl., München 1876, S. 274, meint gar, Dädalus 
scheine vor alten Zeiten einen dem Lebensrad ähn- 
lichen Apparat konstruiert zu haben. 

1833. Der Engländer W. G. H o r n e r be- 
schreibt erstmalig die Wundertrommel unter 
der Bezeichnung Dädaleum. 1 ) Sie wird später 
wiederholt aufs Neue erfunden. Erst durch 
einen um 1867 von Amerika aus erfolgenden 
Anstoß gewinnt das Instrument größere Ver- 
breitung. ') 

1 ) W. G. Homer, ,,0n the properties of the 
Daedaleum, a new Instrument of optical illusion", The 
London and Edinburgh Philosophical Magazine and 

V 35 



Journal of Science 4, 36, 1834 (Januarheft). Uebersetzt 
in Poggendorffs Annalen 32, 650, 1834. Homer 
übergab einige Wochen vor der Veröffentlichung (also 
1833) die genaue Beschreibung dem Optiker King jr. 
in Bristol; die Herausgabe scheine jedoch auf Schwie- 
rigkeiten gestoßen zu sein, vermutlich bereite die 
Zeichnung der Figuren Schwierigkeiten. H o r n e r 
wurde zu seiner Erfindung angeregt durch Plateaus 
Lebensrad. 

2 ) 1852 bringt Duboscq in Paris die Wunder- 
trcmmel in Verbindung mit dem Stereoskop heraus 
(siehe unter 1852); 1860 nimmt D e s v i g n e ein briti- 
sches Patent Nr. 537 auf mehrere Formen und An- 
wendungsweisen der Wundertrommel; er deutete auch 
schon die intermittierende Beleuchtung der Bilder 
durch elektrische Funken an, die später Anschütz 
benutzte. Photographic Notes 6, 17, 1861; auch Hop- 
wood, Living Pictures, London 1899, S. 23, 51, 236. 
— 1867 nahm wm. E. Lincoln aus Providence ein 
amerikanisches Patent (Nr. 64117 vom 23. 4. 1867) auf 
die Wundertrommel. In Amerika wurde damals die 
Wundertrommel in großem Umfang hergestellt und dann 
auch in Europa verbreitet. Vgl. Fr. Jos. P i s k o, Licht 
u. Farbe, München 1869, S. 297 (2. Aufl. 1876, S. 272); 
R e u 1 e a u x , Buch der Erfindungen, Gewerbe und 
Industrien, 8. Aufl., Bd. 2, Leipzig 1885, S. 258, wo- 
selbst das Jahr 1866 angegeben wird. Die von Lin- 
coln benutzte Bezeichnung Zoetrop ist namentlich in 
Frankreich heimisch geworden. Lincoln sah auch 
die Verwendung plastischer Figuren vor, die auf den 
Boden der Trommel gelegt wurden, ein Gedanke, der 
bereits ausgesprochen wurde von Homer 1834, 
D e s v i g n e 1860, Purkinje 1841 und verwirklicht 
von Czermak 1855 (vgl. IKinotechnik 2, 213, 1920), 
sowie von dem Pariser Physiologen M a r e y , der in 
einer sehr großen Wundertrommel zehn nach seinen 
Aufnahmen hergestellte plastische Modelle einer flie- 
genden Taube anbrachte (La Nature 1888, S. 12; 
Bulletin beige de la Photographie 1888, S. 40; E. J. 
Marey, Le Mouvement, Paris 1894; Liesegang, 
Wissenschaftliche Kinematographie, Düsseldorf 1920, 
S. 60); Nachbildung im Deutschen Museum zu M(in- 



& 



chen. — Vom März 1867 lautet auch ein britisches 
Patent Nr. 629 Milton B r a d 1 e y s auf eine Wunder- 
trommel, welche die übliche Ausführung zeigt (Hop- 
w o o d , Living Pictures S. 23 und 236). 

Anschütz gab der Wundertrommel drei über- 
einander angeordnete Kränze von Schlitzen von ver- 
schiedener Zahl zur Verwendung mit verschieden 
großen Bilderreihen. David und S k o 1 i k , Die 
Praxis der Momentphotographie, Halle a. S. 1892, S. 
237; H. Helmholtz, Handbuch der physiologischen 
Optik, Hamburg und Leipzig 1896, S. 495. 

Ende der achtziger Jahre brachte Anschütz 
die Wundertrommel in der praktischen Form des 
„Schnellsehers" heraus, wobei die auf ein mit wage- 
rechter und senkrechter Drehachse zu benutzendes 
Gestell aufsetzbaren Bildstreifen, mit Schlitzen ver- 
sehen, selbst die Trommel bildeten. (Bruno Meyer, 
Ueber Augenblicks- und Reihenaufnahmen, Sonder- 
abdruck aus der Deutschen Photographen-Zeitung 
Nr. 29—35, 1891, S. 4; Deutsche Photogr.-Ztg. 31, 370, 
1907; Eders Jahrbuch für Photographie und Repro- 
duktionstechnik 6, 367, 1892, über den schirmartig zu- 
sammenlegbaren Schnellseher von 1890; Photogr. 
Nachrichten 3, 356, 1891, über die Vorlage eines ver- 
einfachten, nicht zusammenlegbaren Schnellsehers.) 

1857 wird über die Riesenwundertrommel (man 
könnte sagen Karussell) in Frankfurt a. M. berichtet, 
die 18 Fuß Durchmesser hatte und mit mehr als 
30 Schaukästen versehen war, die etwa zwei Fuß 
von der Trommel abstanden und mit zwei verdeckten 
Lampen das gegenüber befindliche Bild beleuchteten. 
W. F. A. Zimmermann, Populäres Handbuch der 
Physik, Bd. 2, Berlin 1857, S. 178. 

1836. Jos. Plateau (damals Prof. in Gent) 
begründet die „stroboskopische Methode" 1 ) zur 
Beobachtung sehr rascher periodischer Bewe- 
gungen, nachdem er 1833, 2 ) angeregt durch die 
Arbeiten Faradays (vgl. 1830 31) und Ver- 
suche S a v a r t s 3 ), einen Sonderfall dieses Ver- 
fahrens aufgefunden hatte. 

37 



*) Bulletin de l'academie des sciences . . de Bruxel- 
les 13, 364r— 369, 1836. Plateau empfiehlt zur Be- 
obachtung rascher periodischer Bewegungen eine 
rotierende, mit Schlitzen versehene Scheibe (strobo- 
skopische Scheibe). Man könne auf diese Weise die 
Gestalt des bewegten Objektes bestimmen, indem 
man es scheinbar ruhend mache, ferner seine Bewe- * 
gung verlangsamen und dadurch analysieren, sowie 
die Geschwindigkeit ermitteln. 

2 ) Plateaus Beitrag in J. F. W. H e r s c h e 1 , 
Traite de la lumiere, T. 2, Paris 1833, S. 481 
bis 484. Hier empfiehlt Plateau die stroboskopi- 
sche Scheibe nur zur Bestimmung der Gestalt des 
bewegten Körpers. 

a ) Annales de chimie et de physique 53, 335, 1833 
S a v a r t benutzt zur Untersuchung des Flüssigkeks- 
strahles ein schwarzes Band mit weißen Querstreifen, 
das er hinter dem Strahl in entgegengesetzter Rich- 
tung laufen läßt (vgl. auch Poggendorffs Annalen 78, 
284, 1849). 

1841. Der Physiologe Purkinje in 
Breslau bringt das schon von Stampfer 
(siehe unter 1832) vorgeschlagene Lebensrad 
mit getrennter Bild- und Spaltscheibe unter der 
Bezeichnung Phorolyt in den Handel. 

Uebersicht der Arbeiten und Veränderungen der 
schlesischen Gesellschaft für vaterländische Kultur im 
Jahre 1841, Breslau 1842, S. 62. Vgl. Kinotechnik 2, 
213, 1920. Näheres über die Art der Ausführung und 
Lieferung besagt ein Prospekt (im Deutschen Museum 
zu München vorhanden). 

1844. A. Chr. Doppler erfindet abermals 
die bereits von Plateau (vgl. 1836) angege- 
bene stroboskopische Methode, geht aber noch 
weiter, indem er zur Analyse schneller Bewe- 
gungsvorgänge die intermittierende Beleuch- 
tung empfiehlt, die mittels der vor einer Licht- 
quelle angeordneten stroboskopischen Scheibe 
erzielt wird. 

38 



A. Christian Doppler, ,,Ueber ein Mittel, 
periodische Bewegungen von ungemeiner Schnellig- 
keit noch wahrnehmbar zu machen und zu bestimmen" 
(1844 gehaltener Vortrag); Abhandlungen der Kgl. 
Böhmischen Gesellschaft d. Wissensch. 5. Folge, Bd. 3 
für 1343/44, Prag 1845. Bericht darüber von Bol- 
zano in Poggendorffs Annalen 72, 533, 1847. — Die 
intermittierende Beleuchtung mittels einer vor der 
Lampe rotierenden Spaltscheibe wandte Tomlin- 
son 1835 zur Beobachtung einer rotierenden Sektor- 
scheibe an, angeregt durch die Beobachtung Wheat- 
s t o n e s , daß ein durch den elektrischen Funken be- 
leuchteter rotierender Gegenstand scheinbar stille 
steht. Thomsons Record of General Science 3, 41, 
1836, Januarheft; der Aufsatz datiert vom November 
1835. Poggendorffs Annalen 37, 466, 1836. 

Doppler demonstriert auch' durch die inter- 
mittierende Beleuchtung laufender Räder die dort 
auftretenden, uns aus der Kinematographie bekannten 
Erscheinungen des Rückwärtsganges und Stillstandes. 
Thomas Rose aus Glasgow zeigt diese Erscheinungen 
mittels einer großen Apparatur (Photodrome oder 
Light-Runner), vermutlich um 1856. J. H. P e p p e r , 
Cyclopaedic Science simplified, 4. Aufl., London 1877, 
S. 95 und 104. 

Ad. Poppe, Frankfurt a. M., demonstriert 1852 
mittels der rotierenden Spaltscheibe den Vorgang der 
Wellendurchkreuzung auf einer Wasseroberfläche 
(Interferenzoskop vom November 1852; Poggendorffs 
Annalen 88, 223, 1853). 

1846, J. M ü 1 1 e r aus Freiburg benutzt das 
Lebensrad zur Veranschaulichung der Grund- 
gesetze der Wellenlehre. 

Poggendorffs Annalen 67, 271, 1846. Die von 
Müller ausgeführten acht Figuren wurden von 
J. V. Albert in Frankfurt a. M. lithographiert und 
in den Handel gebracht. Später gab Quincke der- 
artige Wellenbilder für die Wundcrtrommel heraus. 

1849, J. Plateau überträgt das Prinzip 
seines Anorthoskops auf das Lebensrad. Es er- 

39 



gibt sich daraus ein verbessertes Lebensrad mit 
16 durchscheinenden, von rückwärts zu be- 
leuchtenden Bildern, die im Verhältnis 5 zu 4 
verzerrt gezeichnet werden mußten, und einer 
vor der Bildscheibe in umgekehrter Richtung 
4mal rascher laufenden Spaltscheibe mit 4 Spal- 
ten. Dieses Anordnung ermöglichte die Be- 
trachtung mit 2 Augen, ja auch durch mehrere 
Personen zugleich. 

Plateau regt ferner auf einen Vorschlag 
von Wheatstone hin die Verbindung von 
Lebensrad und Stereoskop an. 

Bulletin de l'academie de Bruxelles 16 II, 30, 1849; 
Poggendorffs Annalen 80, 150, 1850; Philosophical 
Magazine 4. Ser. 1, 531, 1851. Bei dieser neuen Form 
des Lebensrades spielte auch die Nachd'auer des Licht- 
eindruckes eine Rolle. Ihr wurde das später im Handel 
befindliche Projektions-Lebensrad nachgebildet (Brit. 
Patent von R o s s 1871), das eine sehr rasch laufende 
Spaltscheibe mit einem einzigen Spalt benutzte. 

1852« Der Pariser Optiker D u b o s c q (vgl. 
A. 1849/50) verbindet das . Lebensrad (sowohl 
Scheibenform als auch Wundertrommel) mit 
dem Stereoskop. 1 ) Sein „Stereo-Fantoskop" 
oder ,,Bioskop", 30 Bilderpaare aufnehmend, 
wenngleich nach C 1 a u d e t der erfolgreichste 
Apparat dieser Art, blieb unbefriedigend und 
fand keine Verbreitung. 2 ) Um die gleiche Zeit 
begannen mit solchen Versuchen in England 
Wheatstone 3 ) und Claudet 4 ); später, in den 
Jahren 1860 und 61, Desvigne 5 ) W. Th. Shaw 6 ), 
Coleman Seilers (Philadelphia) 7 ), Thomas Sut- 
ton 8 ), ferner 1867 Cook und Bonelli 9 ). 

Bei Seilers „Phantasmatrop" ist die ruckweise 

Bewegung in gewissem Maße dadurch ersetzt, daß die 

40 



Bilder sich in der Blickrichtung bewegen: es werden 
sechs Bilderpaare zu einer Art Schaufelrad zusammen- 
gesetzt; bei größerer Bilderzahl ist ein endloses 
Transportband mit senkrecht darangesetzten Bildern, 
die an der Betrachtungsstelle umschlagen, vorgesehen, 
oder es werden alle Bilder zu einem endlosen Band 
verbunden, das eine rotierende Platte umschlingt. Der 
Bildwechsel wird durch eine rotierende, zylinder- 
förmige Blende verdeckt. Patentiert und ausgeführt, 
aber nicht eingeführt. — S u 1 1 o n plant eine stereo- 
skopische Wundertrommel mit transparenten Bildern, 
die intermittierend durch ein die Schlitze kegelförmig 
durchdringendes Strahlenbündel beleuchtet werden, 
eine Anordnung, die 1877 Dolbear und 1881 
L o m m e 1 beim Lebensrad benutzten. 

*) Cosmos, Revue encyclop. hebdom. des progres 
des sciences, Paris, 1, 703, 1852; Bulletin de la Societe 
Franc, de la Photogr. 1857, S. 74; H. de la Blan- 
che r e , Monographie du stereoscope, Paris o. J„ 
S. 49; M. v. Rohr, Die binokularen Instrumente, 
2. Aufl., Berlin 1920, S. 72. Ausführlicheres über 
diesen und spätere Apparate in Liesegang, Die 
Anfänge der stereoskopischen Kinematographie, Die 
Kinotechnik 2, 79, 139, 175 u. 213, 1920. 

2 ) Revue photographique 1858, S. 27; Kreutzers 
Zeitschrift für Fotografie und Stereoskopie 4, 203, 
1861!; 5, 154, 1862 (aus Bulletin d'Encouragement 
Vol. 8, S. 198); British Journal of Photography 12, 
475, 1865; Photogr. Notes 10, 274, 1865; Photogr. 
Archiv 6, 365, 1865; Bulletin Soc. Franc. Photogr. 11, 
292, 1865. 

3 ) La Lumiere, Paris, 2, 88, 1852; Photographic 
News 17, 541, 1873. 

4 ) La Lumiere 2, 88, 1852; Cosmos, Revue encycl. 
hebd. 2, 40, 1853; Bull. Franc. Phot. 11, 286 u. 292, 
1865. 

5 ) Photogr. Notes 6, 17, 1861; Brit. Patent N. 537, 
1860. 

6 ) Phot. Notes 6, 33, 64, 82 u. 198, 1861; Philosoph. 
Magazine 22, 537, 1861; Brit. Journal of Phot. 8, 
170, 1861; Kreutzers Ztschr. f. Fotogr. u. Stereosk. 4, 
96, 170, 201, 202 u. 227, 1861. 

41 



7) Brit. Journal of Photogr. 9, 366, 1862; 12, 402, 
1865; Amerik. Patent Nr. 31 357, 1861. Der Kincmato- 
graph 1908, Nr. 102. 

8) Phot. Notes 5, 318, 1860; 6, 2 u. 82, 1861; 10, 272, 
1865; Kreutzers Ztschr. f. Fot. u. Stereosk. 4, 95, 1861. 

9) Bull. Soc. Franc. Phot. 13, 201, 1867 („Photo- 
bioskop"); Phot. Notes 12, 253, 1867. 

1853. Der Photograph A. Fran^ois J. C 1 a u- 
d e t , ein in England lebender Franzose, stellt 
ein Zweibilder-Stroboskop in Form eines 
Stereoskops her, das späterhin verschiedenerlei 
Ausführungen erhält und zeitweilig Handels- 
ware ist, 

C 1 a u d e t nahm auf seinen Apparat ein britisches 
Patent Nr. 711 vom 28. 3. 1853. Im Stereoskop be- 
findet sich ein Schieber, der abwechselnd die rechte 
und linke Schauöffnung verdeckt, so daß man rasch 
nacheinander die beiden Bilder (z. B. eines Boxers in 
zwei Stellungen) erblickt. Es ist auch die Anwendung 
einer Reihe von acht Bildern vorgesehen. Claudets 
Apparat zeigte bereits, was erst in neuerer Zeit 
durch die Psychologen erkannt wurde: daß die strobo- 
skopische Bewegungstäuschung auch bei wechsel- 
äugiger Betrachtung zustande kommt, mithin ein 
psychologischer (nicht auf der Netzhaut sich ab- 
spielender) Vorgang ist. — Brit. Journal of Photogr. 
12, 475, 1865; Phot. Notes 10, 274, 1865; Phot, Archiv 
6, 365, 1865. 

In der Folge machten Abänderungen des C 1 a u - 
d e t sehen Apparates: 1856 Admiral L u g e o 1 und 
Phil. Benoist (Brit. Patent Nr. 1965); 1859 
Fischer und A s p r a y (Brit. Patent Nr. 2258); 
1868 A n g i e r und L a n g 1 o i s in Paris („Kinescope" 
in Medaillenform, Les Mondes 17, 56, 1869; Bull. 
Franc. Phot. 14, 146, 1868; Bull. Beige Phot. 7, 203, 
1868; The Illustr. Photogr. 1, 293, 1868; Brit. Patent 
Nr. 1443 (Hopwood, Liv. Pict. S. 237). Näheres über 
die Anordnungen: Kinotechnik 2, 140, 1920. 

Auf das in neuerer Zeit verbreitete stroboskopisch- 
anaglyphische Spielzeug, bestehend aus einem Rot- 

42 



Grün-Bild mit darüber verschiebbarem halb rotem, 
halb grünem „Fenster", nahm der Franzose Andre 
David 1874 ein amerikanisches Patent Nr. 174206. 

1868. Der Engländer Charles Wheat- 
s t o n e fertigt ein Lebensrad, dessen Bild- 
scheibe sprungweise bewegt und unmittelbar 
(ohne Schlitze und Spiegel) betrachtet wird. 1 ) 
Es blieb aber offenbar beim Versuch.") 

*) J. H. P e p p e r , Cyclopaedic Science simplified 
4. Aufl., London 1877, S. 94 u. 95. P e p p e r spricht 
von „W heatstones disc with checking and 
arresting mechanism". Nach H o p w o o d , Living 
Pictures, London 1899, S. 15, bestand der Mechanis- 
mus, den W. ,,vor 40 — 50 Jahren" anwandte, aus einem 
Schneckenrad mit „betrunkener Schraube", wie es 
später zeitweilig beim Kinematograph angewandt 
wurde (zuerst in Levisons Reihenapparat mit 
Trommel von 1888). William B. Carpenter spricht 
von diesem Lebensrad in der Zeitschrift The Student 
and intellectual Observer of Science, Literature and 
Art, Vol. II, 1869, S. 26, und zwar in einem längeren 
Aufsatz, dessen Veröffentlichung im Juliheft 1868 be- 
gann. Charles Wheatstone habe es ihm letzthin 
(lately) gezeigt. Das Lebensrad ist also voraussicht- 
lich nicht lange vor der Abfassung des Aufsatzes ent- 
standen, vielleicht 1868. Auch Carpenter erwähnt 
die sprungweise Bewegung durch eine Art Schnecke 
Die Scheibe habe eine Reihe schwarzer Figuren 
gezeigt, die einen Mann mit sich bewegenden Gliedern 
darstellen. — Für Projektionszwecke wurde in 
dien 60 er Jahren ein Lebensrad mit sprungweise 
bewegter Bildscheibe gefertigt: das Choreutoskop von 
B e a 1 e (siehe unter Projektions-Lebensrad). 

2 ) 1873 benutzte Wheatstone bei einer Vor- 
führung eine mit dem Stereoskop verbundene Wunder- 
trommel (Photogr. News 17, 541, 1873); der ruckv. 
Antrieb war dabei nicht vorhanden. — Ein schein- 
bares Anhalten des Bildes während der Betrachtung 
erreichte Coleman Seilers bei seinem Phantas- 
matrop (siehe unter 1852). 1895 bringt W. C F a r - 

43 



n u m unter der Bezeichnung Viviscope einen strcbo- 
skopischen Apparat mit endlosen Bildbändern heraus, 
die ein großer Zylinder durch Reibung periodisch Bild 
um Bild hinter einem Bildfenster mitnimmt. Brit. 
Patent Nr. 19 331, 1895; Scientific American 74, 395, 
1896; Hopwood, Living Pictures S. 41, 241, 263. 

1868. L i n e 1 1 erfindet den Taschenkine- 
matograph. 1 ) Die Bilder sind zu einem Büchel- 
chen zusammengeheftet, das abgeblättert wird. 
Nach P e p p e r (1877) war der Taschenkine- 
matograph als „Pennybook" ein Straßenarti- 
kel. 2 ) In der Folge werden vielerlei Vorrich- 
tungen ersonnen, die insbesondere bei größeren 
Bildern das geordnete Abblättern erleichtern 
sollen. 3 ) 1897 erlebte der T. K-, nunmehr mit 
photographischen Reihen, nochmals eine große 
Verbreitung durch Skladanowsky in 
Berlin. 

*) Brit. Patent Nr. 925 vom 18. 3. 1868 unter der 
Bezeichnung Kineograph; H o p w o o d , Living Pic- 
tures S. 236. Der Taschenkinematograph wurde aber- 
mals patentiert 1882 durch H. van Hoevenbergh 
(amerikan. Patent Nr. 258 164); ein zweites Patent 
Nr. 259 950 sieht die Verwendung zweier Bilderreihen 
vor. 

2 ) P e p p e r , Cyclop. Science simpl. 4. Aufl., 
London 1877, S. 95. Pepper hat diese Nachricht aber 
vielleicht schon in früheren Auflagen gebracht, in 
welchem Falle eine ältere Jahreszahl als 1877 gelten 
würde. 

3) Vgl. Hopwood, Living Pictures S. 35 ff.; 
Carl F o r c h , Der Kinematograph und das sich be- 
wegende Bild, Wien u. Leipzig 1913, S. 185 ff. Am 
weitesten verbreitet wurde C a s 1 e r s Mutoskop 
von 1894 

Das Pedemaskop, eine beiderseits mit einem 
Bild versehene Karte, die rasch um 180 Grad hin und 
her gewippt wird, wurde nach Hopwood, Living 
Pictures, S. 32, von Dr. Richard Pilkington er- 

44 



ftmcfen und ohne Angabc des Erfindungsjahres be- 
schrieben in C a s s e 1 1 s Populär Educator. 1892 
nahm T. E. B i c k 1 e auf ein solches, durch Feder- 
wirkung betätigtes Spielzeug ein britisches Patent 
Nr. 20 281. 

1869, Der schottische Physiker J. Clerk 
Maxwell stellt eine Wundertrommel mit 
einem Kranz von Konkavlinsen her, die an Stelle 
der Schauschlitze sitzen und die Bildwanderung 
optisch ausgleichen. 

Les Mondes 20, 585, 1869; H o p w o o d , Living 
Pictures S. 26; L i e s e g a n g , Wissenschaft. Kine- 
matographie S. 112. Die Brennweite der Konkav- 
linsen ist gleich dem Trommeldurchmesser, so daß 
die virtuellen Bilder in der ruhenden Trommelmitte 
liegen. Der Apparat wurde von Maxwell benutzt 
zur Veranschaulichung physikalischer Vorgänge, z. B. 
Rauchringe; er scheint nicht verbreitet worden zu 
sein. Der Kranz von Konkavlinsen wurde später 
wiederholt beim Kinematographen zum optischen 
Ausgleich benutzt. Vgl. Wiss. »Kinematogr. S. 108 ff. 

1877. Der Franzose R e y n a u d baut eine 
Wundertrommel, bei der die Bildwanderung 
durch eine darin eingebaute Spiegeltrommel 
optisch ausgeglichen wird. Der Apparat ist in 
der Folge unter der Bezeichnung Praxino- 
s k o p im Handel; in Verbindung mit einer szeni- 
schen Umrahmung geht er als Praxino- 
skop-Theater. 

Brit. Patent Nr. 4244 vom 13. 11. 1877; La Nature 
1879 I, S. 133; 1880 I, S. 147; Hopwood, Living 
Pictures S. 26 ff.; Liese gang, Wissensch. Kine- 
matographie S. 59 u. 60. Die virtuellen Bilder werden 
durch die Spiegel wie bei Maxwell in die ruhende 
Trommelmitte verlegt. 

R e y n a u d wandte das Ausgleichsprinzip auch 
auf die stroboskopische Scheibe an, indem er eine mit 
vier Bildern versehene Scheibe auf der Spitze einer 

45 



drehbaren Spiegelpyramide befestigte (,,La Toupie- 
fantoche"), La Nature 1882 I, S. 73. Auch bildete 
Reynaud sein Praxinoskop zur Projektion aus; 
siehe unter Projektions-Lebensrad. 

1877, Der amerikanische Physiker A. E. 
D o 1 b e a r macht das Lebensrad für Vor- 
führungen im Auditorium tauglich: er schickt 
durch die vorübereilenden Schlitze der rotie- 
renden Bildscheibe von rückwärts her einen 
Strahlenkegel, derart, daß die Spitze des Ke- 
gels in der Ebene der Bildscheibe liegt- Die je- 
weils durch den Schlitz fallenden divergenten 
Strahlen werden durch einen Spiegel gegen die 
Vorderfläche der Scheibe zurückgeworfen und 
so die Bilder intermittierend beleuchtet. 1 ) 

1881 beschreibt der deutsche Physiker 
E. L o m m e 1 genau die gleiche Vorrichtung. 2 ) 

1 ) A, E D o 1 b e a r , The Art of Projection, Boston 
1877, S. 141 u. 142. Der Verfasser gibt an, daß bei 
dieser Anordnung eine Bildscheibe von zwei oder 
drei Fuß Größe benutzt werden könne. Er arbeitet 
mit Sonnenlicht in Verbindung mit dem Heliostat oder 
mit Kalklicht in Verbindung mit dem Projektions- 
apparat. Das Verfahren ist sehr einfach und, zeigt die 
stroboskopischen Erscheinungen sehr wirkungsvoll 
einer größeren Hörerschaft. Die hier angewandte Art 
der intermittierenden Beleuchtung, die durch das 
Lebensrad selbst bewirkt wird, nahm 1861 S u 1 1 o n 
für die von ihm geplante stereoskopische Wunder- 
trommel in Aussicht fsiehe unter 1852). 

2 ) Carls Repertorium für Experimental-Physik 17, 
463, 1881; Liese gang, Wissensch. Kinematograph., 
Düsseldorf 1920, S. 57; dort ist das Verfahren durch 
eine perspektivische Zeichnung veranschaulicht. 

1887, Ottomar A n s c h ü tz erfindet den 
elektrischen Schnellseher (Elektrotachyskop). 
Der Apparat hatte Scheibenfgrmen; die Dia- 

4$ 



positive (auf Glas oder Folien) wurden inter- 
mittierend durch eine Geislersche Röhre be- 
leuchtet. Später wurden die Bilder auf dem 
Umfange einer rotierenden Trommel einge- 
bracht, die mehrere Bilderreihen aufnahm. 
Dieser von Siemens u. Halske, Berlin, 
1891 als Automat ausgeführte Apparat wurde er- 
folgreich an vielen Stellen vorgeführt (so auf 
der Elektrischen Ausstellung in Frankfurt a. M. 
1891, in Wien, London, auf der Chikagoer Welt- 
ausstellung 1893). 

Photographisches Wochenblatt 13, 94, 1887. 
F. Stolze berichtet hier über die Vorführung des 
elektrischen Schnellsehers im Kultusministerium zu 
Berlin. Photogr. Nachrichten 3, 399, 1891. — Bruno 
Meyer, Ueber Augenblicks- und Reihenaufnahmen, 
Sonderabdruck aus der Deutschen Photographen-Zei- 
tung Nr. 29—35, 1891, S. 4; Deutsche Photogr.-Ztg. 
1907, S. 370; Photogr. Korrespondenz 1912, S. 511; 
Photogr, Times 1896, S. 222. Ausführliche Be- 
schreibung der Apparate in David u. Scolik, Die 
Praxis der Momentphotographie, Halle a. S. 1892, 
S. 240—245. 

1890* L. Brennan nimmt ein Patent auf 
das Raster-Stroboskopverfahren: Das lebende 
Bild wird dargestellt mittels eines Gitters 
(Strichrasters) und eines dahinter verschfeb- 
baren Bildblattes, auf welchem die Bilder, in 
getrennte, schmale Parallelstreifen aufgelöst, 
derart ineinander geschachtelt sind, daß beim 
Verschieben des Blattes oder des Gitters je- 
weils nur die Elemente eines Bildes sichtbar 
werden. 

L. Brennans Brit. Patent Nr. 2623 vom 18. 2. 
1890; Hopwood, Living Pictures, London 1899, 
S. 42 u- 239. Die Erfindung scheint erst später 

47 



wertet worden zu sein, nachdem sie in einfachere 
und handlichere Form gebracht wurde. (B r e n n a n 
dachte an eine größere Ausführung mit einem Mecha- 
nismus zum Verschieben des Bildträgers.) 1905 erhielt 
E. Braun aus Southport ein britisches Patent 
Nr. 7406 auf diesen Gegenstand, nach The Opt. Lan- 
tern & Cinematogr. Journal 1, 244, 1905. Dort heißt 
es, R. B e a r d sei Inhaber eines ähnlichen Patentes, 
seine Vorrichtung sei auch zur Projektion tauglich. 
Spätere Patente über diesen Gegenstand führen an 
Eders Jahrbuch f. Photogr. u. Reproduktionsverf. für 
1915/20, Halle a. S, 1921, S. 97—99; Photogr. Industrie 
1915, S. 226; 1916, S. 584; Photo-Woche 10, Nr. 41/42, 
S. 10, 1920. A. S. S p i e g e 1 u. Rob. Glendinning, 
Chicago, nahmen 1911 das deutsche Patent Nr. 251 624 
auf die Anwendung dieses Verfahrens zur Projektion. 
In neuerer Zeit wurden lebende Bilderkarten nach 
dem Rasterverfahren unter der Bezeichnung „Moveo- 
graph. The life portrait" verbreitet, bei denen die 
Verschiebung der beweglich gegeneinander zusammen- 
geklebten Teile durch Druck auf die Bildränder ge- 
schieht; es liegt dabei ein transparentes Filmbild auf 
dem auf Papier gedruckten Raster. 



43 



C. Projektions-Lebensrad, 

1792, Nachricht über ein Schiebelaternen- 
bild, worauf nebeneinander 5 oder 6 Darstellun- 
gen einer Figur in verschiedenen Stellungen ge- 
malt sind. 1 ) Die Platte wird mit der Hand so 
durch die Laterna magica geschoben, daß 
immer ein Bild rasch an die Stelle des nächsten 
tritt, also sprungweise. Dies scheint der erste, 
höchst unvollkommene und vielleicht unbewußt 
angestellte Versuch einer stroboskopischen 
Bewegungstäuschung zu sein. 

Ein großer Fortschritt war die Beschränkung auf 
zwei Bilder, insofern, als nun die Verschiebung der 
Bildplatte in einem Rähmchen zwischen zwei An- 
schlägen geschieht und der Bildwechscl mithin sehr 
rasch und sicher vor sich geht. So ist mit diesen 
Ziehbildern tatsächlich eine stroboskopische Ik 
gungstäuschung erziclbar. Ziehbilder dieser Art, die 
eine und dieselbe Person, von vorne und hinten ge- 
sehen, darstellen, beschreibt M. Julia Fontenelle, 
Manuel de physique amüsante, Paris 1826 S. 60. 
In gleicher Weise wirken Ziehbilder mit e'nem 
feststehenden Bildteil und einem durch Verschic- 
ben auswechselbaren Bildteil. Eine weitaus voll- 
kommenere und geradezu zwingende strobosko- 
pische Bewegungstäuschung aber geben die Zieh- 
bilder mit feststehender Bildplatte und verschieb- 
barer Abdeckplatte. Das Alter dieser drei Arten 
früher sehr weit verbreiteten und heute noch im 
Handel befindlichen Zichbilder-') ist unbekannt. 
sind vielleicht während der Entwicklung der Nebel- 
bilder in England entstanden, die eine oder ander« 

4 49 



Art möglicherweise vor dem Projektionslebensrad 
(1843 bzw. 1845) oder schon vor dem Lebensrad (1832). 

*) Dictionnaire encyclopedique des amusements 
des sciences mathematiques et physiques, Paris 1792, 
S. 410. Dort heißt es: ,,On peut faire des change- 
ments avec un seul verre sur lequel on paint cinq 
ä six figures semblables, mais dans des attitudes diffe- 
rentes, afin de pouvoir substituer promptement Tun 
ä l'autre, quantite d'autres inventions qu'il est facile 
d'imaginer." Dies Schiebelaternbild mit stroboskopi- 
schen Figuren gibt das primitive Vorbild ab zu 
B e a 1 e s Choreutoskop (siehe unter 1866), bei dem 
die sprunghafte Weiterbewegung der Bildplatte durch 
einen Mechanismus erfolgt. Schiebelaternbilder mit 
mehreren Bildern nebeneinander beschreibt schon 
Athanasius Kirch er (vgl. unter A. 1671); indessen 
waren die Bilder unter sich gegenständlich ver- 
schieden. 

2 ) Die Preislisten machen zwischen den drei Arten 
der Ziehbilder, die der Kinderbelustigung dienen 
(komisch bewegliche Bilder), keinen Unterschied. Im 
ersteren Falle also haben wir auf einer verschieb- 
baren Platte nebeneinander zwei Bilder (z. B. 1. auf- 
tragender Kellner, 2. Kellner fallend), die durch Her- 
überstoßen oder Ziehen der Platte rasch gewechselt 
werden. Die zweite Art zeigt z. B. einen Mann (fest- 
stehendes Bild) mit wechselndem Gesichtsausdruck 
(Schiebeplatte mit zwei Gesichtern). Bei der dritten 
Art ist in dem feststehenden Bilde der bewegt dar- 
zustellende Gegenstand, z. B. der Arm eines häm- 
mernden Schmiedes, in den beiden Endstellungen ein- 
gemalt. Die darüber gehende Schiebeplatte deckt 
davon zuerst die eine, dann in raschem Wechsel die 
andere Stellung ab. Durch diese Art des Ziehbildes 
wurde bereits vor vielen Jahren die Erscheinung ver- 
wirklicht, welche die Psychologen erst in neuerer 
Zeit als ,,stroboskopisches Elementarphänomen" er- 
kannten und Wertheimer durch eine der Wir- 
kungsweise der Ziehbilder vollkommen entspre- 
chende Anordnung veranschaulichte (Zeitschrift für 
Psychologie 61, 168, 1912; 89, 211 und 212, 1922). — 
Die älteren beweglichen Laternbildern von Ehren- 



50 



b e r g e r und Musschenbroeck (siehe unter 
A. 1713) gehören nicht hierher; sie führten eine 
natürliche Bewegung aus, z. B. die Drehbewegung 
der Windmühle. 

1831. Michael Faraday in London de- 
monstriert die von ihm untersuchten strobo- 
skopischen Bewegungstäuschungen mittels des 
Lichtes einer Laterna magica (vgl. unter 
B. 1830 31). 

Journal of the Royal Institution of Great Britain, 
London 1, 333, 1831; The Mechanics Magazine, Lon- 
don 14, 408 409, 1831. 

1843- Der Engländer T. W. Naylor 
schlägt die Verbindung des Lebensrades mit 
der Laterna magica vor. 1 ) Seine Beschreibung 
nebst Abbildung wird (ohne Quellenangabe) in 
der Illustr. Zeitung und Dinglers Polytechn. 
Journal wiedergegeben. 2 ) 

*] The Mechanics Magazine 38, 319, 1843. Die Zu- 
schrift lautet aus Newcastle upon Tyne vom 12. 2. 
1843. Naylor sieht, entsprechend einer der Lebens- 
radanordnungen Stampfers, zwei auf gemeinsamer 
Achse befestigte Scheiben vor, eine mit den Bildern, 
die andere mit den Spalten. Die Spaltscheibe kreist 
innerhalb des Objektivs, nahe der Blendenebene. Es 
ist nur von einem Plane die Rede, über dessen Ver- 
wirklichung nichts bekannt ist. Die zum Durchpausen 
auf die Glasplatten bestimmten stroboskopischen 
Bilder hatte Naylor aber bereits ausgesucht. 

2 ) ,,Die verschwindenden und beweglichen Bilder, 
zwei neue Anwendungen der Laterna magica", Leip- 
ziger Illustrierte Zeitung 2, 314, 1841, und darauf in 
Dinglers Polytechnischem Journal 93, 24, 1844. 

Ausführliches in Liesegang, ,,Der Ursprung des 
Projektions-Lebensrades", Die Kinotechnik 2, 6, 1920. 

1845. Der österreichische Offizier Ucha- 
t i u s baut, angeregt durch den Oberst 

4 ' 51 



v. H a u s 1 a b f ein Projektions-Lebensrad mit 
Oellampe. Der Apparat entspricht dem Nay- 
1 o r sehen Entwurf. 

Franz Uchatius, k. k. österr. Artillerie-Haupt- 
mann, „Apparat zur Darstellung beweglicher Bilder 
auf der Wand", Sitzungsberichte der Akademie der 
Wissenschaften, Wien, Mathem.-physikal. Klasse 10, 
482, 1853; Eders Jahrbuch f. Photogr. usw. 1912, 
S. 287; Photo-Woche 1912, Nr. 52 (aus Neue Freie 
Presse, Wien, vom 21. 1. 1912); Alfr. v. Lenz, 
Lebensbild des Generals Uchatius, Wien 1904, 
S. 31. Ausführliches in Liesegang, „Uchatius 
und das Projektions-Lebensrad", Die Kinotechnik 2, 
252 u. 294, 1920. — Uchatius soll zuvor als Lehrer 
im Bombardierkorps das Lebensrad zur Veranschauli- 
chung von Bewegjngsvorgängen, wie Licht- u. Schall- 
wellen, benutzt haben. Die Anregung zum Bau seines 
Apparates ging möglicherweise letzten Endes zurück 
auf die Veröffentlichung des N a y 1 o r sehen Planes 
in den deutschen Zeitschriften. 

1853, Uchatius stellt ein leistungs- 
fähigeres, mit Kalklicht betriebenes Projek- 
tions-Lebensrad her, 1 ) Die Bilder sitzen kranz- 
förmig auf einer feststehenden Scheibe; jedem 
Bild ist ein Objektiv zugeordnet. Lichtquelle 
und Kondensor bewegen sich im Kreise der- 
art, daß ein Bild nach dem andern auf den 
Schirm geworfen wird. Der Wiener Optiker 
Prokesch übernimmt die handelsgemäße 
Herstellung. Den Originalapparat kauft der 
Vortragskünstler Ludwig D ö b 1 e r , der damit 
auf seinen Reisen durch Europa als erster ge- 
werbsmäßig lebende Lichtbilder vorführt. 2 ) 

*) Dieselben Quellen wie zur vorhergehenden 
Jahreszahl. — Der Apparat war gewissermaßen eine 
Umkehrung des 1864 von Ducos du Hauron 
entworfenen und 1894 von J e n k i n s gebauten Aus- 

52 



gleichapparates mit einem Kranz rotierender Objek- 
tive; vgl. auch D u b o s c q , nächstes Datum. Ucha- 
t i u s vergleicht die Wirkung mit der des Nebelbilder- 
apparates, der vermutlich die Anregung gab. Nach 
v. Lenz lieferte der Apparat 2 — 2y> m große Bilder. 

2 ) Quellen wie oben. Ferner Liesegang, ,, Lud- 
wig D ö b 1 e r , der Vorfahre der Kinounternehmer", 
Die Kinotechnik 3, 12, 1921. Döbler führte die 
Nebelbilder in Deutschland ein; vgl. unter A. 1839. 

Der französische Maler Seguin nimmt 1852 ein 
französisches Patent mit Zusatzpatenten von 1854 und 
1860 auf eine stroboskopische Projektionsvorrichtung 
(Polyorama), die gleichfalls eine Reihe feststehender 
Objektive, zu jedem Glasbilde eines, besitzt und diese 
eines nach dem andern durch einen Verschluß in 
Tätigkeit treten läßt. (J. Rosen, Le Cinemato- 
graphe, Paris o. J., S. 9 u. 10.) Von einer Ausführung 
des Gedankens verlautet nichts. 

— ? — Der Pariser Optiker D u b o s c q (vgl. 
auch unter B. 1852) baut handelsmäßig ein Pro- 
jektions-Lebensrad mit rotierender Linsen- 
scheibe. Der unzureichenden Beschreibung 
nach dreht sich vor dem Apparat-Kondensor 
die Bildscheibe sowie eine Scheibe mit vier 
bikonvexen Linsen. Es war offenbar ein 
Apparat mit optischem Ausgleich der Bild- 
wanderung. 

Einzige Quelle dazu: J. H. P e p p e r , Cyclo- 
paedic Science sirnplified, 4. Aufl., London 1877, S. 94. 
(Vermutlich auch schon in den älteren Auflagen 
enthalten.) P e p p e r nennt Duboscqs Projektions- 
Lebensrad, das mit Kalklicht betrieben wurde, ,,ein 
sehr kompliziertes Ding". 

1866? Der Ingenieur B e a 1 e aus Green- 
wich konstruiert das Choreutoskop, eine 
wirkungsvolle, stroboskopische Projektions- 
vorrichtung, die im Polytechnischen Institut zu 
London erfolgreich vorgeführt wurde. Die erste 

53 



Form besteht aus einer sprungweise gedrehten 
Metallscheibe, worin ein tanzendes Skelett in 
sechs Stellungen eingeschnitten ist; der Bild- 
wechsel wird verdeckt. Anstelle der Metall- 
scheibe wird auch eine Glasscheibe mit gemal- 
ten Bildern benutzt. Bei der gebräuchlichen 
Ausführung aber sind die Figuren nebenein- 
ander auf eine lange, durch Drehen einer 
Kurbel sprungweise weitergeschobene Glas- 
platte gemalt; der jeweilige Bildwechsel wird 
durch eine vor das Bildfenster vorspringende 
Blende verdunkelt. Diese Anordnung, für 
jeden Lichtbilderapparat passend, mit aus- 
wechselbaren Bildplatten, ist später ein 
namentlich in England bekannter Handels- 
artikel. Das Choreutoskop zeigt wahrschein- 
lich die älteste Anwendung des Einzahnrades 
in der Entwicklungsgeschichte der Kinemato- 
graphie. 

T. C. Hepworth, The Book of the Lantern, 
London 1894, S. 180; W. J. Chadwick, The Magic 
Lantern Manual, Manchester 1878, S. 110; H. V. H o p- 
w o o d , Living Pictures, London 1899, S. 20; J. H. 
P e p p e r , Cyclopaedic Science simplified, 4. Aufl., 
London 1877, S. 106. Pepper will eine, ausführliche 
Beschreibung des B e a 1 e sehen Apparates (d. h. des 
Originalapparates} in einem Buch über das Licht 
gegeben haben, das ich bisher nicht auftreiben konnte. 
Das Jahr 1866 gibt Will D a y an; vgl. The Photogr. 
Journal 64 (N. S. 48), 61, 1924; Kinotechnik 6, 111 
und 186, 1924. Der erste Apparat Beales ent- 
sprach offenbar einem später von dem Pariser Optiker 
Molteni hergestellten ,,Choreutoscope tournante" 
(H. F o u r t i e r , Les tableaux de projeetions mouve- 
mentes, Paris 1893, S. 72), welches Einzahnrad und 
sechsteiliges Malteserkreuz besaß. Beim Choreuto- 
skop mit streifenförmiger Bildplatte greift ein Ein- 

54 



zahnrad ein in einen Zahnkamm (Teil eines Malteser- 
kreuzes von unendlich großem Durchmesser). Durch 
Anhalten der Kurbel kann man jedes Bild beliebig 
lange stehen lassen, während der Wechsel zum näch- 
sten Bild sehr rasch erfolgt. 

1884 nahm der Londoner Optiker W. C. Hughes 
das brit. Pat. Nr. 13 372 (H o p w o o d, Living Pictures 
S. 238) auf eine Vorrichtung gleicher Bauart, die aber 
größere Bilder zu benutzen gestattete. (,,Giant 
Choreutoscope", vgl. Hughes' Projektionspreisliste 
von 1896, S. 93; dort S. 92 das gewöhnliche Choreuto- 
skop.) Das Instrument wurde verschiedentlich auch 
Phantoskop genannt. 

Nach L. P. Clerk, Revue d'Optique 3, 204, 1924, 
befindet sich im South Kensington-Museum zu London 
ein Projektionslebensrad von Bryant aus Man- 
chester vom Jahre 1862. 

1869. A- B. Brown nimmt ein amerikani- 
sches Patent auf ein Projektions-Lebensrad, 
bei welchem die Bildscheibe durch ein Ein- 
zahnrad sprungweise gedreht wird und eine 
vor dem Objektiv ständig kreisende Blend- 
scheibe den Wechselvorgang verdeckt. Ob 
ausgeführt, nicht bekannt. 

Amerikanisches Patent Nr. 93 594 vom Aug. 1869; 
The Photographic Times (New York) 28, 222 u. 450, 
1896; Hopwood, Living Pictures S. 21 u. 46. Die 
Bildscheibe sitzt nicht, wie beim Choreutoskop, auf 
der Achse des Sperrades, vielmehr treibt letzteres 
durch Zahnradübersetzung ein besonderes Rad an, 
worauf die Bildscheibe auswechselbar eingesetzt wird. 
Die Anordnung der Blendscheibe beim Objektiv ist 
ein Fortschritt, behindert aber die Anwendung eines 
solchen Lebensrades im gewöhnlichen Lichtbilder- 
apparat. 

1870- Henry R. H e y 1 in Philadelphia baut 
ein Projektions-Lebensrad, dessen Bildscheibe, 
18 Bilder fassend, mittels Schaltklinke von 
Hand sprungweise bewegt wird. Hin- und her- 

55 



gehender Verschluß hinter der Bildplatte. Dies 
,,Phantasmatrop" erlebte zwei öffentliche Vor- 
führungen. 

H. R. H e y 1 , „Contribution to the history of the 
art of photographing living subjects in motion, and 
reproducing the natural movements by the lantern", 
Journal of the Franklin Institute 145, 310, 1898 I. 
Hey ls Bilder wurden auf photographischem Wege 
durch Zeitbelichtungen gewonnen; sie stellten Tänzer 
und Turner dar. 

1871, T. R o ß gibt eine praktische Form 
des Projektions-Lebensrades an, die, in jeden 
Lichtbilderapparat passend, in der Folge weit 
verbreitete Handelsware wird. Das Instrument 
beruht auf Plateaus anorthoskopischem 
Lebensrad (vgl- unter B. 1849). 

Roß erhielt auf die Vorrichtung das britische 
Patent Nr. 2685 vom 10. Okt 1871 (Hopwood, 
Living Pictures S. 19 u. 237). Die Blendscheibe hat 
nur einen Schlitz und läuft mit entsprechend größerer 
Geschwindigkeit entgegen der ständig rotierenden 
Bildscheibe. Die damaligen Anpreisungen heben 
hervor, daß dies Lebensrad die Figuren infolge des 
schnellen Laufes der Spaltscheibe unverzerrt zeige, 
während ältere Vorrichtungen (da die Blendscheibe 
mehrere Spalte enthielt und demgemäß langsamer 
lief; Plateau hatte daher auch seine Figuren verzerrt 
gezeichnet) die Figuren verzeichneten, zudem deren 
Zahl verdoppelten und stark flimmerten. Vgl. T. J. 
Middletons Illustr. Catalogue of Magic Lanterns 
etc., London 1874, S. 64; Verzeichnis der Projektions- 
Apparate und Nebelbilder-Apparate aus der Manu- 
factur Ed. Liesegang in Düsseldorf, Okt. 1873; 
E. Stöhrer, Die Projektion physikalischer Experi- 
mente, Leipzig 1876, S. 48. 

In La Nature, Paris 1882 II, S. 64, wird irrtümlich 
der Pariser Optiker M o 1 1 e n i als Konstrukteur 
angegeben; desgl. bezeichnet ihn H. Fourtier (Les 
tableaux de projections mouvementes, Paris 1893, 

56 



S. 70) als Erfinder um 1882. H a s s a c k und Rosen- 
berg, Die Projektionsapparate, Wien u. Leipzig 
1907, S. 289, schreiben das Instrument irrtümlich 
W e i n h o 1 d zu. 

1892 benutzte D e m e n y diese Anordnung in 
größerem Maßstab (große Scheibe mit einem Kranz 
von Diapositiven) zur stroboskopischen Projektion 
seiner Reihenaufnahmen sprechender Personen (vgl. 
unter R 1891). 

1882, Reynaud verbindet sein Praxino- 
skop (eine Wundertrommel mit optischem Aus- 
gleich; vgl, unter B. 1877) mit dem Projektions- 
apparat zum ,, Projektions- Praxino- 

skop", 

Gaston Tissandiers ,»Le Praxinoscope de 
protection", La Nature, Paris 1882 II, S. 357. Die auf 
Glasplatten gemalten Bilder sind durch Stoffstücke 
zu einem Kranz verbunden, der in das Praxinoskop 
eingelegt wird. Ein zweiter Projektionsapparat gibt 
zu den lebenden Figuren eine szenische Umrahmung. 
Nach Tissandier lieferte der Apparat „mit tincr 
gewöhnlichen Moderateurlampe gut beleuchtete Bilder 
von eigenartiger Wirkung". 

1888- Reynaud baut sein Projektions- 
Praxinoskop zur Verwendung von Bildbändern 
aus. 

Siehe weiteres hierüber unter F. 1888. 



57 



D. Photographie 

Es sind hier nur die hauptsächlichsten Daten 
aufgenommen unter besonderer Berücksichti- 
gung derjenigen Ereignisse, die für die Projek- 
tionskunst und Kinematographie von Belang 
sind. Für eingehendere Studien sei empfohlen 
das bekannte Werk J. M. E d e r , Geschichte 
der Photographie, 3. Auflage, Halle a. S. 1905, 
auf das im folgenden wiederholt verwiesen ist. 

Ferner siehe Liesegang, „Die Geschichte des 
Filmes" in Die Filmtechnik 1, 192, 221, 256, 1925. 

1822, Nicephore N i e p c e in Chalons s/S ge- 
lingt es, unter der Einwirkung des Lichtes ge- 
wonnene Bildeindrücke zu fixieren und damit, 
wenn auch in höchst unvollkommener Weise, 
das Problem der Photographie zu lösen. 

Dies geht hervor aus Briefen, die Niepce an 
seinen Bruder gerichtet hat und die veröffentlicht 
sind in Victor Fouque, La verite sur les inven- 
tions de la Photographie, Chalons-sur-Saöne 1867. 

1837. Der Pariser Maler Daguerre, der 
sich 1829 mit Niepce verband und dessen Ar- 
beiten fortsetzte, entdeckt ein brauchbares 
photographisches Verfahren, die Daguerrotypie. 
Silberplatten werden durch Jodierung lichtemp- 
findlich gemacht, nach der Belichtung mittels 
Quecksilberdämpfen entwickelt und durch 
unterschwefligsaures Natron fixiert. Diese Er- 

58 



findung wird am 19. August 1839 durch A r a g o 
bekanntgegeben. 

Vgl. Eder, Geschichte der Photographie, 3. Aufl., 
Halle a. S. 1905, S. 169, 181, 198. — Daguerre, 
Historique et description des procedes du Daguerro- 
iype et du Diorama, Paris 1839. 

1839. Der Engländer Fox T a 1 b o t , seit 
1834 mit dem gleichen Problem beschäftigt, ver- 
öffentlicht sein Verfahren, Bilder auf Papier zu 
kopieren, und bildet in der Folge ein Negativ- 
verfahren auf transparent gemachtem Papier 
aus, das mit Jodkalium und Silbernitrat getränkt 
ist und nach erfolgter Belichtung mit Gallus- 
säure entwickelt wird (Kalotypie oder Talbo- 
typie; 1841 in England patentiert). Dies Nega- 
tivverfahren wird später von anderen ver- 
bessert, namentlich durch Blanquard 
Evrard (1847). 

Vgl. J. M. E d e r , Geschichte . . . S. 237 ff. 

1840. Der Mathematiker und Physiker Jo- 
seph P e t z v a 1 in Wien berechnet das nach 
ihm benannte Porträtobjektiv, das im gleichen 
Jahre von der dortigen optischen Anstalt 
Voigtländer ausgeführt wird. Das Objek- 
tiv erweist sich auch für Projektionszwecke als 
sehr geeignet und wird mit der Zeit das am 
meisten angewandte Projektionsobjektiv. 

Eder, Geschichte... S. 220 ff.; Eder, Die 
photographischen Objektive, 3. Aufl., Halle a. S. 1911, 
S. 18; M. von Rohr, Theorie und Geschichte des 
photographischen Objektivs, Berlin 1899, S. 248. 

1847. Niepce de St. Victor erfindet 
die Photographie auf Glasplatten, indem er 
beim Talbotschen Negativverfahren das 

59 



gewachste Papier unter Verwendung von Ei- 
weiß als Bindemittel durch Glasplatten ersetzt, 

Eder, Geschichte . . .S. 257 ff. 

1848. Die Gebr. Langenheim in Phila- 
delphia stellen Glasdiapositive für den Bild- 
werfer her und verwenden sie 1849 erstmalig 
bei einer öffentlichen Lichtbildervorführung. 
Die in den Handel gebrachten „Hyalotypien" 
werden durch die Londoner Weltausstellung 
1851 in Europa bekannt. \ 

Ausführliches und Quellen in Liesegang, 70 
Jahre photographische Laternbilder. Photogr. Indu- 
strie 1918 S. 410. Siehe auch M. von Rohr, Zur 
früheren Entwicklungsgeschichte der Zauberlaterne. 
Zeitschrift d. Deutschen Gesellschaft f. Mechanik u. 
Optik 1919 S. 63. 

1851- Der Engländer Fred. Scott Archer 
führt das nasse Kollodiumverfahren ein, bei 
welchem das Eiweiß des Talbot-Niepce- 
sehen Verfahrens durch Kollodium ersetzt ist. 
Ein Jahr zuvor hatte unabhängig davon bereits 
Legray in Paris bemerkenswerte Versuche 
in dieser Hinsicht gemacht; dieser brachte 1851 
auch ein Kollodium-Negativpapier heraus. 
Eder, Geschichte . . . S. 261 ff. 

1854- Maurice Lespiault 1 ) in Paris be- 
schreibt eine Rollkassette, in der ein Stoffband 
mit darangehefteten lichtempfindlichen Papier- 
blättern läuft. 1855 bringt R e 1 a n d i n 2 ) eine 
solche Kassette in den Handel. 1856 klebt 
M e 1 h u i s h 3 ) die Negativpapierblätter zu 
einem Bande zusammen, das er in der Roll- 
kassette verwendet. 

60 



J ) La Lumiere 4, 120, 1854; Cosmos 6, 709, 1855. — 

2 ) La Lumiere 6, 188, 1856; Bulletin de la Societe 

frang. de Photographie 5, 39. 1859. — 3 ) Journal of 

the Photogr. Society 3, 28, 1856. 

1866, S t e i n h e i 1 in München bringt das 

von ihm berechnete Aplanat-Objektiv heraus. 

E d e r , Die photogr. Objektive S. 52; \\ Rohr, 

Theorie und Geschichte d. photogr. Objektivs S. 210. 

1871. Der englische Arzt M a d d o x stellt 
als erster gelungene Bromsilbergelatine- 
Trockenplatten her, veranlaßt durch das damals 
zur Blüte gelangende Bromsilberkollodium. Die 
Gelatine-Trockenplatten verdrängten im Laufe 
der nächsten zehn Jahre das nasse Verfahren. 
Um deren Verbesserung machten sich besonders 
verdient Benett, van Monckhoven, 
Eder, Abney, Vogel. 

E d e r , Geschichte . . . S. 295 ff. Die Gelatine- 
emulsion wurde erstmalig in den Handel gebracht 
durch den Engländer Bürge ss 1873 (Eder S. 297). 

1875. Der Engländer Warnerke 1 ) stellt 
fabrikmäßig Negativpapier her zur Verwendung 
in einer von ihm konstruierten Rollkassette, das 
er in der Folge noch verbessert, ohne indessen 
einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen. 
Viele andere bringen ähnliches Negativmaterial 
heraus, sowohl unter Anwendung von trans- 
parentem Papier als auch von abziehbaren 
Häuten aus gehärteter Gelatine und Kollodium. 
Zu nennen sind besonders S t e b b i n 
Paris"), Morgan & Kidd, London 1 ), 
F. Wilde 1 ), Balagny"'), dessen Negativ- 
/ papier M a r e y für seine ersten Reihenaufnah- 
men in der Kamera benutzte'); endlich 1885 
Eastman in Rochester 7 ). 

61 



*) Photographic News 19, 303, 559, 1875; 20, 
390, 395, 1876; 25, 63, 1881; Photographisches Archiv 
16, 130, 1875; Photogr. Wochenblatt 7, 63, 183, 1881. 
— -) British Journal of Photography 26, 1879; 29, 
54, 1882; 30, 572, 1883; 35, 30, 1884; Bulletin Societe 
franc. Photogr. 24, 91, 1878; 27, 177, 210, 1881; 29, 
200, 1883. — 3 ) Brit. Patent Nr. 2781 von 1882; 
Eders Jahrbuch f. Photogr. 1887, S. 300. — 4 ) Pho- 
togr. Korrespondenz 20, 162, 1883; Photogr. Wochen- 
blatt 9, 215, 1883. — 5 ) Phot. Korresp. 22, 192, 1885; 
Moniteur de la Photographie 25, 9, 20, 60, 63, 1886; 
Photogr. Wochenbl. 12, 354, 362, 1886. Das Ba- 
1 a g n y sehe Negativpapier wurde fabriziert von den 
Gebr. Lumiere in Lyon (Phot. Wochenbl. 13, 67, 
1887). — 6 ) Conferences publiques sur la Photogra- 
phie, Paris 1893, Seance 18, S. 22; Bulletin Soc. 
franc. Phot. 34, 331, 1890. — 7 ) Phot. Archiv 26, 290, 
1885; 27, 49, 1886; Eders Jahrbuch 1887, S. 119, 300. 

1881- D a v i d in Paris und nach ihm For- 
tier benutzen Zelluloidfolien als Negativ- 
träger 1 ). 1888 bringt C a r b u 1 1 in Philadelphia 
Zelluloid-Negativfolien (flexible films) als Ersatz 
für Glasplatten in den Handel 2 ). 

!) Bulletin Soc. franc. Potogr. 27, 74, 93, 322, 1881; 
29, 184, 1883; Moniteur de la Photogr. 20, 1881. — 
2 ) Journal of the Franklin Institute 96, 478, 1888. 

1889. Eastman in Rochester beginnt mit 
der Fabrikation von lichtempfindlichen Zellu- 
loidfilmbändern 1 ). Um die gleiche Zeit werden 
solche Filmbänder von der Blair Co gefertigt, 
deren Betrieb später von der Eastman Ge- 
sellschaft übernommen wird 2 ). — 1887 hatte der 
amerikanische Geistliche Hannibal G o o d w i n 
auf ein Verfahren zur Herstellung von Zelluloid- 
bändern ein amerikanisches Patent angemeldet, 
das erst 1898 erteilt wurde. In dem Prozeß 
gegen Eastman (vgl. dessen D.R.Pat. 54214 

62 



u. 57267 von 1889) wurden mehrere Ansprüche 
des inzwischen verstorbenen G o o d w i n als zu 
Recht bestehend anerkannt 3 ). 

l ) Vgl. Eder, Geschichte . . . S. 300; Eder 
Handbuch Bd. 3, S. 586. — 2 ) The Moving Picture 
News 2, 1909, Nr. 51, S. 6. — 3 ) E d e r s Jahrbuch 
1914, S. 155; Photogr. Industrie 1914, S. 469. 

1890. Der von Rudolph 1 ) berechnete 
Anastigmat (Zeiß-Protar) tritt auf und eröffnet 
der Lichtbildoptik eine neue Aera. Vorläufer 
in der Berechnung von Anastigmaten sind 
Schroeder 1 ] (1887) und M i e t h e 3 ) (1888), 
ja schon Ende der 50er Jahre Petzval 4 ). 

i) Eder, Die phot. Objektive S. 128; von 
Rohr, Theorie u. Gesch. phot. Obj. S. 358. — 
2 ) von Rohr, Theorie u. Gesch. S. 234, 348; Hugo 
Schroeder, Die Elemente d. phot. Optik, Berlin 
1891. — 3 ) von Rohr, Theorie u. Gesch. S. 352. 
— 4 ) Eders Jahrbuch 1911, S. 271. M. von 
Rohr veröffentlicht hier diese unbekannt gebliebene 
Arbeit P e t z v a 1 s. 



63 



E. Anfänge 
der Reihenphotographie 

1849* Plateau macht, einer Anregung 
Wheatstones folgend, den Vorschlag, die 
Bilder für das Lebensrad photographisch her- 
zustellen und zwar in Verbindung mit dem Ste- 
reoskop. 

Bulletin de Tacademie de Bruxelles 16, II, 30 — 39, 
1849; Poggendorffs Annalen der Physik und 
Chemie 80, 150—157, 1850; Philosophical Magazine 
4. Ser. 1, 531—536, 1851; Die Kinotechnik 2, 79, 1920. 

1852. Claudet 1 ), Wenham 2 ) und 
Wheatstone 3 ) in England, Dubosq 4 in 
Paris, in der Folge noch andere, bemühen sich, 
den Vorschlag Plateaus zu verwirklichen 
(vergl. unter B. 1852). Claudet benutzt da- 
zu bereits 1852 Drehkassetten für vier 
Aufnahmen 5 ) ; Robertson fertigt sich 1860 
eine solche für acht Aufnahmen 6 ). Aber man 
blieb einstweilen auf Zeitaufnahmen künstlich 
gestellter Bewegungsphasen angewiesen. 
Irvings Plan 7 ) wissenschaftlicher Reihenauf- 
nahmen (gegen 1856) war unausführbar. Auch 
die Schnellfeuerkameras der 60er Jahre (vergl. 
die nächsten Nummern) waren nichts nutze. 
Noch H e y 1 (vergl. unter C. 1870) mußte sich 
mit gestellten Aufnahmen begnügen. 

64 



1 ) La Lumiere 2, 88, 1852; Cosmos, Revue encyclop. 
hebdom. 2, 40, 1853; British Journal of Photography 
12, 475, 1865; Photogr. Notes 10, 274, 1865; Photogr. 
Archiv 6, 365, 1865. 

2 ) H. V. H o p w o o d , Living Pictures, London 1899, 

5. 45 und 227. 

3 ) La Lumiere 2, 88, 1852. 

4 ) Cosmos, Revue encycl. hebd. 1, 703, 1852; H. de 
la "Blanchere, Monographie du Stereoscope, Paris 
(o. J.), S. 48; Revue Photographique 1858, S. 27; 
Kreutzers Ztschr. f. Fotogr. u. Stereoskopie 5, 154, 
1862. 

5 ) Cosmos 1, 543, 1852; 2, 40, 1853; La Lumiere 
2, 177, 1853. 

6 ) Brit. Journal of Phot. 7, 136, 1860; Phot. Notes 

6, 64, 1861; Kreutzers Ztschr. f. Fot. u. Stereosk. 1, 
267, 1860. — Archibald Robertson, Schatzmeister 
d. Phot. Ges. Glasgow, wurde dazu angeregt durch 
eine aus Amerika erhaltene, aus acht Bildern beste- 
hende Lebensradaufnahme. 

7 ) Brit. Journal of Phot. 12, 492, 1865. Nach einer 
Mitteilung des Photographen J. W. R a m s d e n 
wurde dieser von dem Arzt Dr. Irving aus Leeds 
aufgefordert, ihm bei der Anfertigung von Reihen- 
aufnahmen zu helfen. Er wollte Pferderennen und 
Ringkämpfe aufgenommen haben mit 60 Belichtungen 
in der Minute; aber auch (was ausführbar gewesen 
wäre) das Wachstum der Pflanzen in den verschie- 
denen Stadien. 

Ausführlicheres zu diesem Abschnitt in Liese- 
gang, Die Anfänge der stereoskopischen Kinemato- 
graphie, Die Kinotechnik 2, 79, 139, 175 u. 213, 1920. 

1860 61. Der Engländer Thomas S u t t o n 
veröffentlicht den Gedanken zu einer Reihen- 
kamera, die mittels einer großen Zahl von Ob- 
jektiven (z. B. 20) und einer rotierenden Ver- 
schlußscheibe mit gegeneinander versetzten 
Oeffnungen auf eine große Platte rasch nach- 

5 65 



einander eine Reihe kleiner Aufnahmen machen 
soll. Es ist dies der erste uns bekannt gewor- 
dene Plan zu einer Sonderkamera für Reihen- 
aufnahmen. 

Photographic Notes 5, 318, 1860; 6, 2, 1861. Die 
Aufnahmen sollten dienen für S u 1 1 o n s Wunder- 
trommel (Stereotrop). Ueber eine Ausführung der 
Kamera verlautet nichts; der Plan blieb unbeachtet. 
Einen ähnlichen Gedanken verfolgten 1863 B o n e 1 1 i 
(Bulletin Soc. franc. Photogr. 13, 201, 1867) und darauf 
Ducos du Hauron (vgl. ifnter 1864). 

Das Vorbild zu Suttons Kamera gaben Appa- 
rate mit einer Anzahl von Objektiven, die zur gleich- 
zeitigen Aufnahme einer Reihe kleiner Bilder einer 
Person dienten; solche waren seit 1860 im Handel 
und wurden besonders unter der Bezeichnung Dia- 
mant-Cameo-Cameras vertrieben [La Lumiere 10, 37, 
1860; Kreutzers Ztschr. f. Fot. u. Stereosk. 1, 96, 
1860; Brit. Jour. Phot. 7, 352, 1860; Phot. Notes 6, 
78, 1861; 10, 32, 34 u. 122, 1865; Preislisten der Firma 
Ed. Liesegang (damals Elberfeld) aus den 60 er 
Jahren], nachdem Qu in et in Paris bereits 1854 eine 
derartige Kamera (Q'uinetoscope) hergestellt hatte 
(Bull Soc. fran. Phot, 6, 33, 34 u. 58, 1860; Kreutzers 
Ztschr. f. Fot. u. Stereosk. 1, 39, 1860). 1867 benutzt 
Ch. Johnson eine solche Kamera zur Herstellung 
von acht Bildern für das Lebensrad; Brit. Journ. Phot. 
14, 621, 1867. 

1861- H. D u m o n t in Paris fertigt eine 
Reihenkamera, bei der 12 Platten rasch nach- 
einander mittels einer zylindrischen oder pris- 
matischen Trommel in die Belichtungsstelle ge* 
bracht und durch einen in Verbindung damit 
betriebenen Verschluß belichtet werden. Dies 
scheint der erste wirklich ausgeführte Apparat 
zu sein, der eine einigermaßen rasche Folge von 
Aufnahmen gestatten sollte. 

66 



D u m o n t -legte die Kamera am 17. Januar 1862 
der Franz. Photogr. Gesellschaft vor. Bull. Soc. franc. 
Phot. 8, 34, 1862. Die Beschreibung besagt nicht, ob 
die Platten sprungweise bewegt und an der Belich- 
tungsstelle angehalten wurden. Auch wird über Auf- 
nahme-Ergebnisse nichts mitgeteilt. Dumonts 
Patente (Franz. Pat. vom 2. Mai 1861; vgl. J. Rosen, 
Le Cinematographe, Paris, o. J., S. 12. Brit. Pat. 
Nr. 1467 vom 8. Juni 1861; H o p w o o d , Living 
Pictures, London 1899, S. 45 u. 236) sahen noch zwei 
andere Arten der Plattenwechslung vor; eine Kassette 
mit nebeneinander angeordneten Platten,, die ,,par 
intermittence" (mit Unterbrechung), also wohl sprung- 
weise, verschoben wird; ferner ein bewegliches 
Magazin mit hintereinander stehenden Platten, die 
nach der Belichtung in ein unteres Magazin fielen. 
Diese Anordnung findet sich wieder im brit. Patent 
Nr. 4344 vom 9. Nov. 1876 von W. Donisthorpc 
(H o p w o o d , Liv. Pict. S. 237). — Georges P o - 
tonniee gibt in seiner ..Histoire de la decouvertc 
de la Photographie". Paris 1925 S. 301 eine Abbildung 
(Fig. 89) des „Phenakistiscope stereoscopique" von 
Dumont 1862 aus der Sammlung der Französ. Pho- 
togr. Gesellsch. zu Paris. 

1864. Du cos du Hauron meldet auf 
bemerkenswerte Apparate zur Reihenphoto- 
graphie ein französisches Patent an, das aber 
nicht veröffentlicht wurde. Das Hauptpatent 
beschreibt eine Kamera mit großer Platte und 
einer Reihe nebeneinander angeordneter Objek- 
tive, die durch einen Rouleauverschluß mit ge- 
geneinander versetzten Oeffnungen nachein- 
ander zur Belichtung freigegeben werden (vergl. 
Suttons Plan von 1860 61). Eine zweite 
ebensolche Kamera setzt die Aufnahme un- 
mittelbar fort, während zur etwaigen weiteren 
Fortsetzung die Platte der ersten Kamera ge- 
wechselt wird. Das Zusatzpatent betrifft 

5* 67 



eine Kamera mit gleichförmig laufendem 
Negativband und einer Scheibe (oder Kette) 
mit einem Kranz von Objektiven, die zur Er- 
zielung des optischen Ausgleiches derart rotiert, 
daß Objektiv »um Objektiv den Film ein Stück- 
chen begleitet. Diese Anordung sollte auch zur 
Projektion der gewonnenen Reihenaufnahmen 
dienen. (VergL unter C. nach 1853 und unter 
F. 1894.) Zur Ausführung ist es nicht gekommen. 
Das 'franz. Hauptpatent Nr. 61976 vom 1. März 
1864 hat den Titel „Appareil destine ä reproduire 
photographiquement une scene quelconque avec 
toutes les transformations quelle a subies pendant 
un temps determine". Das Zusatzpatent ist vom 
3. Dez. 1864 und wurde bewilligt am 20. Jan. 1865. 
Ausführlicheres in Liesegang, M Ducos du 
Hauron", Photogr. Industrie 1915, S. 330; Kinotechnik 
2, 412, 1920. Siehe ferner Rosen, Le Cinemato- 
graphe, Paris c. J. t S. 14. — Du cos du Hauron 
griff seinen Plan 1896 wieder auf und nahm am 
29. Aug. das franz. Patent Nr. 259 399 auf Anord- 
nungen mit rotierender Linsentrommel (damals aber 
schon ausgeführt durch J e n k i n s). 

1867- Humbert deMolard konstruiert 
einen Rouleauverschluß für Reihenkameras mit 
mehreren Objektiven, den er der Franz. Pho- 
togr. Gesellschaft am 1. 3. 1867 vorlegt. 

Bulletin Soc. franc. Phot. 13, 62, 1867; Brit. Journ. 
Phot. 14, 136, 1867. Der Gedanke findet sich schon 
1860/61 bei 'Sutton und 1864 bei D u c o s du 
H a u r o n. 

1867. Cook berichtet der Franz. Photogr. 
Gesellschaft in Paris über eine von ihm aus- 
geführte Reihenkamera mit einem Objektiv. 

Bulletin Soc. franc. Phot. 13, 201, 1867; Sitzung vom 
2. Aug. 1867. Die Kamera, mit einer ,,wohl aus- 
gedachten Anordnung von ineinander greifenden 

68 



Rädern" arbeitend, nahm die Belichtungen wahr- 
scheinlich auf eine Platte auf, die sprungweise ge- 
dreht wurde. Die erzielten Aufnahmen, von denen 
für die Wiedergabeversuche (mit dem von B o n e 1 1 i 
ausgearbeiteten Lebensrad „Photobioskop"; Brit. Pat. 
Nr. 1588 vom 12. 6. 1865, nach Brit. Journ. Phot. 12, 
322, 1865) Positive angefertigt wurden, ließen in 
photographischer Hinsicht viel zu wünschen übrig. 
Es war die Herstellung stereoskopischer Aufnahmen 
vorgesehen. 



69 



F. Entwicklung 
zum Kinematographen 

1874- Der französische Astronom Jules 
Janssen konstruiert den photographischen 
Revolver 1 ), der, durch ein Uhrwerk betrieben, 
48 Aufnahmen in regelmäßigen Zeitabständen 
auf eine ringförmige Platte aufzunehmen ge- 
stattet. Er hält mit dem Apparat den Vorüber- 
gang der Venus vor der Sonne in einer Reihe 
von Momenten fest, in Zeitabständen von je 
einer Sekunde. Die sprungweise Bewegung der 
Platte geschieht durch ein Stiftrad. Auch zwei 
englische astronomische Expeditionen zur Beob- 
achtung des Venusdurchganges benutzen nach 
Janssens Vorschlag eingerichtete Apparate 
für 50 bzw. 60 Aufnahmen 2 ). Janssen wies 
auf die Verwendbarkeit seines Revolvers für 
Bewegungsaufnahmen von Menschen und Tieren 
hin, aber auch auf die Schwierigkeiten bei kur- 
zen Zeitintervallen 3 ) (vergl. 1882 Marey). 

*) Bulletin de la societe de Photographie 20, 197, 
1874; 21, 28, 1875; 22, 99, 1876. Moniteur de la Photo- 
graphie 13, 109, 1874. Paris photographe 1, 50, 1891. 
Der Kinematograph 1908 Nr. 101. Liesegang, 
Wissenschaftl. Kinematographie, Düsseldorf 1920^S. 26. 
2 ) Bulletin soc. franc. phot. 20, 15 und 197, 1874; 22, 
103, 1876. Photogr. News 18, 448 u. 594, 1874; 19, 21 
u. 161, 1875; 20, 376, 1876. a ) Bulletin soc. franc. phot. 
22, 105, 1876. 

70 



1877, Eadweard Muybridge in Kalifor- 
nien macht als erster Reihenaufnahmen 
laufender Tier e 1 ). Er benutzt dazu eine 
Batterie von 24 Kameras. Quer über die Bahn 
sind 24 Fäden gespannt, die das Tier zerreißt, 
um damit die Verschlüsse nacheinander auszu- 
lösen. Späterhin wird auch eine selbsttätige 
Auslösevorrichtung (Uhrwerk mit Kontakt- 
scheibe) angewandt, die sich auf bestimmte Zeit- 
intervalle einstellen läßt 2 ). Muybridge 
setzte seine Arbeiten bis 1885 fort und gab ein 
großes Sammelwerk heraus 3 ). Er benutzte die 
Bilder auch für das Lebensrad 4 ) und das Pro- 
jektions-Lebensrad. Projektionsvorführung mit 
seinem „Zoopraxiskop" zuerst 1879 5 ) in San 
Francisco, später auch in London, Paris, Berlin'). 

*) Photographic Times 12, 237, 1882; dort Wieder- 
gabe eines Vortrags von Muybridge. Phot. Ti- 
mes 28, 222, 1896. Photogr. News 26, 129, 173, 373, 
1882. Brit. Journal of Photogr. 28, 337, 1881. Phot. 
Mitteilungen 16, 6, 82, 136, 257, 1880. Philadelphia 
Photographer 20, 78, 1883. Außer der großen Batterie 
benutzte Muybridge noch kleinere Batterien für 
Aufnahmen von vorn und hinten. -) Photogr. Archiv 
27, 39, 1886. Brit. Journ. Phot. 36, 826, 1889. Muy- 
bridge, Descriptive Zoopraxography, Philadelphia 
1893 S. 20. 3 ) Muybridge, Animal Locomotion 
(11 Bände), Philadelphia 1887; Auszug daraus: Animals 
in Motion, London 1912 (ein Exemplar befindet sich in 
der Düsseldorfer Kunstakademie). Deutsche Photogr. 
Zeitung 21, 251, 1891. Phot. Nachrichten 3, 371, 1891. 
4 ) Photogr. Times 12, 424, 1882. Nach dieser Quelle 
stellte M. auch Reihenbilder auf Papierstreifen für die 
Wundertrommel (Zootrop) her. *) Muybridge, 
The Human figure in motion, London 1904 S. 7. 
6 ) Phot. News 26, 17. März 1882. Phot. Wochenblatt 
8, 108, 1882. Laterna Magica 4, 23, 1882; 5, 36, 1883. 
Muybridge, Descriptive Zoopraxography, Phila- 

71 



delphia 1893 S. 6 iL 7. Phot. Times 28, 449, 1896. 
Deutsche Phot. Zeitg. 21, 92 u. 250, 1891. Phot. Nach- 
richten 3, 188, 244, 251, 371, 1891. Hop wo od, Li- 
ving Pictures, London 1899 S. 91. 

1882, Der französische Physiologe Etienne 
Jules M a r e y konstruiert, angeregt durch 
Muybridges Arbeiten, zur Reihenaufnahme 
des Vogelflugs die photographische 
F 1 i n t e 1 ), zu der als Vorbild Janssens pho- 
tographischer Revolver von 1874 diente. Es 
konnten innerhalb einer Sekunde 12 Aufnahmen 
auf eine Platte gemacht werden, die durch ein 
Uhrwerk mit Sperrvorrichtung periodisch um 
ein Stück weitergedreht wurde. Die Aufnahmen 
befriedigten nicht, da sie zu klein waren (1 qcm) 
und zu wenige Phasen wiedergaben. Auch spä- 
tere Verbesserungsversuche waren nicht erfolg- 
reich 2 ). 

*) La Nature 10, 326, 1882 I. Bulletin soc. franc. 
phot. 28, 127 u. 195, 1882. Comptes rendus acad. Pa- 
ris 94, 683 u. 823, 1882. Phot. Archiv 25, 79, 1884. 
Marey, Developpement de la methode graphique 
par l'emploie de la Photographie, Paris 1885 S. 15. 
2 ) Moniteur de la photogr. 21, 69, 1882. Marey, 
Developpement ... S. 17. Marey verdoppelte die 
Zahl der Bilder auf 24 in der Sekunde. 

Nach dem Prinzip des photogr. Revolvers baute 
Demeny, Mareys Mitarbeiter, um 1897 ver- 
suchsweise einen zur Reihenaufnahme und Projektion 
dienenden Apparat mit einer Bildscheibe von 20 cm 
Durchmesser. Demeny, Les origines du cinema- 
tographe, Paris o. J., S. 23. 

1882. Marey führt das Verfahren der 
Reihenphotographie durch Mehr- 
fach b e 1 i c h t u n g auf eine fest- 
stehendePlatte ein, bildet es in der Folge 

72 



weiter aus und verwendet es erfolgreich zur 
Analyse der Bewegungsvorgänge an Menschen 
und Tieren 1 ). 

Dies Verfahren wird, wesentlich vervoll- 
kommnet 1891 von Braune und Fischer 2 ) 
in Leipzig zu ihrer klassischen Arbeit über den 
Gang des Menschen benutzt; 1896 von C o m t e 
und R e g n a u 1 1 3 ) für die Marschbewegung, 
1916 von D u d a 4 ) für Geschoßaufnahmen, end- 
lich von G i 1 b r e t h 5 ) für Bewegungsstudien. 

M a r e y verteilte bei langsam bewegten 
Objekten, um Ueberdeckungen zu vermeiden, 
die Bilder mittels eines bewegten Spiegels über 
die Platte"). 1903 machte v. Lendenfeld in 
dieser Weise Reihenaufnahmen fliegender In- 
sekten unter Anwendung zweier Spiegel 7 ). 

*) Comptes rendus acad. Paris 94, 1013, 1882; 96, 
1827 u. 1399, 1883. Bulletin soc. franc. phot. 28, 182, 
193 u. 225, 1882. Moniteur de la photogr. 21, 106, 107 
u. 129, 1882; 25, 153, 1886; 26, 150, 1887. La Nature 
11, 226 u. 275, 1883 IL Photogr. Archiv 25, 2, 1884; 
27, 169 u. 174, 1886. 2 ) Abhandl. d. sächs. Akad. d. 
Wissensch., mathem. physik. Klasse 17, 75, 1891. 
Liesegang, Wissensch. Kinematographie, Ddf. 1920 
S. 18 u. 43. 3 ) Comptes rend. acad. Paris 122, 401, 
1896. Archives de Physiologie 8 (5 ser. 28. Jahrg.), 
381, 1896. 4 ) Phot. Korrespondenz 53, 185, 1916. Phot. 
Rundschau 1916 S. 193. 5 ) Gilbreth-Colin- 
R o s s , Das ABC d. wissensch. Betriebsführung, Bcr- 
lin 1917 S. 4 ff. r >) Bulletin associat. beige phot. 15, 
659, 1888. Marey.Le Mouvement, Paris 1894 S. 215. 
Marey, Le vol des oiseaux, Paris 1S90 S. 152. 
7 ) Biologisches Zentralblatt 23, 227, 1903. Liese- 
gang, Wissensch. Kinem. S. 21. 

1883. Der französische Arzt Albert Londe 1 ) 
konstruiert und benutzt zu medizinischen 

73 



Reihenaufnahmen eine Kamera mit 9 in Kranz- 
form angeordneten Objektiven, die nacheinander 
9 Bilder auf einer feststehenden Platte abzeich- 
nen (vgl. S u 1 1 on unter E. 1860 61). Der Ver- 
schluß wurde elektrisch betätigt. 

1890 baut der französische Oberst Scber t J ) 
für Torpedoaufnahmen 6 Kameras kranzförmig 
zusammen, deren Verschlüsse mechanisch nach- 
einander betätigt werden. 1891 arbeitet 
E. Kohlrausch 3 ), Hannover, mit einem aus 
24 Kameras zusammengesetzten drehbaren 
Apparat, bei dem zur Vermeidung der Parallaxe 
eine Kamera nach der andern hinter einem Be- 
lichtungsspalt vorbeischwang. Später verein- 
fachte 4 ) er die Anordnung, um deren Ausbildung 
sich noch andere bemühten 5 ). 

*) La Nature 11, 215, 1883 IL Phot. Archiv 25, 20, 
1884. L o n d c , La Photographie moderne, Paris 1888 
S. 217. L o n d e , La photogr. medicale, Paris 1893 
S. 108. David u. Scolik, Die Praxis d. Moment- 
photographie, Halle 1892 S. 236. Liesegang, 
Wissensch. Kinem., Ddf. 1920 S. 34. — Ein von Lud- 
wig M e y e r , Berlin, erdachter Reihenapparat (DR.- 
Pat. 53840 vom 5. 9. 1889) mit 7 Kameras and beson- 
derer Vorrichtung zur Betätigung der Verschlüsse 
scheint nicht ausgeführt worden zu sein. 2 ) La Nature 
18, 97 u. 151, 1890 I. Bulletin assoc. beige phot. 17, 
369, 1890. David u. Scolik, Praxis d. Moment- 
phot., Halle 1892 S. 433. Eders Jahrbuch f. Pho- 
togr. usw. 1891 S. 321. Liesegang, Wissenden. 
Kinem. S. 35. 3 ) DR.Patent57133 vom 8. i0. 1890. 
Photogr. Mitteilungen 28, 289 u. 306, 1891. Phot. 
Nachrichten 3, 202 u. 342, 1891. David.u. Scolik, 
Praxis d. Momentphot. S. 437. Eders Jahrbuch 1892 
S. 363. 4 ) Phot. Mitteilungen 31, 135, 1894. *)Vgl. 
Rieh. Brandauers DR.Patent 74792 v. 27. 4. 1893 
(auch Eders Jahrb. 1895 S. 367) und Heinr. Plumps 
DR.Patent 93745 v. 8. 1. 1896. 

74 



1885. Ottomar Anschütz aus Lissa in 
Posen (später Berlin) betreibt die Reihenphoto- 
graphie nach dem Muybrid gesehen Ver- 
fahren (vgl. unter 1877), das er verbessert, und 
bringt seine ausgezeichneten Reihenbilder in 
den Handel. 

Photogr. Archiv 27, 127, 1886. Anschütz, Die 
Augenblicks-Photographie, Lissa 1887 S. 16 E d e r s 
Jahrbuch f. Phot. 1887 S. 107. Deutsche Phot. Zeitg. 
21, 221, 1891. David u. Scolik, Praxis d. Mo- 
mentphot, Halle 1892 S. 217. Liesegang in Der 
Kinematograph Jahrg. 1908 Nr. 100. 

1887. Anschütz erfindet den elektri- 
schen Schnellseher (Elektrotachyskop), 
der erstmalig März 1887 im Kultusministerium 
in Berlin vorgeführt wird 1 ). Der Apparat hat 
Scheibenform; die kranzförmig darauf verteilten 
Diapositive aus Glas oder Folien werden von 
rückwärts intermittierend durch eine jeweils 
aufleuchtende Geißlersche Röhre beleuchtet. 
1890 werden die Bilder auf dem Umfange einer 
Trommel angebracht, die mehrere Reihen neben- 
einander aufnimmt 2 ). Der von Siemens & 
H a 1 s k e als Schnellseher- Automat ausgeführte 
Apparat wird vielfach ausgestellt 3 ), so auf der 
Elektrischen Ausstellung in Frankfurt a. M. 
1891, in Wien, London, auf der Chicagoer Welt- 
ausstellung 1893. — Fernerhin gab Anschütz 
der Wundertrommel eine praktische Form, die 
als „Schnellseher" in Verbindung mit An- 
schütz' Reihenaufnahmen ein weit verbreiteter 
Handelsartikel wurde. Die aufsetzbaren Bild- 
streifen, mit Schlitzen versehen, bilden selbst 
die Trommel; das Gestell, das mit senkrechter 

75 



und wagerechter Drehachse zu benutzen ist, läßt 
sich schirmartig zusammenklappen 4 ). 

l J Photogr. Wochenblatt 13, 94, 1887. — An- 
schütz' elektrischer Schnellseher ist der erste Appa- 
rat, der in einwandfreier Weise eine schöne Dar- 
stellung photographisch gewonnener lebender Bilder 
gab, wenn auch in kleinem Maßstab, so doch für einen 
kleinen Kreis von Beschauern gleichzeitig sichtbar. 
2 ) Eders Jahrbuch f. Phot. 1891 S. 35. Deutsche 
Photogr. Zeitg. 37, 370, 1907. David u. Scolik, 
Praxis d. Momentphot., Halle 1892 S. 242. 3 ) Deutsche 
Photogr. Zeitg. 21, 399, 1891. Phot. Times 28, 222, 
1896. 4 ) Phot. Nachrichten 3, 356, 1891. — A n s c hü t z 
hat seine Aufnahmen 1894 mittels des Projektions- 
Lebensrades vorgeführt. Phot. Wochenblatt 20, 429, 
1894. Eders Jahrbuch 1895 S. 412. 

1888. Augustin Le Prince in New York, 
1886 mit Versuchen zur Reihenphotographie be- 
ginnend 1 ), nimmt ein Patent 2 ) auf Apparate zur 
Aufnahme und Projektion von Reihenbildern 
unter Anwendung von Bildbändern. Für die 
Projektion sollen die Bilder auf transparente 
Folien (oder auch Glas) kopiert und, zwischen 
perforierte Metallstreifen gefaßt, zu einem 
Bande zusammengesetzt werden. Es ist vor- 
zugsweise die Benutzung mehrerer Objektive, 
z. B. 16 (zur Projektion auch ebenso vieler Kon- 
densoren und Lampen), vorgesehen, um damit 
zwei Filme, die abwechselnd geschaltet werden, 
absatzweise zu belichten. Die periodische Schal- 
tung soll durch Zahnräder mit Lücken ge- 
schehen. Während der Belichtung wird das 
Band an der Belichtungsstelle angepreßt. 

*) Sein amerikanisches Patent Nr. 376 247, erteilt 
am 10. 1. 1888, wurde 1886 angemeldet. Le Prince, 
aus Metz gebürtig, in England (Leöds) ansässig, 

76 



dann in Amerika lebend, machte seine Auf- 
nahmen auf Gelatinefolien, die wegen der Schrump- 
fung sich zur Projektion als untauglich erwiesen, wes- 
halb er zur Anwendung aneinandergehefteter Glas- 
bilder überging. Phot. Journal 63 (N. S. 47), 374, 
1923; Die Kinotechnik 5, 475, 1923. In The Moving 
Picture New s 3, 1910 Nr. 1, S. 9 verweist seine Frau 
auf die seinerzeit von ihrem Mann unternommenen 
praktischen Versuche. 2 ) Brit. Patent Nr. 423 vom 
10. 1. 1888. Auszüge in Photogr. News 32, 827, 1888, 
Opt. Magic. Lantern Journal 9, 5. 1898; H o p w o o d , 
Living Pictures. London 1899 S. 52. Ob dieser Apparat 
mit vielen Objektiven ausgeführt wurde, darüber liegen 
keine Nachrichten vor. Londe (vgl. unter 
1883) gab 1893 einen ähnlichen Apparat an, der mit 
12 Objektiven auf mehrere Filme arbeitete. Bulletin 
soc. franc. phot. 6 (2. ser.) 572, 1893. Phot. Korre- 
spondenz 31, 339, 1894. — Le Prince soll 1890 
Zelluloidfilme verwendet haben; er ist auf einer 
Reise in Frankreich im Sept. 1890 spurlos verschwun- 
den (nach Phot. Journal Aug. 1923). 

Das Lückenzahnrad sah später Victor von 
R e i t z n e r , Wien, vor iür einen ,, Aufnahme- und 
Projektionsapparat für bewegliche Objekte", D. R. Pat. 
Nr. 59 390 vom 22. 3. 1891. — Praktisch angewendet 
wurde es in De Bedts ,,Kineto". Vgl. The Amateur 
Photographer 26, 268. 1897; Anzeige in La Nature vom 
12. 12. 1896. Brit. Patent Nr. 6503 vom 14. 1. 1896 
(H o p w o o d , Liv. Pict. S. 242). 

1888. Wallace Gold L e v i s o n in Brooklyn 
legt am 13. Juni der dortigen Academy of Photo- 
graphy einen mit 12 Platten 8*0- 10'» cm be- 
schickten Reihenapparat in Trommelform vor, 
der sprungweise bewegt wird durch ein 
Schneckenrad, dessen Gewinde teilweise ohne 
Steigung verläuft. Der Verschluß wird elektro- 
magnetisch betrieben. Ueber Versuchsauf- 
nahmen kam L e v i s o n nicht heraus. In seinem 

77 



amerikan. Patent sah er auch die Verwendung 
von Negativbändern vor, die mit der gleichen 
Anordnung sprungweise bewegt werden sollten. 
The Philadelphia Photographer 25, 411, 1888. 
Brooklyn Daily Eagle vom 14. 6. 3 888. Amerikan. Pa- 
tent Nr. 278 249 vom 25. 6. 1888. Ausführliche Dar- 
legung in Liesegang: Die Kinematographie vor 
25 Jahren, Photogr. Industrie 1913 S. 792. 

Levisons Antriebsweise durch eine ,, betrun- 
kene Schraube", wie die Engländer sie nennen, war 
zuvor schon von Wheatstone zur sprungweisen 
Bewegung des Lebensrades benutzt worden. Später- 
hin wurde sie auch bei Kinematographen angewendet, 
bewährte sich dort aber ebenfalls nicht. 

1888* Emile R e y n a u d baut sein Projek- 
tions-Praxinoskop von 1882 (optischer Aus- 
gleich durch eine Spiegeltrommel; vgl. unter 
C 1882) zur Verwendung von Bildbändern 
aus. 1 ) Die Bilder werden auf ein Band aus 
Gelatinefolien gezeichnet bzw. gemalt. Das 
Band ist mit regelmäßig angeordneten 
Löchern versehen, die auf Stifte der Aus- 
gleichtrommel passen, so daß beim Abrollen des 
Bandes von Spule zu Spule ein genaues Mit- 
laufen der Trommel bewirkt wird. 2 ) Reynaud 
stellte in der Folge drei Lustspiele her, deren 
größtes auf einem 50 m langen Bande 700 ge- 
zeichnete Bilder enthielt, 3 ) und veranstaltete 
damit stark besuchte Vorführungen. 4 ) Er hat 
als erster die Reihenprojektion mit Bildbändern 
praktisch betrieben, hat als erster perforierte 
Bildbänder benutzt, als erster das lebende Bild 
zu theatermäßigen Darstellungen verwandt, und 
er kann als erster Film-Dramaturg angesehen 
werden. 

78 



*) Franz. Patent Nr. 194482 vom 1. 12. 1888. Brit. 
Patent Nr. 2295 vom 8. 2. 1889. Beschreibung nebst 
Abbildung in La Nahire 20, 127, 1892 II. Ein zweiter 
Projektionsapparat entwarf auf dem transparenten 
Schirm eine feststehende Szene, in die wiederum 
die auf schwarzem Grunde gemalten bewegten Figu- 
ren projiziert wurden. 

2 ) E. Coustet gibt in La Revue Francaise de 
Photographie 4, 5, 1923, das Stück eines etwa 6,5 cm 
breiten Bandes mit zwei etwa 4X5 cm großen Bildern 
wieder, deren nahezu 2,5 cm breiter Zwischenraum 
in der Mitte ein Perforationsloch von 6 mm Durch- 
messer enthält. — Auf die von Reynaud ange- 
wandte und in dessen Patent festgelegte Perforation 
berief sich 1912 der amerikanische Gerichtshof in 
dem Patentprozeß um das perforierte Filmband zu 
Ungunsten E d i s o n s. The Moving Picture News 
6, 1912, Nr. 24 S. 9. — Nach H. Fourtier. 
Tableaux de Projection, Paris 1893, S. 78, wurden 
die Bilder einzeln auf transparente Folien („Cristal- 
loid") gemalt und durch ein Stoffband mit Karton- 
zwischenstücken aneinander gereiht. Für die Mit- 
führung der Ausgleichtrommel wären Mctallösen 
(Oeillets) vorgesehen. Vielleicht war dies die anfangs 
angewandte Ausführung des Bildbandes. Wie R e y - 
naud's Sohn mitteilt, habe R. die Löcher Oeillets 
genannt wegen ihrer Aehnlichkeit mit den Schuh- 
ösen (G. Michel C o i s s a c , Histoire du Cinemato- 
graphe, Paris 1925 S. 104, 105). 

3 ) Nach H. Fourtier, Tableaux de Projection, 
S. 78. — Das zweite Lustspiel ,,Der Clown und seme 
Hunde" umfaßte 300 Bilder auf 22 m. das dritte 
„Armer Pierrot" 500 Bilder auf 36 m. Nach den bei 
Fourtier angegebenen Spieldauern (12 bis 15 Minuten. 
bzw. 6 bis 8, bzw. 10 bis 12 Minuten) kommt auf 
jedes Einzelbild eine Sekunde. Diese langen Sp'el- 
dauern erklären sich dadurch, daß R. gemäß der Mit- 
teilung seines Sohnes (C o i s s a c , Hisioire du Cine- 
matographe S. 153) die Ablaufgeschw'ndigkeit nach 
Belieben variierte, zeitweise ein Bild stehen ließ und 
Wiederholungen machte. Am Bildband waren kleine 

79 



Metallzungen angebracht, die durch elektrische Aus- 
lösung an den betr. Stellen Geräusche hervorriefen, 
z. B. das Niederschlagen eines 'Stockes. 

4 ) Nach Ernest Coustet, La Revue Francaise 
de Photographie 4, 5, 1923 (Auszug in Kinotechnik 
5, 105, 1923) eröffnete Reynaud 1892 im Museum 
Grevin zu Paris sein , »Optisches Theater"; er habe 
es bis zum Jahre 1900 auf 12 800 Vorstellungen ge- 
bracht, die von 500 000 Personen besucht wurden. 
Seit Ende 1895 nahm er zur Herstellung der Bilder 
die Photographie zu Hilfe. Die Projektionen seien 
ruhig stehend, flimmerfrei und absolut scharf ge- 
wesen. — Diese Angabe ist unverständlich, da doch 
das Objektiv schief gegen das Bildband angeordnst 
werden mußte. In seinem Traite pratique de Cine- 
matographie (Paris o. J., S. 11) bezeichnet Coustet 
die Projektionen Reynauds als „tres rudimen- 
taires". 

1888- Marey (vgl. unter 1882) berichtet 
am 15. Oktober an die Pariser Akademie der 
Wissenschaften über erfolgreiche, 1887 be- 
gonnene Reihenaufnahmen auf ein sprungweise 
bewegtes Negativband. 1 ) Dieses hat 9 cm Breite 
und ist ohne Perforation. Der erste Apparat 
ist schwerfällig in die Dunkelkammer eingebaut. 
Das Negativband wird durch ein Uhrwerk 
gleichmäßig bewegt, durch ein zweites, beson- 
deres Werk mit elektromagnetischer Betätigung 
aber an der Belichtungsstelle durch Anpressen 
periodisch angehalten. In der Folge entsteht 
eine transportable chronophotographische 
Kamera (1890 zuerst bekanntgegeben) mit rein 
mechanischem Antrieb. 2 ) Das Band wird an der 
Belichtungsstelle periodisch angepreßt; eine 
federnde Platte gibt nach und holt dann den 
wieder freigegebenen Film vor. Es stand zu- 
nächst nur Negativpapierband (Eastman und 

80 



B a 1 a g n y) bis 4 m Länge zur Verfügung. 3 ) 
Bildhöhe 9 cm. M a r e y s franz. Patent 
Nr. 231 209 vom 1. Juni 1893 brachte kleine 
Verbesserungen. 

Durch Erhöhung der Arretierungszahl bei 
gleichzeitig entsprechend verminderter Bild- 
höhe erzielte M a r e y erstmalig Hochfrequenz- 
aufnahmen bis zu 120 Bildern in der Sekunde. 4 ) 
Besonders bemerkenswert die Aufnahmen der 
fallenden Katze mit 60 Bildern in der Sekunde 
(1894). Indem M a r e y diese Aufnahmen mittels 
des Lebensrades verlangsamt wiedergab, 
wandte er erstmalig das Prinzip der Zeit- 
lupe an. 

Seit 1890 machte M a r e y auch Mikro- 
Reihenaufnahme n. 5 ) 

Für die 1893 zuerst versuchte Projektion 
war die Apparatur mitsamt ihren Aufnahmen 
untauglich wegen des ungleichmäßigen Schrittes. 
Spätere Verbesserungsversuche, stets ohne Per- 
foration, blieben erfolglos. 6 ) 

1 ) Le Moniteur de la Photographie 27, 182, 1888. 
Bulletin soc. franc. phot. 15 (2. ser.), 273, 1899. Hier 
berichtet Marey, daß er 1887 Aufnahmen auf 
Ne^ativpapierbänder machte. — Liesegang im 
„Kino-Praktikus" 1910, S. 38. 

2 ) Bulletin soc. fr. phot. 6 (2. ser.), 329, 1890. 
Bulletin ass beige phot. 17, 931, 1890. Edcrs Jahr- 
buch 1892, S. 363. 

3 ) Marey, Le Mouvement, Paris 1894. 'S. 114, 
233, 234. David u. Scolik, Praxis d. Moment- 
photogr., Halle 1892, S. 441. G. Dcmeny, Les 
origines du cinematographe, Paris o. J., S. 14. 

4 ) Marey, Le Mouvement S. 304. Die Zahl 120 
gibt Weiß an in „Ergebnisse der Physiologie" 5, 

6 81 



317, 1906. Bei dieser Zahl wurde die Bildhöhe von 
9 cm auf 1,5. cm verkleinert. — Ueber die Katzen- 
fallaufnahmen: Comptes rendus acad.. Paris 119, 714, 
1894. La Nature 22, 369, 1894 IL Die Wiedergabe 
mit dem Lebensrad konnte sechsfach verlangsamt 
werden. 

5 ) Paris photographe 1, 12, 1891. Marey, Die 
Chronophotographie, Berlin 1891, S. 81. 

6 )Bulletin du Photo Club de Paris 1900, 5. 38. — 
Auf den Mangel der Marey sehen Apparate weist 
besonders auch Demeny hin in der Beschreibung 
seines D. R. Pat. Nr. 80 424 vom 12. 12. 1893. 

1889, Der englische Photograph W. F r i e s e 
G r e e n e baut eine Kamera zur Reihenphoto- 
graphie mit etwa 63 mm breitem, unperforier- 
tem Negativband. 1 ) Dieses wird durch eine 
periodisch gehemmte Transporttrommel schritt- 
weise geschaltet, der durch eine von der Trieb- 
welle immer wieder gespannte Feder jeweils 
eine Umdrehung erteilt wird. Die Kamera ist 
berechnet auf 300 Bilder bei 10 Belichtungen in 
der Sekunde. Friese Greene scheint als 
erster Reihenaufnahmen auf Zelluloid- 
Filmbänder gemacht, jedenfalls als erster 
solche öffentlich vorgelegt zu haben. 2 ) Der 
Apparat war für die Projektion nicht verwend- 
bar. 3 ) Die Projektion der gewonnenen Bilder 
bemühte sich Greene, unterstützt durch den 
Feinmechaniker R u d g e aus Bath, mit Hilfe 
rasch gewechselter Diapositive zu erzielen; 
seine Versuche blieben jedoch erfolglos. 4 ) 

1893 nimmt Friese Greene ein briti- 
sches Patent 5 ) auf eine Reihenkamera, bei der 
das unperforierte Negativband durch eine 
zwischen zwei Laufrollen vorstoßende, eine 



Schleife ziehende Rolle geschaltet wird. 1890 
hatten bereits Evans und V a r 1 e y ähnliche 
Schaltweisen angegeben. 6 ) 

*) Brit. Patent Nr. 10131 vom 21. 6. 1889. geraein- 
sam mit M. Evans; D. R. Pat. Nr. 56 503 vom 
25. 2. 1890. Ankündigung der Kamera im Opt. Mag. 
Lantern Journal Vol. 1, Nov. 1889, S. 44. Beschrei- 
bung daselbst Vol. 1, 1890. S. 83 und 9. 5 und 6, 1898; 
Photogr. News 34, 157. 1890; Photogr. Archiv 31, 775, 
1890; Kinotechnik 3, 207, 1921. FrieseGreenes 
Kamera war auf der Ausstellung gelegentlich <ler 
Düsseldorfer Naturforscherversammlung 1898 zu 
sehen. — Es war die Verbindung mit einem. Phono- 
graph in Aussicht genommen; über die Ausführung 
dieses Planes verlautet nichts. 

2 ) Friese Greene legte die Kamera nebst 
Filmaufnahmen vor am 25. 2. 1890 in der Photogr. 
Gesellschaft zu Bath (H o p w o o d . Liv. Pict. S. 65); 
ferner im Juni 1890 auf der Photogr. Tagung zu 
Chester. Brit. Journal of Phot. 37, 423, 1890; The 
Moving Picture News 1, 1908, Nr. 27, S. 3; The 
Bioscope 1909, Nr. 142, S. 15; The Kinematograph 
& Lantern Weekly 5, 459, 1909. — Es ist m den alten 
Berichten immer nur die Rede von ,,Film". In einem 
späteren Referat (The Brit. Journal Almanac 1898, 
S. 647) spricht Thomas B e d d i n g , damaliger 
Schriftleiter des Brit. Journal, dessen Angabe Ver- 
trauen verdient, von Aufnahmen auf Zelluloid- 
Filmbändern. — Die während des Edison- Pro- 
zesses auftauchende Behauptung, Friese Greene 
habe 1889 perforierte Zelluloid-Filmbändcr 
benutzt (The Moving Picture New s 3, 1910, Nr. 49, 
S. 7), ja, er habe bereits 1886 mit beiderseits perfo- 
rierten Negativ-Papierbändern gearbeitet (The 
Moving Pict. News 3, 1910, Nr. 31, S. 3 und 4; 5, 
1912, Nr. 20, S. 5), ist. wenngleich durch Abbildungen 
belegt, durchaus unglaubwürdig, widerspricht allen 
vorliegenden alten Berichten (siehe unten unter 4 ) 
und wird auch von B e d d i n g (The Moving Picture 
World 4, 341, 1910) bestritten. Durch diese Behaup- 
tung sollten E d i s o n s Ansprüche zunichte gemacht 

&• 83 



werden. — Auch Will D a y veröffentlicht in The 
Photogr. Journal 64 (N. S. 48), 57, 1924 einen beider- 
seits perforierten Papierfilm, den Friese Greene 
bei seinen kinematographischen Arbeiten 1885 benutzt 
habe; das Papier sei durch Eintauchen in Castoröl 
durchscheinend gemacht worden. 

3 ) Hopwoods Bemerkung (Liv. Pict. S. 65), daß 
Friese Greenes Apparat für die nachfolgende 
Wiedergabe eines bewegten Bildes geeignet sei, ist 
nicht zutreffend. Greene hat daher ia auch, wie 
Hopwood selbst an späterer Stelle angibt, für die 
Projektion besondere Apparate gefertigt. 

4 ) Friese Greene bediente sich dreier Pro- 
jektionsapparate in Verbindung mit einem Wechsel- 
werk, das 20 oder mehr Diapositive in rascher Folge 
zeigen sollte. Dann ließ er durch R u d g e ein 
Doppelwerk mit zwei rotierenden Bildscheiben 
fertigen, die abwechselnd arbeiteten. — Die Projek- 
tionsvorführung in der Photogr. Gesellsch. versagte 
(Phot. News 34, 421, 1890); auf der Chester Tagung 
war der Apparat nicht in Gang zu bringen (Brit. 
Journal 37, 423, 1890). — Spätere Autoren (The 
Moving Pict. News 1, 1908, Nr. 27, S. 3; The Bioscope 
1909, Nr. 142, S. 15; The Kinematograph & Lantern 
Weekly 5, 415, 1909; Fred A. Talbot, Moving 
Pictures, London 1912, S. 17) schreiben Friese 
Greene zu, daß er schon früher, und zwar seit 
1885, ernsthafte Versuche der Reihenphotographie 
und Projektion mit Platten gemacht habe. Es scheint 
sich dabei aber mehr um Spielereien gehandelt zu 
haben. Wir wissen nur von einer für ihn durch 
R u d g e gebauten Projektionsvorrichtung mit vier 
Bildern und vier Objektiven, sowie einem rotierenden 
Verschluß, der die Bilder in rascher Folge nebel- 
bilderartig ineinander verschmelzen ließ. Friese 
Greene suchte die Wirkung der Diapositive zu 
erhöhen durch Anwendung von Salzen, die bei der 
Erwärmung im Apparat Bildteile färbten. Phot. News 
34, 421, 1890. Nach Varley dürfte die erste 
Projektionsvorführung" dieser Art um 1887 gewesen 
sein. Photography 2, 775, 1890. 



84 



5 ) Brit. Patent Nr. 22 954 vom 29. 11. 1893. Für 
die Projektion ist ein Doppelwerk mit zwei ab- 
wechselnd geschalteten Filmen vorgesehen. Am 
15. 10. 1896 nahm Friese Greene ein brit. Patent 
Nr. 22 928 auf ein Projektionswerk mit perforier- 
tem Filmband, das durch eine stoßende Rolle ge- 
schaltet wird. Zu praktischen Erfolgen ist Greene 
trotz seiner vielen Arbeiten nicht gekommen. — 
Friese Greene starb am 5. 5. 1921 (Kinotechnik 
3, 207, 1921). 

6 ) Evans' Brit. Patent Nr. 3730 vom 8. 3. 1890; 
Varleys Brit. Pat. Nr. 4704 vom 26. 3. 1890 (vgl. 
Hop wo od, Liv. Pict. S. 69, 70 u. 239). Varley 
legte am 30. 9. 1890 der Photogr. Gesellsch. zu Lon- 
don eine verbesserte stereoskopische Kamera für 
Reihenaufnahmen vor, bei der er durch besondere 
Vorrichtungen den Film an der Belichtungsstelle flach 
hielt. Friese Greene zeigte Filmaufnahmen 
gehender Personen, die er mit dieser Kamera ge- 
macht hatte. The Photogr. Journal 15 (N. S.), 15, 
1891; Photography 2, 775, 1890. — Varley sah das 
Mitbeltchten von Marken auf den Bildrand zwecks 
Registrierung der Bilder vor (vgl. Hopwood S. 71), 
ein Verfahren, das später Casler bei der Her- 
stellung seiner Mutoskopbilder (1894) und S k 1 a d a - 
n o w s k y (1895) anwandten. 

1889, Die Engländer W. Donisthorpe 
und W. C. C r o f t s nehmen ein Patent auf einen 
Apparat mit kontinuierlich laufendem Bildband, 
bei dem das ganze Werk, außer Objektiv und 
Bildfenster, derart auf und nieder pendelt, daß 
die Bildbewegung ausgeglichen wird. 

Brit. Patent Nr. 12921 vom 18. 8. 1889; D. R. Pat. 
Nr. 58166 vom 9. 11. 1890; Hopwood, Living Pic- 
tures, London 1899, S. 67; Opt. Mag. Lant. Journal 
7, 189, 1896. Ueber Versuche verlautet nichts. Der 
Gedanke an sich ist gut; aber die pendelnde Masse 
viel zu groß. 

85 



1891. Georges Demeny, Mitarbeiter von 
M a r e y , macht mittels dessen chronophoto- 
graphischer Kamera Reihenaufnahmen des 
sprechenden Menschen. Er vereinigt 30 danach 
hergestellte Diapositive auf einer stroboskopi- 
schen Scheibe. Diese ,, Photographie der 
Sprache" erregt in Paris Aufsehen. 1 ) Die 
Wiedergabe Vorrichtung (Phonoskop 2 ), die er 
seit 1892 auch zur Projektion benutzt, wird 1895 
durch die Firma Gaumont in Paris als 
Bioskop in den Handel gebracht. 

!) Paris Photographe 1, 191 u. 306, 1891; Conferen- 
ces publiques sur la Photographie, Paris 1893, Confe- 
rence Demeny vom 6. 12. 1891, S. 29. Comptes ren- 
dus acad. scionces, Paris, Sitzung vom 27. 7. 1891. La 
Nature 20, 311, 1892 I, auch 22, 279, 1894 IL Ein Taub- 
stummer konnte die Worte vom Munde der wieder- 
gegebenen Person ablesen. 

2 ) Demenys Anordnung besteht aus einer lang- 
sam rotierenden Btldschei.be und einer rasch laufen- 
den Schlitzscheibe; sie entspricht dem anorthosko- 
pischen Lebensrad Plateaus und dem Projektions- 
lebensrad von Roß. — Seine Patente sehen ver- 
schiedene Abänderungen vor, so zwei gegenetnander- 
laufende Schlitzscheiben, sowie als Bildträger auch 
einen Zylinder, der die Bilder ähnlich dem Phono- 
graphen in Schraubenlinie aufnimmt. Franz. Patent 
vom 3. 3. 1892 und Zusatzpatent vom 30. 6. 1893. 
Brit. Patent Nr. 15709 vom 1. 9. 1892 (H o p w o o d , 
Liv. Pict. S. 61, 62 u. 239). D. R. Patent Nr. 71339 vom 
20. 11. 1892. Der deutsche Anspruch betrifft nur die 
nicht angewendeten Abänderungen. 

3 ) Demeny hatte am 20. 12. 1892 eine Gesell- 
schaft zur Ausbeutung, seines Phonoskop gegründet, 
die aber nicht vorwärts kam. (G. Demeny, Les 
origines du cinematographe, Paris o. J., S. 22). 1895 
übergab er die Herstellung der Firma Gaumont. 
— Le Comptoire generale de Photographie (Gau- 
mont), Paris, „Notice sur le Bioscope de G. De- 

86 



meny". Die Scheibe hatte 42 cm Durchmesser und 
enthielt 30 Bilder 3 X 4,5 cm. Später wurde auch 
eine Kamera ausgeführt, die auf einer spiralig ge- 
drehten lichtempfindlichen Platte von 20 cm Durch- 
messer 50 Aufnahmen machte. G. De meny, Etüde 
sur les appareils chronophotographiques, o. J., S. 21. 

1893. Erste öffentliche Ausstellung des 
Edisonschen Kinetoskopes, eines 
Betrachtungsapparates mit 35 mm breitem Film- 
band. Letzteres läuft kontinuierlich (ohne opti- 
schen Ausgleich) unter der Schauöffnung her. 
46 Bilder in der Sekunde zeigend, und wird 
intermittierend beleuchtet durch eine unter 
dem Film befindliche Glühlampe und eine rotie- 
rende Spaltscheibe. Die Konstruktion erhebt 
sich also nicht über das Prinzip des Lebensrades. 
Mit dem Edisonschen Kinetoskop kommen 
aber erstmalig perforierte, photographisch be- 
druckte Zelluloid-Filmbänder in den Handel. 
Diese sind für die weitere Entwicklung von 
allergrößter Bedeutung; sie werden in bezug auf 
Bildabmessungen und Perforation vorbildlich. 
Beschreibung des Kinetoskop in La Nature 22, 323 
1894 II; Fred. A. Talbot, Moving Pictures, London 
1912, S. 30. Erste Vorführung des Apparates (nach 
Hopwood, Liv. Pict. S. 73) am 9. 5. 1893 im 
Brooklyn Institute. Das Kinetoskop wird 1894 als Ein- 
wurfautomat verbreitet und insbesondere von der 
Fachwelt mit großem Interesse aufgenommen. Eders 
Jahrbuch 1895, S. 270; The Amateur Photographer 
26, 263, 1897. — Späterhin fertigte Joly ein Kine- 
toskop mit 4 Schauöffnungen für 4 Personen sowie 
2 abwechselnd einstellbaren Filmbändern (Die Film- 
technik 1, 39, 1925). 

Edison hatte am 24. August 1891 ein 
amerikanisches Patent eingereicht auf eine 
Aufnahmekamera und ein perforiertes Film- 

87 



band als Bildträger, nachdem Nachrichten 
über E d i s o n s Versuche und Pläne (Projek- 
tion lebender Bilder in Verbindung mit dem 
Phonograph) bereits in Zeitschriften 1 ) be- 
kanntgegeben wurden. Das Patent wurde 
erst am 31. 8. 1897 unter Nr. 589 168 erteilt 
und damit sein Inhalt bekanntgegeben. 2 ) Die 
Schaltung des Filmbandes erfolgt nach dem 
Patent durch eine Zahntrommel, der durch 
ein Sperrgetriebe eine intermittierende Be- 
wegung erteilt wird. 3 ) Es sind 30 bis 40 Ber 
lichtungen in der Sekunde vorgesehen bei 
sehr starkem Zuge (9 : 1). Das Schaltwerk 
soll sich nicht bewährt haben; es sind auch 
weder Kamera noch Projektionsapparat mit 
dieser Schaltung herausgebracht worden/) 

*) Helios, Illustre beige ... 2, 52, 1891 (eine Zu- 
schrift vom 28. Mai); Engineering 51, 678, 1891 
(5. Juni); Photogr. Nachrichten 3, 670, 1891; Eders 
Jahrbuch 1912, S. 113 u. 369. 

2 ) Hopwood, Liv. Pict. S. 77, 78. — Das Pa- 
tent wurde 1902 zerlegt in die Neudrucke 12037 (betr. 
Kamera) und 12038 (betr. Film), welch' letzterer 1904 
wiederum neu ausgegeben wurde unter Nr. 12192; vgl. 
The Moving Picture World 2, 314, 1908. Edison 
erhob auf Grund- dieses Patentes Anspruch darauf, 
das alleinige Recht zur Benutzung perforierter kine- 
matographischer Filmbänder zu haben; das diesbez. 
neu ausgestellte Patent wurde aber 1912 in einem 
Prozeß für nichtig erklärt (The Moving Ptcture News 
6, 1912 Nr. 24). 

3 ) Beschreibung des Schaltwerkes in Hopwood, 
Living Pictures, London 1899 S. 78; Carl Forch, 
Der Kinematograph und das sich bewegende Bild, 
Wien u. Leipzig 1913 S. 26; Ktnotechnisches Jahr- 
buch 1922/23 S. 56 (Guido S e e b e r). 



88 



4 ) Nach Aussagen in dem Edisonschen Patent- 
prozeß soll die Schaltweise überhaupt nicht ange- 
wendet worden sein; die Aufnahmen für das Kine- 
toskop scheinen auf ein kontinuierlich laufendes Film- 
band gemacht worden zu sein (The Moving Picture 
News 4, 1911 Nr. 4). Es ist ja auch bemerkenswert, 
daß beim Kinetoskop selbst der Film nicht sprung- 
weise bewegt wird. — Mit einem kinematographischen 
Projektionsapparat (Vitaskop) kam Edison erst 1896 
heraus; Fr. Jenkins, Animated Pictures, Washing- 
ton 1898, S. 40. 

1893. Georges Demeny, Mareys 
Arbeiten (vgl. oben) fortsetzend, nimmt Patent 
auf einen zunächst nur für die Aufnahme be- 
stimmten Reihenapparat, bei dem das Filmband 
durch einen Schläger periodisch geschaltet 
wird. Der Schläger wirkt unmittelbar zwischen 
Bildfenster und Aufwickelspule auf den un- 
perforierten Film, so daß kein Schritt ein- 
gehalten wird. 1 ) In seinem franz. Zusatzpatent 
vom 27. Juli 1894 ist dieser Fehler behoben 
durch Einführung der Nachwickeltrommel; auch 
ist hier die Anwendung eines perforierten Film- 
bandes vorgesehen. 2 ) Dieser Apparat würde bei 
rechtzeitiger Ausbeutung, namentlich wenn da- 
• zu sogleich das Edisonsche Filmmaß 
übernommen worden wäre, den großen Erfolg 
des Lumiereschen Kinematographen vor- 
weggenommen haben (siehe weiter unten). 
D e m e n y s Erfindung blieb jedoch brach 
liegen, bis nach Lumicres Auftreten G a u - 
mont in Paris Ende 1895 die Fabrikation auf- 
nahm und den Apparat 1896 als „Chronophoto- 
graphe" für Aufnahme und Projektion mit 
60 mm breitem Film in den Handel brachte.") 
1897 ging er zum 35 mm breiten Filmband über. 

89 



Der Schlägerapparat nahm lange Zeit eine her- 
vorragende Stellung ein; er hat sich erhalten 
für kleinere Projektionswerke. 

!) Franz. Patent Nr. 233337 vonu 10. 10. 1893; D. R. 
Pat. Nr. 80424 vom 12. 12. 1893; Brit. Pat. Nr. 24457 
vom. 19. 12. 1893 (Hopwood, Liv. Pict. S. 83 u. 
240). 

2 ) Hopwoods Angabe, daß in dem deutschen 
Patent vom Dezember 1893 bereits der Gegenstand 
des franz. Zusatzpatentes (also der Schläger in Ver- 
bindung mit der Nachwickeltrommel) beschrieben sei, 
ist unzutreffend. 

3 ) Die Erfindung blieb brach liegen infolge der 
Unfähigkeit der oben erwähnten (siehe unter 1891), 
von Demeny gegründeten Gesellschaft. 

Beschreibung des Chronophotograph in La Nature 
24, 391, 1896 IL — Der 60 mm breite Film trug 35X45 
mm große Bilder; Länge bis zu 35 m. 

1894. Der Amerikaner Herman C a s 1 e r 
konstruiert das Mutoskop, einen Schau- 
apparat, bei dem die auf einer Walze sitzenden 
Bildkarten durch Drehen einer Kurbel ab- 
geblättert werden. Das Mutoskop gewinnt als 
Einwurf -Automat späterhin große Verbreitung; 
es wird dann in abgeänderten Formen auch von 
anderer Seite in den Handel gebracht, 

Amerik. Patent Nr. 549309 vom 21. 11. 1894; Brit. 
Patent Nr. 14439 vom 30. 7. 1895. — Fr. Jenkins, 
Animated Pictures, Washington 1898 S. 20; Hop- 
wood, Liv. Pict. 37, 139, 241. — Nach brieflicher 
Mitteilung von Seiten C a s 1 e r s kam das Mutoskop 
1894 in den Handel. (Bez. der Aufnahmekamera siehe 
unter 1896.) 

1894* Der Ingenieur Francis Jenkins aus 
Richmond, später Washington, gibt durch eine 
amerikanische Patentanmeldung 1 ) sein Verfah- 
ren bekannt, unter Anwendung einer Anzahl 

90 



rotierender Objektive Reihenaufnahmen und 
-wiedergaben mit kontinuierlich laufendem 
Filmband zu machen (optischer Ausgleich der 
Bildwanderung; vgl. unter E. 1864). J e n k i n s 
baute eine Aufnahmekamera mit 
15 rotierenden Objektiven, 2 ) die ihm 
bis zu 250 Aufnahmen in der Sekunde lieferte; 
Filmbreite etwa 63 mm. Später soll auch ein 
Projektionsapparat mit neun Objektiven gefer- 
tigt worden sein. 3 ) Die praktische Auswertung 
wurde nicht unternommen. — Daneben ver- 
suchte J e n k i n s , der 1890/91 mit diesen 
Arbeiten begann, vielerlei Schaltweisen zur 
intermittierenden Bewegung des Bildbandes, 
zunächst ohne und dann mit Perforation, um zu- 
letzt zum Schläger zurückzukehren, der schon 
eine seiner ersten Anordnungen gewesen sei. 4 ) 
So mag Jenkins' Schläger unabhängig von 
Demeny (siehe unter 1893) entstanden sein. 
Es ging aus den Arbeiten später ein Kinoansatz 
der Firma C o 1 1 & Co., New York, hervor. ) 

*-) Amerikan. Patent Nr. 560 800 vom 12. 12. 1894 
(erteilt am 26. 5. 18%). 

2 ) Beschreibung der Kamera in Photogr. Times 28, 
451, 1896; Scientific American 76, 281, 1897; Brit. Jour- 
nal of Phot., Suppl. 1897, S. 44; Physikal. Zeit- 
schrift 9, 741, 1908; Liesegang, Wissenschaftl. 
Kinematographie, Ddf. 1920, S. 106. 

3 ) Jenkins, Animated Pictures, Washington 
1898, S. 41; Hop wo od, Liv. Pici. S. 87. 

4 ) Jenkins, Animated Pict. — Unter den Ver- 
suchen sind bemerkenswert eine Art Nockenapparat 
(S. 30) und eine Art epizykloidischcr Bewegung 
(S. 30 und 34), ähnlich dem später von Prest- 
wich in London ausgeführten Schaltwerk (vgl. 
Physik. Ztschr. 9, 742, 1908). Jenkins baute auch 

91 



automatisch wirkende Betrachtungsapparate; vgl. 
Anim. Pict. S. 37 und amerik. Patent Nr. 536569 vom 
24. 11. 1894 (erteilt am 26. 3. 1895); Jenkins' Ver- 
suchsmodelle befinden sich im Nationalmuseum zu 
Washington (Anim. Pict. S. 26), 

5 ) Jenkins, Animated Ptctures S. 40. Beschrei- 
bung des Schlägerapparates in Photogr. Times 28, 
223 u. 453, 1896. Dieser habe einen Zug 1 : 12 gehabt 
und ohne Verschlußscheibe gearbeitet. — Jenkins* 
Schlägermodell, dem das 1896 erschienene Edison- 
Vitaskop entsprochen habe, sei Ende 1895 auf der 
Cotton States and International Exhtbition Atlanta, 
Georgia, vorgeführt worden (Anim. Pict. S. 34; Hop- 
wood S. 108); nach brieflicher Mitteilung von Seiten 
Jenkins' (vom 5. 5. 1908) habe die erste öffentliche 
Vorführung am 6. 6. 1894 stattgefunden, worüber das 
„Richmond Telegram" berichte; fernere Vorführung 
im Winter 1894/95 im Franklin Institute zu Philadel- 
phia, das ihm später die goldene Elliot Cresson Me- 
daille für sein „Phantoskop" als ersten Vorführungs- 
apparat verlieh (Journal of the Franklin Institute 145, 
79, 1898 I.) 

1895. Die Brüder Lumiere in Lyon brin- 
gen unter der Bezeichnung Cinemato- 
g r a p h e 1 ) einen für Aufnahme und Wieder- 
gabe bestimmten Filmband-Apparat 2 ) heraus, 
dessen Schaltung erstmalig durch einen Grei- 
fer 3 ) geschieht (Zug = V3 der ganzen Periode). 
Franz. Patent Nr. 245032 vom 13. Februar 1895. 4 ) 
Bandbreite und Bildmaß sind von E d i s o n s 
Kinetoskop übernommen; die Perforation be- 
steht aber nur aus einem runden Loch beider- 
seits. Am 22. März 1895 erste Projektionsvor- 
führung. 5 ) 1896 auf dem Markt. Filmlängen an- 
fangs bis etwa 15 m. Lumieres Apparat er- 
regte allenthalben großes Aufsehen, hatte einen 
durchschlagenden Erfolg und trug wesentlich 

92 



zur praktischen Einführung des Kinematogra- 
phen bei. Das Greiferwerk schied später bei 
Projektionswerken aus, nachdem es dort lange 
Zeit gute Dienste geleistet; dagegen wurde es 
für Aufnahmeapparate allgemein eingeführt. 
Lumieres Einloch-Perf oration mußte der 
Edisonschen Vierloch-Perforation weichen. 

x ) Den Namen Cinematographe hatte vorher schon 
Guilleaume Bouly in dem franz. Patent Xr. 219350 
vom 12. 2. 1892 für eine Aufnahmekamera benutzt, der 
er am 27. 12. 1893 ein Patent Nr. 235100 über einen 
auch zur Wiedergabe bestimmten Apparat folgen ließ. 
— Bouly sah zur periodischen Schaltung des Film- 
bandes eine Lückenwalze (Nocken) vor, die später 
C a s 1 e r bei seinem Biograph anwandte (siehe unter 
1896). 

2 ) Beschreibung des Apparates in Liesegangs Ama- 
teur-Photograph 9, 163, 1895 (Novemberheft); La Na- 
ture 1896, S. 215; Laterna Magica 12, 17, 1896; 13, 58, 
1897; Kinotechnik 4, 291, 1922; 7, 54, 106, 137, 187, 
1925. 

3 ) Die sinnreiche, klassische Konstruktion des 
Lumi er eschen Greifers, der durch den Konstruk- 
teur Jules Carpentier verbessert wurde, und ihre 
Bedeutung werden durch Guido Seeber gewürdigt 
in Kinotechnik 2. 456, 1920; 7, 57, 195, 1925; Photogr. 
Industrie 1925, S. 153. — Am 9. März 1895 nahm 
Gray ein amerikan. Patent auf einen Kinemato- 
graph mit federndem Greifer. Es war ein Doppel- 
werk vorgesehen, das unter Zuhilfenahme eines ro- 
tierenden Spiegels abwechselnd auf ein und dasselbe 
Filmband belichten sollte (Hopwood, Liv. Pict. S. 88). 

4 ) Es erschienen vier franz. Zusatzpatente vom 
30. 3. und 6. 5. 1895, sowie vom 28. 3. und 18. 11. 
1896. In Deutschland geschützt durch die Pa- 
tente Nr. 84722 vom 11. 4. 1895, Nr. 90850 vom 27. 2. 
1896, Nr. 98931 vom 31. 12. 1896. — Der Lu- 
mi e r e sehe Kincmatograph war ursprünglich ohne 
Vor- und Nachwickeltrommel und ohne Aufrollspule. 
Diese Teile wurden später in einem besonderen Zu- 

93 



satzapparat (Defüeur Carpentier-Lumiere) beigebracht. 
Vgl. Kinotechnik 7, 187, 1925. — Carpentier nahm 
am 30. 3. 1895 ein franz. Patent auf einen Cinegraphe, 
bei dem zwei abwechselnd bewegte Filmbänder vor- 
gesehen waren. J. Rosen, Le Cinematographe, Pa- 
ris o. J., S. 30, 31. (Carpentier f Kinotechnik 
3, 363, 1921.) 

5 ) Erste Vorführung in der Societe d'encouragement 
ä Tindustrie nationale. Die zweite Vorführung fand 
statt am 10. 6. 1895 im Congres des Societes photogr. 
de France. Die Teilnehmer wurden kinematographisch 
aufgenommen, und der Film tags darauf vorgeführt. — 
Der Allgemeinheit zugängliche Vorführungen began- 
nen erstmalig am 28. Dez. 1895 im Grand Cafe, bou- 
levard des Capucines, Paris. 

1895, 0. A. Eames berichtet am 1. April 
vor dem Bostoner Camera Club über einen 
Apparat mit kontinuierlich laufendem Filmband 
von doppelter Breite und zwei Objektiven, die 
abwechselnd den Film ein Stück begleiten und 
wieder zurückspringen (amerikan. Patent 
Nr. 546 093 vom 25. 3. 1895]. Dieses „Ani- 
matoskop" wurde ausgeführt, konnte aber nicht 
zu einem Erfolge führen, da die pendelnde 
Masse zu schwer war (vgl. die Anordnung von 
Donisthorpe und C r o f t s von 1889). 

Photographie Times 27, 319, 1895 II; 28, 330 u. 452, 

1896; Hop wo od, Liv. Pict. S. 91. 

1895. Der Engländer Birt Acres nimmt 
im Mai ein britisches Patent 1 ) auf einen Auf- 
nahme- und Wiedergabeapparat, der bemer- 
kenswert ist durch die hier wohl erstmalig er- 
wähnte, später allgemein angewendete Vor- 
wickeltrommel zur Schleifenbildung. 
Periodische Schaltung des Filmbandes durch 
eine Preßtür und eine zwischen dieser und der 

94 



Nachwickeltrommel federnd oder zwangläufig 
pendelnde Rolle (ähnlich der primitiveren An- 
ordnung Mareys). Erste öffentliche Projek- 
tionsvorführung mit mehreren selbst aufgenom- 
menen Filmen am 14. Januar in der Kgl. Photo- 
graphischen Gesellschaft zu London 2 ]. Später 
in den Handel gebracht, aber auf die Dauer 
nicht eingeführt. 3 ) 

Vom 25. August 1895 lautet ein D. R. Patent 
Nr. 92 247, das Paul M ü 1 1 e r in Köln auf eine 
Reihenbildkamera mit der gleichen Schaltweise, 
aber ohne Vorwickler, erhielt. Ein Apparat 
wurde dem Patentamt eingereicht, die Erfindung 
jedoch nicht ausgebaut. 

Am 26. August 1895 nimmt der Franzose 
M. Joly ein franz. Patent auf einen kinemato- 
graphischen Apparat, der — jedenfalls unab- 
hängig von Birt Acres — mit einer Vor- 
wickeltrommel ausgerüstet ist. 4 ) Auch hier 
periodische Anpressung des Filmbandes im 
Bildfenster; Schaltung durch eine Stoßerrolle. 
Bei seinen späteren, von Normandin in 
Paris in den Handel gebrachten Apparaten geht 
Joly aber zur periodisch bewegten Zahn- 
trommel über, wobei ein Mitnehmer oder ein 
Satellitenrad angewendet wird. 3 ) 

*J Brit. Patent Nr. 10474 vom 27. 5. 1895. Ab- 
druck im Brit. Journal of Photogr., Supplem. 1896, 
S. 43; Journal Camera Club 11, 65, 1897; Brit. Jour- 
nal Almanac 1898, S. 652. 

2 ) Sitzungsbericht in The Photogr. Journal 20 
(N. S.) 123 u. 124. 1895,96. Es seien 40 Bilder in der 
Sekunde vorgeführt worden, wenngleich der Be- 
wegungseindruck bei etwa 15 Bildern in der Sek. be- 

95 



friedigt gewesen sei. Cecil M. Hepworth, Ani- 
mated Photography, London 1897, S. 4, datiert irrtüm- 
lich diese Vorführung auf Januar 1895. Nach Hop- 
wood (Liv. Pict. S. 97) hat Birt Acres bereits 
am 30. Mai die kinematographische Aufnahme einer 
Ruderregatta gemacht. 

3 ) Durch die Northern Photogr. Works, Barnet, unter 
der Leitung Birt Acres' (vgl. Anzeige in Hep- 
worth, Animated Photogr., London 1897, S. III u. 
IV). 1897 nahm B i r t A c r e s ein brit. Patent 
Nr. 10603 auf ein wechselweise auf dasselbe Film- 
band arbeitendes Doppelwerk (H o p w o o d S. 158, 
248). 1898 brachte er unier der Bezeichnung B i r t a c 
einen Aufnahme- und Wiedergabe-Kinematograph für 
Filme von der halben normalen Breite heraus. Opt. 
Mag. Lantern Journal 9, 187, 1898; The Lantern Re- 
cord vom 6. 1. 1899; The Amateur Photographer 30, 
68, 1899. 

4 ) Brit Patent Nr. 18695 vom 5. 10. 1895. Opt. Mag. 
Lantern Journal 9, 56, 1898; Hop wo od, Liv. Pict. 
S. 104, 241. 

5 ) Brunei, La Photographie et la projection du 
mouvement, Paris 1897 S. 86, 87, 89; Hopwood, 
Liv. Pict. S. 145, 146, 245; Brit. Patente Nr. 21381 und 
21382 vom Sept. 1896. 

1895. Ch. Francis J e n k i n s und Thomas 
A r m a t nehmen unter dem 28. August ein 
amerik. Patent auf ein Schaltwerk, bei dem zur 
periodischen Bewegung des Filmbandes 
erstmalig das Einzahnrad in Verbindung 
mit einem vielteiligen Sternrad vorgesehen ist. 
Amerik. Patent Nr. 586953 (erteilt am 20. 7. 1897). 
Der Film läuft an der Belichtungsstelle durch eine 
Bremsvorrichtung mit Regulierschraube. — Möglicher- 
weise wurde das Einzahnrad um iene Zeit schon von 
Robert Paul in London bei seinen Versuchen be- 
nutzt (siehe unter 1896). Das Einzahnrad findet sich 
früher bei Apparaten mit sprungweise gedrehter 
Platte (vgl. unter C. 1869 und F. 1874). 

96 



1895. W. L a t h a m projiziert im Herbst in 
New York unter starkem Zulauf lebende Licht- 
bilder mittels seines Eidoloskopes. Dieser 
Apparat arbeitete, gleich dem Edisonschen 
Kinetoskop, mit ständig laufendem Filmband 
(ohne optischen Ausgleich der Bildwanderung), 
gab daher trotz hoher Stromstärke nur 
schwache Bilder. 

Photographic Times 27, 173 u. 174, 1895 II (Sep- 
temberheft); 28, 452, 1896. Latham zeigte Pferde- 
rennen, Boxerkämpfe; einige Szenen dauerten meh- 
rere Minuten, benötigten aber ungeheuere Film- 
längen. — Rob. Grau in The Moving Picture 
World 5, 177, 1911, verlegt Lathams Vorführungen 
(wohl irrtümlich) auf 1894. G. Michel C o i s s a c 
(La theorie et la pratique des Protections, Parts o. J., 
S. 486) und J. Rosen (Le Cinematographe, Paris 
o. J M S. 28) sprechen von einem Mitarbeiter E d i - 
s o n s namens Eugene Lauste, der das E i d o - 
1 o s k o p erfunden und vorgeführt habe. Latham 
nahm auf seinen Apparat das brit. Patent Nr. 4841 
vom 3. 3. 1896. Opt. Mag. Lant. Journal 8, 186, 1897; 
Hop wo od, Liv. Pict. S. 241. 

1895. Max Skladanowsky aus Berlin 
in Verbindung mit seinem Bruder Emil, seinem 
damaligen Geschäftsteilhaber, zeigt am 
1. November im Abendprogramm des dor- 
tigen Wintergartens lebende Lichtbilder 
mittels eines abwechselnd arbeitenden Doppel- 
apparates und zweier Filmbänder. 30 X 40 mm 
große Bilder auf 54 mm breiten, jeweils 10 Bilder 
enthaltenden Filmstreifen, die zu einem langen 
Bande zusammengeklebt werden. Beiderseits 
zu jedem Bilde ein Loch, durch eine Metall- 
öse verstärkt. Zur Schaltung des Bandes dient 
eine Zahntrommel; diese wird angetrieben durch 

7 97 



ein Schneckenrad, dessen Wirkung durch seit- 
liches Mitgehen (Verschiebung der Achse) pe- 
riodisch aufgehoben wird (DRP. Nr. 88599 vom 
1. November 1895). Die Erfindung wird nicht 
weiter verfolgt. 

Nach brieflicher Mitteilung vom 9. 6. 1908 kon- 
struierte Skladanowsky 1894 einen Aui- 
nahmeapparat für Rollfilme mit sprungweise beweg- 
tem, unperforiertem. Band, auf das Marken für die 
spätere Lochung mit belichtet wurden. Sein Aufsatz 
im Kinematograph 18, 1924, Nr. 893, S. 19 (woselbst 
Abbildung) datiert diese Kamera auf 1892. Das erste 
Projektionswerk arbeitete mit kontinuierlich laufen- 
dem Film, der zweite sprungweise, 8 bis 10 Bilder 
in der Sekunde. Um das starke Flimmern zu besei- 
tigen, baute S. das Doppelwerk (Bioskop). Besich- 
tigung durch die Direktoren des Wintergartens im 
Juli 1895 (Kinematograph 10, 1916, Nr. 494). Ein offen- 
bar späterer, mit Malteserkreuz versehener Apparat 
für einen einzigen Film wurde auf der Berliner Photo- 
Kino-Ausstellung (Kipho) 1925 gezeigt. Vgl. Die Film- 
technik 1, 271, 1925. Oskar Meßters Ansicht über 
diesen Apparat in Kiriematogr. Monatshefte 6, 
Heft 11/12 S. 36, 1925. 

1896. Der Fabrikant Robert Paul in Lon- 
don tritt im Februar 1 ) mit seinem Vorführungs- 
apparat Theatrograph (später Anima- 
t o g r a p h genannt) in die Oeffentlichkeit. Er- 
folgreiche Vorführungen in Variete-Theatern. 
Starke Verbreitung des Apparates in England. 
Periodische Schaltung des perforierten Filmban- 
des (Edison- Abmessungen) durch E i n - 
zahnrad mit siebenteiligem Malteserkreuz. 
Beim nächsten Modell zwei synchron sprung- 
weise bewegte Zahntrommeln über und unter 
dem Bildfenster 2 ). 1897 Uebergang zum vier- 
teiligen Malteserkreuz 3 ). 

98 



1 ) Zeitungsberichte über die ersten Vorführungen 
am 22. 2. und 29. 2. 1896 usw., wobei handkolorierte 
Filme benutzt wurden, sind wiedergegeben in The 
Bioscope 1914 S. 743. Vgl auch The Opt. Mag. Lan- 
tern Journal 7, 71 u. 72, 1896. 

-) Brit. Patent Nr. 4686 vom 2. 3. 1896. Opt. Mag. 
Lant. Jl 8, 185, 1897; Hop wo od, Liv. Pict. S. 176, 
241. — Keine Vor- und Nachwickeltrommeln. Der 
Apparat wurde auch mit einem Säulenstativ 
geliefert. 

3 ) Paul gibt hierfür in einem Prospekt selbst 
das Jahr 1897 an. Nach The Amateur Photographer 
26, 265, 1897 (vom 24. 9. 1897) wurde ein von Paul 
,, kürzlich herausgebrachter" kleiner Kinematograph 
damit ausgerüstet. — 

Robert Paul stellte seit 1894 Kinetoskope her, 
die Edison in England nicht hatte patentieren 
lassen. Vom E d i s o n - Agenten nicht mehr mit 
Bildfilmen beliefert, baute er gezwungenerweise eine 
Aufnahmekamera, um selbst Kinetoskopfilme herzu- 
stellen. Fred. A. T a 1 b o t , Moving Pictures, Lon- 
don 1912, S. 33 ff. — Seine durch Motor angetrie- 
bene Animatograph-Kamera ist abgebildet in Laterna 
Magica 13, 103, 1897. 

1896. Theodor Reich aus Wien, damals 
als Phototechniker in London tätig, nimmt ein 
vom 3. Juni lautendes britisches Patent 
Nr. 12. 128 auf einen von ihm konstruierten 
Aufnahme- und Wiedergabe-Kinematograph, 
der den Film durch einen Greifer schaltet. Nach 
eigener Angabe hat Reich den Apparat be- 
reits 1895 herstellen lassen und vorgeführt. 

Die Filmtechnik 1, 296, 1925 (Rudolf Beranek). 
Der Film war 42 mm breit und enthielt 35 X 25 mm 
große Bildchen, auf deren jedes beiderseits ein Perfo- 
rationsloch kam. Bei einer zwecks Verwertung durch 
eine Gesellschaft veranstalteten Probevorführung ge- 
riet der Film in Brand, worauf der Vorführer mit dem 

r 99 



Apparat und den Filmen spurlos verschwand. Der 
Reich sehe Apparat ist im Wiener Technischen 
Museum nachgebildet worden. In ,,Die Filmtechnik" 
2, 111, 1926 beschreibt Reich einen Entwurf zu 
einer Reihenkamera von 1887, sowie seine Filmverar- 
beitungsmaschinen. 

Ein gemeinsam mit J. H. H. Duncan genommenes 
Patent Nr. 7635 vom 24. III. 1897 sieht bei der Auf- 
nahmekamera einen Stempel zum Einschlagen der Per- 
forationslöcher vor, der bei der Wiedergabe ausge- 
schaltet wird (Hopwood, Living Pictures, London 
1899, S. 248). 

1896. Oskar Meßt er in Berlin baut als 
erster in Deutschland erfolgreich Kinemato- 
graphien, zunächst mit fünfteiligem Kreuz, um 
alsdann zum vierteiligen Malteserkreuz überzu- 
gehen, das mit der Zeit auf dem Gebiete der 
Vorführungsmaschinen die Herrschaft gewinnt. 

Laterria Magica 13, 61, 1897; Hopwood Liv. 
Pict. S. 156, 208; Hermann Lemke, Die Kinemato- 
graphie der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, 
Leipzig o. J., S. 9; Lichtbild-Bühne 9, 1916 Nr. 15, 
S. 10; Ktnotechnisches Jahrbuch 1922/23 B. 69 u. 70 
(Guido S e e b e r). 

1896. Hermann C a s 1 e r (vgl. unter 1894) 
konstruiert den Biograph 1 ) (amerikan. Pa- 
tent vom Dezember 1896), eine Vorführungs- 
maschine, die große Verbreitung erlangt und sich 
durch eine für damals sehr hohe Leistung aus- 
zeichnet. Einziger, zeitweilig erfolgreicher Wie- 
dergabeapparat mit u n perforiertem Film 2 ). 
Bandbreite ungefähr 70 mm, bei 50 mm Bild- 
höhe. Anfangs 40, dann 30 Bilder in der Se- 
kunde. Periodische Schaltung durch die hier 
erstmalig in der Praxis auftretende Lücken- 
walze (Nocken, Reibungsscheiben), die zuerst 

100 



in B o u 1 y s Patent von 1892 angegeben wurde 
(siehe unter 1895 Lumicre), Die infolge 
fehlender Perforation notwendige Kontrolle des 
Bildschrittes erforderte höchst sorgfältige Be- 
dienung. Später Anpassung an den perforierten 
Edisonfilm, der Normalfilm wurde. — Der 
Nockenapparat hat sich trotz vieler Bemühun- 
gen, die namentlich auch in Deutschland darum 
gemacht wurden, nicht halten können. 

An C a s 1 e r s Aufnahmekamera 3 ) (ameri- 
kanisches Patent vom Februar 1896), die auch 
zur Herstellung seiner Mutoskopbilder diente, 
ist bemerkenswert die gleichzeitig zum Vor- 
wickeln und Nachwickeln dienende Trommel, 
eine in der Folge viel benutzte Anordnung. 

*) Amerikan. Patent Nr. 611591 vom' 10. 12. 1896. 
Hopwood, Liv. Pict. S. 135. Nach Jenkins 
(Animated Pictures, Washington 1898, S. 20) soll 
C a s 1 e r beim Wiedergabeapparat bereits ein Tacho- 
meter zur Kontrolle der Ablaufgeschwindigkett an- 
gewandt haben. 

2 ) Bezüglich der für die damalige Zeit hervor- 
ragenden Wirkung siehe S e e b e r in Kinotechnik 5, 
35, 1923. 

3 ) Amerikan. Patent Nr. 629 063 vom 26. 2. 1896. 
Scientific American 76, 248, 1897. Wie durch Ab- 
bildung veranschaulicht, trieb C a s 1 e r die Kamera 
durch einen Motor an. 



101 



G. Projektion und Kinematographie 
in den natürlichen Farben, 

1. Additives Verfahren. 
1861. Der schottische Physiker J. Clerk 
,M a x w e 1 1 demonstriert in der Royal Institu- 
tion of Great Britain die Dreifarbenprojektion 
mittels dreier Projektionsapparate. % 

J. C. Maxwell, ,,0n the theory of three primary 
colours", Brit. Journal of Photogr. 8, 270, 1861; Phot. 
Notes 6, 189, 1861; Kreutzers Ztschr. für Fotografie u. 
Stereoskopie 5, 143, 1862. 

Den Gedanken zu diesem Verfahren hatte Max- 
well bereits 1855 der Royal Society in Edinburgh 
vorgelegt. B. Donath, Die Grundlagen der Farben- 
photographie, Braunschweig 1906 S. 69. 

1869, Abermalige Beschreibung des Ver- 
fahrens durch Ducos du Hauron. 

J. M. Eder, Geschichte der Photographie, 3. Aufl., 
Halle 1905 S. 438. 

1888, Ausführung des Verfahrens durch den 
Amerikaner Fred. I v e s. 1898 bringt Ives 
eine praktische Vorrichtung zur Dreiteilung des 
Strahlenbündels heraus, welche die Dreifarben- 
projektion mit Hilfe eines einzigen Projektions- 
apparates ermöglichte. 

Journal of the Franklin Institute 1889 S. 58. 

1892, Leon V i d a 1 in Paris führt die Drei- 
farbenprojektion mittels dreier Apparate aus. 

102 



Conferences publiques sur la Photographie, Paris 
1893, No. 10, L. Vi dal, La photogravure; la photo- 
chromographie, S. 19 (Vortrag vom 7. Febr. 1892). 
H. Fourtier, La pratique des projections, Paris 
1893 S. 122. 

1902, A. M i e t h e in Berlin, der durch Auf- 
finden neuer sensibilisierender Farbstoffe die 
Farbenphotographie wesentlich verbesserte, er- 
. zielt Dreifarbenprojektionen von höchster Voll- 
kommenheit. 

Monatsschrift für Photographie 9, 50, 1913. — Be- 
züglich sonstiger Arbeiten siehe E d e r , Geschichte 
d. Photogr. S. 438—440. 

1904, Versuch von A. M i e t h e zur Durch- 
führung der Dreifarben-Kinematographie mit 
zeitlich getrennten Bildern. Das Ergebnis war 
infolge heftigen Flimmerns (Wettstreit der Seh- 
felder) unbefriedigend. 

Photogr. Chronik 1904 Nr. 88; Ztschr. Skioptikon 
1905 S. 62. — Betr. anderer Versuche nach dieser 
Richtung siehe Liesegang, Wissensch. Kinemato- 
graphie, Düsseldorf 19920 S. 164 ff. 

1908. Der Engländer Albert Smith bringt 
in Verbindung mit Charles Urban ein kine- 
matographisches Zweifarbenverfahren mit zeit- 
licher Trennung der Bilder heraus (Kinema- 
color). Das Verfahren wurde in verschiedenen 
Ländern (auch in Deutschland) kurze Zeit in 
Kinematographen-Theatern ausgeübt, konnte 
sich aber auch nach einer Verbesserung im 
Jahre 1911 nicht durchsetzen. 

Fred. A. Talbot, Moving Pictures, London 1912 
S. 295; Liesegang, Wissensch. Kinematogr. S. 167 
bis 170. Dort auch andere Verfahren dieser Art. 

103 



Das vom Jahre 1906 läuternde britische Patent von 
Smith wurde 1915 für nichtig erklärt. Photogr. In- 
dustrie 1915 S. 357. 

Das Zweifarbenverfahren war 1895 durch D u c o s 
du Hauron angegeben worden. Phot. Industrie 
1915 S. 582. 

1912. Leon Gaumont in Paris bringt ein 
kinematographisches Dreifarbenverfahren mit 
schrittweisem Wechsel der vereinigten Bilder 
heraus. Dieses Chronochromverfahren wird 
zeitweilig öffentlich vorgeführt. 

Franz. Patent Nr 437 173; Brit. Patent Nr. 3220. 
L Industrie cinematographique 2, 72, 1913; Carl 
Forch, Der Kinematograph usw., Wien u. Leipzig 
1913 S. 132; Liese gang, Wissensch. Kinem. S. 175 
bis 178. — Nach Forch, Der Kinematograph S. 130 
hatte bereits L e e in seinem britischen Patent Nr. 6202 
von 1899 eine Beschreibung des Verfahrens gegeben. 

2. Subtraktives Verfahren. 
1868, Ducos du Hauron nimmt ein 
französisches Patent auf das subtraktive Drei- 
farbenverfahren, Gleichzeitig und unabhängig 
davon erfindet Charles C r o s s in Paris dieses 
Verfahren. 

Näheres in E d e r , Geschichte der Photogr. S. 430, 
433. 

Transparente, zur Projektion geeignete Dreifarben- 
bilder nach dem subtraktiven Verfahren stellten her 
1899 Seile, 1900 A. H o f m a n n , 1902 L u m i e r e u. 
Sanger Shepherd, E. König (Pinatypie), 1918 
A. Traube (Uvachrom). Vgl. B. Donath, Die 
Grundlagen der Farbenpihotographie, Braunschweig 
1906 S. 152 u. 164; Deutsche Optische Wochenschr. 
1918 S. 296. 

Bezüglich der Anwendung in der Kinematographie 
siehe Liesegang, Wissensch. Kinem'atogr. S. 158 — 
163. In die Praxis eingeführt wurde in neuerer Zeit 

104 



ein Zweifarbenfilm nach den amerikanischen Prizma- 
und Technicolor-Verfahren, bei denen die Teilbilder 
zu beiden Seiten des Filmbandes sitzen. 

3. Farbrasterverfahren. 

1868. Ducos du Hauron deutet in sei- 
nem französischen Patent vom 23. Nov. 1868 
die Herstellung von Naturfarbenbildern mit 
Hilfe einer mit einem Dreifarbenkornraster be- 
deckten Folie an. 

Monatsschrift für Photographie 9, 64, 1913; 
M e b e s Farbenphotographie mit Farbrasterplatten, 
Bunzlau 1911 S. 11. Dort auch Bericht über die Fort- 
schritte von Joly bis Lumiere. 

1906, Die Gebr. Lumiere bringen die 
Autochromplatte in den Handel, die 1903 paten- 
tiert wurde (Franz. Pat. 329 923 vom 15. 10. 
1903; D. R. Pat. 172 851 u. 182 099, 1904). 

Vgl. M e b e s , Farbenphotographie S. 73. 

1916, Die Agfa-Farbenplatte erscheint im 
Handel. 

Photogr. Industrie 1916 S. 63; Phot. Korrespondenz 
1916 'S. 193. 

Die Möglichkeit der Anwendung des Farbrasters in 
der Kinematographie wurde erörtert durch F o r c h 
und Szczepanik in der Kinotechnik Bd. 1 Nr. 2 
und 4, Bd. 2 Nr. 2. 



105 



H. Stereoskopische Projektion 
und Kinematographie. 

1858. Der französische Physiker J. Ch. 
cl ' A 1 m e i d a 1 ) erfindet zwei Verfahren zur 
stereoskopischen Projektion, die er versuchs- 
weise ausübt: a) das Verfahren der additiven 
Farbenstereoskopie (mit getrennten Bildern), 
b) das Verfahren der zeitlich getrennten Bilder 
(Wechselverfahren, Strobostereoskop). 

1889 wird d'Almeidas Farbenverfahren 
durch E. Schobbens 2 ) in Antwerpen und um 
die gleiche Zeit von M o 1 1 e n i 3 ) in Paris wie- 
der aufgegriffen; um 1895 bringen Newton 
& Co. 4 ) in London Stereoskopdiapositive und 
Farbbrillen dazu in den Handel. 

1886 wird das Wechselverfahren durch 
A. Stroh 5 ) in der Royal Society in London 
vorgeführt. 

1 ) Comptes rendus de l'academie des sciences Paris 
47, 61, 1858 II, deutsch in M. von Rohr „Abhand- 
lungen zur Geschichte des Stereoskopes", Oswalds 
Klassiker Nr. 168, Leipzig 1908 S. 103. Bei beiden 
Verfahren sind zwei Projektionslaternen erforderlich, 
deren Lichtkegel sich auf dem Schirme treffen. Im 
ersteren Falle werden die Lichtkegel in komplemen- 
tären Farben (etwa rot und blaugrün) gefärbt und die 
aufeinandergeworfenen Lichlbilder durch eine Brille 
mit den gleichen Farben betrachtet. Im anderen Falle 
kreisen vor dem Objektiv und vor den Augen synchron 

106 



laufende Verschlußscheiben, derart, daß in raschem 
Wechsel jedem Auge das ihm zugehörige Bild gezeigt 
wird. d'Almeida wies auf die Verwendbarkeit 
elektrisch betätigter Betrachtungsvorrichtungen hin, 
wie sie später wiederholt für die stereoskopische 
Kinematographie ausgedacht wurden (vgl. Prometheus 
22, 589, 1911). 

2 ) Optical Magic Lantern Journal 1, 94, 1889; das 
d'Almeidasche Farbenverfahren wurde früher 
zuweilen nach Schobbens benannt. 

3 ) Optical Magic Lantern Journal 7, 64, 1892; 
Ducos du Hauron, L'art des anaglyphes, Alger 
1894 'S. 3. Molteni soll damals hervorragende 
stereoskopische Projektionen mittels dieses Verfahrens 
ausgeführt haben, die vielleicht Ducos du Hauron 
zum Anaglyphenverfahren anregten. 

4 ) Die beiden Teilbilder waren mit einem roten 
bzw. blaugrünen Deckglas versehen (nach Newtons 
Preisliste Nr. 4, S. 502 Gegenstand einer Patentanmel- 
dung). Vgl. auch Lewis W r i g h t , Optical Projection, 
London 1895 S. 428. Neuerdings bringt die Firma 
Carl Z e i ß in Jena einen Projektionsapparat mit 
Zweiteilung des Lichtkegels zur Ausübung des 
d' Alm eid aschen Verfahrens heraus. 

5 ) Engineering 41, 485, 1886; Laterna Magica 8, 34, 
1886; Liesegang, Die Projektionskunst, 12. Aufl. 
Leipzig 1909 S. 284; F. D r o u i n , Le stereoscope, 
Paris 1894 S. 80. — 1903 brachte G. Jäger aufs 
Neue dies Verfahren unter der Bezeichnung Strobo- 
stereoskop heraus (Wiener Berichte 112, IIa, 985, 1903 
nach M. von Rohr, Die binokularen Instrumente, 
Berlin 1920 S. 243, 288. 

1893, Louis Ducos du Hauron wendet 
das 1853 von dem Mathematiklehrer W. R o 1 1- 
m a n n 1 ) erfundene subtraktive Verfahren der 
Farbenstereoskopie (mit überdeckten Bildern), 
das er aufs Neue erfindet und als Anaglyphen 
bezeichnet, auf photographische Druckverfahren 
(Autotypie) an und empfiehlt es zur Projektion 2 ), 

107 



wobei im Gegensatz zum additiven Verfahren 
d ' A 1 m e i d a s nur ein Projektionsapparat be- 
nötigt wird. 

In der Folge kommen durch M. Demole 3 ) 
in Genf und von Paris 4 ) aus Stereodiapositive 
nach diesem Verfahren in den Handel. 1897 
und 1900 gibt M. P e t z o 1 d 5 ) Vorschriften zur 
Herstellung einwandfreier Bilder und bringt 
solche heraus. 

Neuerdings werden nach diesem Verfahren 
kinematographische Filme hergestellt, wobei die 
roten und blaugrünen Teilbilder zu beiden Sei- 
ten des Filmbandes kopiert sind. 6 ) 

1 ) Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie 
90, 186, 1853; M. von Rohr, Die binokularen Instru- 
mente, 2. Aufl. Berlin 1920 5. 101. — Roll mann 
stellte sich überdeckende gelbe unc j blaue Zeichnungen 
her, die durch Gläser der gleichen Farben betrachtet 
wurden. Von der Möglichkeit der Projektion spricht 
er nicht; diese ergibt sich ohne weiteres durch Zeich- 
nung auf Gelatinefolien oder Glasplatten. 

2 ) Ducos du Hauron, L'art des anaglyphes, 
Communication ä la Soc. iranc. de photogr., 18. Nov. 
1893, Alger 1894, S. 6. Ducos duHauron -meldete 
1891 auf das Verfahren ein franz. Patent an. M. v o n 
Rohr, Die binokularen Instrumente, 2. Aufl. S. 282. 
(Bei den von Ducos du Hauron herausgegebenen 
Autotypien sind die beiden Teilbilder [orange und 
blau] stark gegeneinander versetzt.) 

3 ) Siehe unter A. 1858. 

4 ) Optical Magic Lantern Journal 7, 54 und 118, 
1893. Nach Lewis W r i g h t , Optical Projection, 
London 1895 S. 428 sollen die Pariser Bilder sehr un- 
befriedigend gewesen sein. 

5 ) Liesegangs Laterna Magica 13, 1, 1897; 16, 
33, 1900; Photo-Woche 5, 1915 Nr. 27/28 S. 3. 
P e t z o 1 d kopierte die beiden Teilbilder nach* dem 

108 



Chromverfahren, färbte sie in den beiden Farben an 
und klebte sie aufeinander. Später benutzte 
E. König hierzu sein Pinatypieverfahren. Photogr. 
Mitteilungen 1908 S. 523; E d e r s Jahrbuch 1909. 
S. 533. 

6 ) Ueber die Versuche zur stereoskopischen Kine- 
matographie siehe Liesegang. Wissenschaftliche 
Kinematographie, Düsseldorf 1920 S. 190 ff. 

1891. John Anderton in Birmingham 
führt die stereoskopische Projektion aus unter 
Anwendung von polarisiertem Licht und einem 
Projektionsschirm mit metallischer Oberfläche. 
Brit. Patent Nr. 11520 von 1891; Optical Magic 
Lantern Journal 3, 88 u. 100, 1892. A n d e r t o n be- 
nutzte als Polarisatoren und Analysatoren (letztere für 
die Betrachtung) Glasplattensätze. Der Schirm darf 
nicht depolarisierend wirken; daher wurde er mit 
matter Zinnfolie belegt. Die Apparate wurden durch 
Field & Co. in Birmingham in den Handel gebracht; 
sie führten sich aber nicht ein, wenngleich die ver- 
schiedentlich veranstalteten Vorführungen großes 
Interesse und Beifall erregten. (U. a. im Juni 1893 in 
der Royal Society in London. Fields Preisliste 
bringt zahlreiche Besprechungen; N e u h a u ß , Lehr- 
buch der Projektion, 2. Aufl. Halle 1908 S. 109, berich- 
tet über eine Vorführung von 1898). 

Den Vorschlag, polarisiertes Licht in Verbindung 
mit einem metallischen Schirm anzuwenden, scheint 
schon vorher Boys gemacht zu haben (Photogr. 
Wochenblatt 1890 S. 187 nach Eders Jahrbuch 1892 
S. 371). 



109 



J. Panorama-Projektion 
und -Kinematographie. 

1859. Thomas S u 1 1 o n konstruiert einen 
seiner Panoramakamera entsprechenden Pro- 
jektionsapparat mit halbzylinderförmigem Glas- 
bild. Die Beleuchtung erfolgt durch einen Kalk- 
lichtbrenner in Verbindung mit einem Reflek- 
tor. Als Objektiv dient S u 1 1 o n s Panorama- 
linse. 

Photographie Notes 4, 295, 1859. Die Ausführung 
des Apparates wurde dem Optiker C o x in London 
übertragen. Ueber Erfolge ist nichts bekannt. 

1892, Moessardin Paris führt die Pano- 
ramaprojektion unter beschränktem Gesichts- 
kreis aus mittels vier Projektionsapparaten. 

Conferences publiques sur la Photographie, Paris 
1893, Nr. 4, Moessar d Les panoramas photogra- 
phiques, S. 27 — 30 (Vortrag im Conservatoire des arts 
et metiers vom 13. 3. 1892). Laterna Magica 13, 66, 
1899. Die mit seiner 170 Grad umfassenden Cylindro- 
graph-Kamera (Franz. Patent Nr. 162 815 von 1884) 
hergestellten Panoramaaufnahmen wurden in vier 
Teile zerlegt und diese mittels vier Kalklicht-Projek- 
tionsapparaten aneinander anschließend projiziert. Der 
Anschluß wurde durch Uebergreifen der Lichtbilder 
erreicht, wobei jeweils durch seitliche Blendsclr.rme 
zwischen Lampe und Kondensor die Helligkeit an der 
sich überdeckenden Stelle geregelt wurde. Das Pano- 
rama wurde in der Wiedergabe auf einen Winkel von 
67 Grad zusammengedrängt, damit es in 'dem Vortrags- 
saal gezeigt werden konnte. Das Bild war 2,10 m 
hoch, 8,50 m lang, Radius des Schirmes 7 m. Die vier 

110 



Apparate warfen die Lichtkegel sich kreuzend über 
die Mitte des Zylinders. 

1894. Der Amerikaner Charles A. Chase 
stellt in Chicago mit Hilfe von acht durch Bo- 
genlampen betriebenen Doppelapparaten ein 
Rundpanorama her (Stereopticon-Cyclorama). 

Optical Magic Lantern Journal 6, 45, 1845 (aus 
Wilsons Photogr. Magazine); A. Hopkins, Magic, 
London 1897 & 357; Laterna Magica 13, 35, 1897. Die 
auf einer hängenden Ampel aufgebauten acht Doppel- 
apparate bildeten einen Ring, innerhalb dessen der 
Vorführer stand. Die zweiten Apparate dienten zur 
Vorbereitung eines neuen Bildes, sowie zu Nebel- 
bildereffekten (Uebergang von Tag zu Mondschein, 
ziehende Wolken usw.) Das Panorama hatte etwa 
30 m Durchmesser bei ungefähr 10 m Höhe. Die Vor- 
führungen fanden statt am 24. und 27. August 1894. 

1898. T. W. B a r b e r , unterstützt durch 
C. W. Locke, führt in London mittels Pro- 
jektion ein Rundpanorama vor (Elektrorama). 

Optical Magic Lantern Journal 9, 95 und 102, 1898. 
B a r b e r benutzte zehn einen Kranz bildende Linsen- 
systeme, in deren Mitte ein zehnfacher Kalklicht- 
brenner mit drei großen Kalkstücken angeordnet war. 
Glasbilder je lHX6% Zoll groß. Umfang des Pano- 
ramas 4C0 Fuß bei 40 Fuß Höhe. Plattform für einige 
hundert Zuschauer in halber Höhe des Schirmes, 
Apparate auf kleinem Türmchen. Vorführung 
14 Tage lang im Niagara, Westminster. 

1900. Die Gebr. Lumicre in Lyon führen 
einen neuartigen Apparat zur Panoramaprojek- 
tion aus (Photorama): Ein 90 cm langer, 11 cm 
hoher Filmstreifen, der ein Diapositiv einer 
Rundaufnahme trägt, bildet einen Zylinder von 
29 cm Durchmsser. Ihn umkreisen zwölf mit 
Spiegeln verbundene Objektive, die Stück um 
Stück des Bildes auf der Wand entwerfen, und 

111 



\ 

zwar mit solcher Geschwindigkeit (3 Umdrehun- 
gen in der Sekunde), daß der Eindruck eines 
geschlossenen Rundbildes entsteht. Beleuch- 
tung durch eine Bogenlampe von 90 Amperes 
unter Vermittlung von Kondensoren und Spie- 
geln. 

Eders Jahrbuch für Photogr. 1902 S, 237; Neu- 
hauß, Lehrbuch der Projektion 2. Aufl. Halle 1908 
S. 104; Liesegang, Die Projektionskunst, 12. Aufl., 
Leipzig 1909 S. 291. Vorführungsversuche sollen ge- 
macht worden sein in einem Rundbau auf der Pariser 
Weltausstellung 1900 und spätere 1902. 

G. M. Coissac, La theorie et la pratique des 
projections, Paris o. J. S. 547 u. 548; erwähnt ein 
franz. Patent von Daraoizeau von 1901 auf einen 
Panorama-Projektionsapparat mit bewegtem Objektiv, 
sowie einen Vorschlag von L e g u e y und B a p aus 
dem Jahre 1902. 

1909. Versuch eines Panorama-Kinemato- 
^raphen von H. G o e t z in München, Die 
Aufnahme erfolgt auf ein stetig laufendes, hori- 
zontales Filmband, das durch einen senkrechten 
Schlitz belichtet wird, während der Apparat 
um eine horizontale Achse rotiert. Wiedergabe 
analog, aber unter Anwendung eines Kranzes 
von Objektiven. 

D. R. Pat. Nr. 240 020 und 274 673, 1909. Film und 
Lichtbild 1913, S. 37. Liesegang, Wissensch. 
Kinematographie S. 211. Es wurde eine Versuchs- 
kamera gebaut und ein Film damit aufgenommen. — 
Der Gedanke zu einer solchen Einrichtung, wurde 
schon ausgesprochen in der Optician and Photogr. 
Trade Review 3, 450, 1892; siehe dort auch 5, 786, 
1893; Hopwood, Living Pictures, London 1899 S. 65 
und 67. 

Weitere Vorschläge zur Panorama-Kinematographie 
von A 1 b e r i n i (1911) und Marsh (1912) in L i e s c - 
gang, Wissensch. Kie S. 212. 

112 



K. Tonbild und sprechender Film. 

1. Ton bi Id. 
1877. W. Donisthorpe veröffentlicht 
den Plan einer Verbindung seines 1876 paten- 
tierten Kinesigraph (eines projektierten Lebens- 
rad-Apparates in Art des späteren Kinetosko- 
pes) mit dem 1877 von Edison erfundenen 
Phonograph. 

Nature 17, 242, 1878, aus Scientific American vom 
2. Dez. 1877. 

Auch Friese Greene kündigt bei der ersten 

Veröffentlichung seiner 1889 gebauten Reihenkamera 

die Verbindung des geplanten Wiedergabeapparates 

mit der Sprechmaschine an. Opt. Mag. Lantern Jour- 

t nal Vol. 1, S. 44 (Nov. 1889). 

1893, Edison bringt sein Kinetoskop in 
Verbindung mit dem Phonograph als Einwurf- 
automat heraus. Der Apparat wird an vielen 
Stellen aufgestellt, verschwindet aber bald 
wieder. 

F. A. Tal bot, Moving Pictures, London 1912 
S. 178. 

1902. Leon Gaumont führt am 7. Nov. 
in der Franz. Photogr. Gesellschaft zu Paris 
einen Kinematograph in Verbindung mit dem 
Grammophon vor unter Anwendung einer 
Synchrom-Vorrichtung, 

J. R o s c n , Le Cinematographe, Paris o. J. S. 11. 

8 113 



1903. Oskar Meßt er führt am 30. Aug. 
im Apollotheater zu Berlin erstmalig die Ver- 
bindung seines Kosmographen mit dem Gram- 
mophon öffentlich vor, um alsdann dort regel- 
mäßige Biophon-Vorführungen zu geben. 

Laterna magica 19, 63, 1903; Kinotechnik 3, 379, 
1921; 4, 864, 1922. Bald traten auch zahlreiche andere 
auf, B u d erus, Edison usw. 

1910, Gaumont löst das Problem, Bild 
und Schall gleichzeitig aufzunehmen, und ver- 
bessert dadurch wesentlich die Wirkung des 
Tonbildes. Erste Vorführung seines Chrono- 
phones am 27. Dez. in der Akademie der Wis- 
senschaften zu Paris. 

J. Rosen, Le Cinernatographe, Paris o. J. S. 41. 

1912. Edison erreicht, unabhängig von 
Gaumont, dies Ziel und macht Ende 1912 
die erste Vorführung seines Kinetophones. Die 
Einführung gelingt weder Gaumont noch ihm. 

Projektion Jahrg. 7, 1913, Nr. 6; The Moving Pic- 
ture News Jahrg. 7, 1913, vom' 18. Jan. 

2. Sprechender Film. 
1922. Erste öffentliche Vorführung des 
Triergon- Verfahrens in Berlin (Engl, Vogt, 
Ma s ol 1 e). 

Kinotechnik 4, 857, 1922. 

Frühere Versuche: 1901 Ernst Ruhmer (mit 
Simons sprechender Bogenlampe); 1906 Lauste 
(Hopwood, Livin'g . Pictures 2. Auifl. London 1915 
S. 281); 1910 Lifschitz (am 6. Febr. Vorführung 
seines Verfahrens in der Akademie der Wissensch. 
zu Paris; Erste Internat. Film -Ztg. 7, 1913 Nr. 49 S. 77; 
Rosen, Le Cinematographe, Paris o. J. S. 47); seit 

114 



1910 Sven A. Berglund (große Aktiengesellsch. zu- 
stande gebracht, Photogr. Industrie 1911 Nr. 47; 
Wochenblatt 1915S. 123; Phot. Korrespondenz 1919 S. 396; 
Lichtbildbühne 1921 Nr. 50); 1915 Crocchi (11 Cor- 
riere Fotografico vom L 1. 1915); 1917 18 Ries und 
Neuschwend er (Praktische Schulphysik 2, 183, 
1922); 1918 Seibt (Deutsche Optische Wochenschrift 
1923 Nr. 4); 1921 Grindell-M atthews (Licht- 
bildbühne 1921 Nr. 44); Lee de Forest (Lichtbild- 
bühne 1922 Nr. 17; Deutsche Opt. Wochenschr. 1923 
Nr. 4). 



115 



INHALTSVERZEICHNISSE 



1- Sachverzeichnis 



Achromatisches Objektiv, S. 20 
Additives Dreifarbenverfahren 

S. 102 
Agfa-Farbenplatte, S. 105 
Alaungefäß, S. 25 
Anaglyphen, S. 42, 43 
Anastigmat, S. 62 
Anatomische Laternbilder, S. 13 
Animatograph, S. 98, 99 
Animatoskop, S. 94 
Anorthoskop, S. 32, 39, 56, 86 
Aplanat, S. 61 
Argandbrenner, S. 19 
Astronomische Reihenaufnahmen, 

S. 70 
Ausgleich, optischer, S. 45. 53, 

57, 68, 78, 85, 91. 94 
Autochromplatte, S. 105 
Automat, Einwurf-, S. 47, 75, 90 

92, 113 
Automatische Bogenlampe, S. 25, 

26 
Beleuchtung, intermittierende, S. 

36, 38. 39, 41, 46, 47, 87 
, .Betrunkene Schraube", S. 43, 78 
Bewegliche Laternbilder, S. 7, 14 
Bewegung, ruckweise, S. 40, 43, 

54, 80 
Bewegungsaufnahmen. S. 70 
Bewegungsstudien, S. 73 
Bewegungstäuschungen, S. 33, 42, 

49, 51 
Bildband, S. 57, 68, 76, 78, 80 
Bildband, endloses, S. 35, 41 
Bildband, perforiertes, S. 78 
Bildhalter, S. 27 
Eilderkarten, lebende, S. 48 
Bilderwalze, S. 90 
Bildschritt. S. 81, 89, 101 
Bildspiegel, S. 8 
Bildwerfer, S, 7 



Biograph, S. 93, 100 
ßiophon, S. 114 
Bioskop, S. 40, 86 
Birtac, S. 96 
Blendlaterne, S. 8 
Blendscheibe, S. 54, 55, 56 
Bogenlampe, S. 25, 26 
Bromsilbergelatineplatten, S. 61 
Buch-Kinematograph, S. 44 
Cameo-Camera, S. 66 
Camera obscura, S. 8, 17, 19 
Choreutoskop, S. 43, 50, 53 
Chromatropen, S. 24 
Chronochrom-Verfahren, S. 104 
Chronophon, S. 114 
Chronophotograph, S. 89, 90 
Chronophotogr. Kamera, S. 80, 86 
Cinegraphe, S. 94 
Cinematographe, S. 92 
Cristalloid, S. 79 
Cyclorama, S. 111 
Dädaleum, S. 35 
Daguerrotypie, S, 58 
Diamant-Cameo-Camera, S. 66 
Diapositive, S. 60 
Dissolving views, S. 23 
Doppelbildhalter, S. 27 
Doppelkondensor, S. 20 
Doppelobjektiv mit Mittelblende, 

S. 15 
Doppelwerk, S. 84, 85, 93, 

96, 97, 98 
Drehkassette, S. 64 
Dreifacher Kondensor, S. 22 
Dreifarben-Kinematographie, 

103, 104 
Dreifarben-Projektion, S. 

103 
Drummond-Licht, S. 22 
Eidoloskop, S. 97 
Einloch-Perforation, S. 92, 93, 99 



94, 



102, 



116 



Einwurf-Automat, S. 47, 75, 90, 

92, 113 
Einzahnrad, S. 54, 55, 96, ^98 
Elektrische Bogenlampe, Sf 25 
Elektrischer Schnellscher, S. 46, 

75 
Elektrotachyskop, S. 46, 75 
Elementarphänomen, stroboskopi- 

sches, S. 50 
£llbogen-Polariskop, S. 23 
Episkopische Projektion, S. 10, 

17, 20 
Epizykloid-Bewegung, S. 91 
Fallende Katze, S. 81, 82 
Fantaskop, S. 34 
Faradaysche Scheibe, S. 33 
Farben-Kinematographie, S. 102 
Farbenräder, S. 24 
Farbenscheiben, S. 31, 33 
Farbenstereoskopie, S. 106, 107 
Farbrasterverfahren, S. 105 
Filmband, S. 62, 77, 82, 83, 87 
Film-Dramaturg, S. 78 
Flachdochtbrenner, S. 27 
Flimmern, S. 33 
Flinte, photographische, S. 72 
Funkenbeleuchtung, S. 36, 39 
Gang des Menschen, S. 73 
Geislersche Röhre, S. 47, 75 
Geisterprojektion, S. 19, 20 
Geräusch-Wiedergabe, S. 80 
Geschoßaufnahmen, S. 73 
Geschwindigkeitsmesser,- S. 101 
Gitter, S. 47 
Glasbilder, S. 8 
Glasbilder, anatomische, S. 13 
Glasbilder, bewegliche, S. 7, 14 
Glasbilder, lehrhafte. S. 14 
Glasbilder, photographische, S. 60 
Glasbilder, streifenartige, S. 10, 

11 
Glasbildcrscheibe, drehbare, S. 13 
Grammophon, S. 113, 114 
Greifer-Schaltwerk, S. 92, 93, 99 
Heliostat, S. 27 
Hochfrequenzaufnahmen, S. 81 
Hohlspiegel, S. 8, 9, 15, 23, 25, 26 
Hohlspiegel, elliptischer, S. 18 
Hyalotypie, S. 60 
Intcrferenzoskop, S. 39 
Intermittierende Beleuchtung, S. 

36, 38, 39, 41, 46. 47, 87 
Intermittierende Bewegung, S. 40, 

43, 8b, 91 
Kalklicht, S. 21 



Kalklicht-Mikroskop, S. 21 
Kalotvpie, S. 59 
Katzenfall-Aufnahme, S. 81, S2 
Kinemacolor, S. 103 
Kinematograph, S. 70 
Kinematograph, erste Vorführung, 

S. 94 
Kinematographie in Naturfarben. 

S. 102 
Kinematographie, stereoskopische, 

S. 106 
Kineograph, S. 44 
Kinesigraph, S. 113 
Kineto, S. 77 
Kinetophon, S. 114 
Kinetoskop, S. 87, 88, 92, 97, 99, 

113 
Kollodiumverfahren, S. 60 
Komisch bewegliche Laternbilder, 

S. 50 
Komprimierte Gase, S. 22 
Kondensor, S. 13 
Kondensor, doppelter. S. 20 
Kondensor, dreifacher, S. 22 
Kondensor, vierfacher, S. 23 
Kugelflasche, S. 7 
Kühlgefäß, S. 23, 25 
Kühlung durch Luftstrom, S. 23 
Küvetten-Projektion, S. 13 
Laterna magica, S. 9 
Laterna magica-Industrie, S. 12 
Laternbilder, anatomische, S. 13 
Laternbilder, bewegliche. S. 7, 14 
Laternbilder, lehrhafte, S. 14 
Laternbilder, photographische, S. 

60 
Laternbilder, streifenartige, S. 10, 

11 
Lebende Bilderkarten, S. 48 
Lebensrad, S. 30, 33, 34, 39, 40 
Lebensrad, Projektions-, S. 49, 51 
Lebensrad, sprungweise bewegtes, 

S. 43 
Lebensrad, stcreoskopisches. S. 

40. 64 
Lebcnsradbilder, photographischc, 

S. 64 
Lichtbilder, lehrhafte, S. 14 
Lichteindruck, Nachdaucr, S. 30, 

31, 32, 40 
Linsentrommcl, S. 53, 68 
Luftstrom-Kühlung, S. 23 
Lückenwalze, S. 93, 100 
Lückenzahnrad, S. 76, 77 
Malteserkreuz, S. 54, 98, 100 



117 



Magazinkamera, S. 67 
Mehrfachbelichtung. S. 72 
Mikroprojektion, S. 19, 21, 22. 

23, 25 
Mikro-Reihenaufnahmcn, S. 81 
Mittelblende, S. 15 
Motor-Antrieb, S. 99, 101 
Moveograph, S. 48 
Mutoskop, S. 44, 85, 90, 101 
Nachdauer des Lichteindruckes, 

S. 30, 31, 32, 40 
Nachwickeltrommel, S. 93 
Nasses Kollodiumverfahren, S, ^>0 
Naturfarben-Kinematographie, S. 

102 
Naturfarben-Projektion, S. 102 
Nebelbilder, S. 23, 53 
Negativband, S. 78. 80 
Negativpapier, S. 59, 60, 61, 62 
Negativverfahren auf Glas, S. 59 
Nockenapparat, S. 91, 93, 100, 

101 
Nürnberger Laterna magica-In- 

dustrie, S. 12 
Objektiv, S. 9, 20, 26, 59, 61, 62 
Objektive, rotierende, S. 53, 68, 

91 
Objektiv mit Mittelblende, S. 15 
Oellampe, verbesserte, S. 15 
Optische Bank, S. 28 
Optischer Ausgleich. S. 45, 53, 

57, 68, 78. 85, 91, 94 
Optisches Theater, S. 80 
Panorama-Kinematograph, S. 112 
Panorama-Projektion, S. 110 
Papier-Photographie, S. 59 
Patent-Wunderkamera, S. 17 
Pedemaskop, S. 44 
Pendelndes Werk, S 85, 94 
Perforation, S. 76, 78, 79, 83, 87, 

92, 97, 100 
Petroleumlampe, S. 27 
Petzval-Objektiv, S. 26, 59 
Phänakistiskop, S. 34, 67 
Phantasmagorien, S. 20, 21, 24 
Phantasmaskop, S. 34 
Phantasmatrop. S. 40, 43, 56 
Phantoskop, S. 55, 92 
Phonograph, S. 83, 88, 113 
Phorolyt, S. 38 
Phonoskop, S. 86 
Photobioskop, S. 69 
Photodrome. S. 39 
Photographie, S. 58 
Photographie der Sprache, S. 86 



Photographische Flinte, S. 72 
Photographischer Revolver, S. 70, 

72 
Photorama, S. 111 
Pinatypie, S. 104, 109 
Polarisationsapparat, S. 23 
Polarisiertes Licht zur stereos- 

skop. Projektion, S. 109 • 
Polyorama, S. 53 
Porträt-Objektiv, S. 26, 59 
Praxinoskop, S. 45, 57 
Preßtüre, S. 80, 94 
Prizma-Verfahren, S. 105 
Projektion, experimentelle, S. 26, 

28 
Projektion in Naturfarben, S. 102 
Projektion lebender Personen, 

S. 18 
Projektion lebender Tierchen, 

S. 13 
Projektion, mikroskopische, S. 19, 

21, 22, 25 
Projektionsapparat, S. 7 
Projektionsapparat, fahrbarer, S. 

20 
Projektionsdiapositive. S. 60 
Projektions-Lebensrad, S. 35, 40, 

49, 51, 67 
Projektions-Polariskop, S. 23 
Projektions-Praxinoskop, S. 57 
Projektions-Stativ, S. 15 
Projektionsuhr, S. 7, 11, 12, 13 
Projektionsvorrichtung, univer- 
selle, S. 10 
Projektionsvortrag, erster, S. 8 
Projektion undurchsichtiger Ob- 
jekte, S. 10, 17 
Projektion von Theaterstücken, 

S. 19 
Projektion, wissenschaftliche, S. 

26, 28 
Quinetoskop, S. 66 
Rädererscheinungen, S. 32, 33, 39 
Räder, rückwärtslaufende, S. 39 
Raster-Stroboskop-Verfahren, S. 

47 
Rauch-Projektion, S. 19 
Reibungsscheiben, S. 91, 9?, 100 
Reihenaufnahmen, wissenschaft- 
liche. S. 64, 65 
Reihenkamera, S. 65 
Reihenphotographie, S, 64, 71 
Retortenkohlen, S. 25 
Revolver, photographischer, 
S. 70, 72 



118 



Riesenwundertrommei, S. 37 
Rollkassctte, S. 60, 61 
Rotierende Objektive, S. 53, 68, 

91 
Rouleauverschluß, S. 67, 68 
Ruckweise Bewegung, S. 40, 43, 

54, 80 
Rundpanorama, S. 111, 112 
Satellitenrad. S. 95 
Säulenstativ, S. 99 
Schaltklinke, S. 55 
Schattenspiel, S. 8 
Schauapparat, S. 87, 90 
Scheibe, Faradavsche, S. 33 
Schiebelaternbild, S. 10, 11, 49 
Schläger-Schaltwerk, S. 89, 90, 

91, 92 
Schleifenbildung, S. 94 
Schnellfeuerkameras, S. 64 
Schnellseher. S. 37, 75 
Schnellseher, elektrischer, S. 46, 

75 
Schneckenrad - Antrieb, S. 43, 

77, 98 
Schraube, ,, betrunkene", S. 43, 

78 
Schreckenslaterne, S. 9 
„Schritt**, S. 81, 89, 101 
Schusterkugel, S. 7, 13, 14 
Sektorenscheiben, S. 31, 33, 39 
Skelett, tanzendes, S. 54 
Skioptikon, S. 27 
Solarkamera, S. 27 
Sonnenlicht - Vergrößerungsappa- 
rat, S. 27 
Sonnenmikroskop, S. 7, 10, 13, 

16, 17, 20 
Spaltscheibe, S. 38, 39, 40 
Speichenräder-Versuche, S. 32, 

33 
Sperrgetriebe, S. 88 
Spicgelschreibkunst, S. 7, 8 
Spiegeltrommel, S. 45, 78 
Sprache, Photographie der, S. 86 
Sprechender Film. S. 114 
Sprechmaschine, S. 83, 88, 113 
Sprungweise Bewegung, S. 40, 43, 

54, 80 
Stereopticon-Cyclorama, S. 111 
Stereo-Fantoskop. S. 40 
Stereoskop, S. 42 
Stereoskopische Kinematographie, 

S. 106 
Stereoskopische Projektion, S. 106 



Stereoskop und Lebensrad, S. 40, 
6-1 

Stereoskop und Wundertrommel, 
S. 36, 41, 43 

Stereotrop, S. 66 

Sternrad, S. 96 

Stiftrad, S. 70 

Stoßerrolle, S. 95 

Streifenartige Laternbilder, S. 10, 
11, 49 

Stroboskop mit zwei Bildern, 
£. 42 

Stroboskopische Bewegungs- 
täuschungen, S. 33, 42, 49, 51 

Stroboskopische Methode, S. 37, 
38 

Stroboskopische Scheibe, S 34, 
38 

Stroboskopisches Elementarphä- 
nomen, S. 50 

Strobostereoskop. S. 106, 107 

Subtraktives Farbenverfahren, 

S. 104 

Synchronismus, S. 113 

Szenische Darstellungen, S. 78, 
79 

Tachometer, S. 101 

Talbotypie, S. 59 

Tanzendes Skelett, S. 54 

Taschenkinematograph, S. 44 

Technicolor-Verfahren, S. 105 

Thaumatrop. S. 30 

Theatrograph. S. 98 

Tischstativ, S. 15 

Tonbild. S. 113 

Torpedoaufnahmen. S. 74 

Toupie-Fantoche. S. 46 

Triergon-Verfahren, S. 114 

Triple-Kondcnsor, S. 22 

Trockenplattc, S. 61 

Trommel zum Vor- und Nach- 
wickeln, S. 101 

Uhrprojektion, S. 7 

Universelle Projcktionsvorrich- 
tung, S. 10 

Uvachrom-Verfahrcn, S. 104 

Vergrößerungsapparat, S. 27 

Verschlußscheibe (Blende), S. 54, 
55 

Verschmclzungsfrequenz S. 33 

Verschränkte Stroboskopbildcr, 
S. 47 

Vcrtikal-Projektion. S. 26 

Vitaskop, S. 89, 92 



119 



Viviscopc, S. 44 
Vogelflugaufnahmcn, S. 72 
Vorwickeltromniel, S. 93, 94, 95 
Wechsclvcrfahren, S. 106 
Wcllcnbilder, S. 39, 52 
Wissenschaftliche Projektion, 

S. 26 
Wunderkamera, S. 17 
Wunderscheibe. S. 30 
Wundertrommel, S. 35, 36, 37 
Wundertrommel mit Konkav- 
linsen, S. 45 9 
Wundertrommel mit Spiegel- 
trommel, S. 45 
Wundertrommel mit Stereoskop, 
S. 36, 41, 43 



Zahnkamm, S. 55 
Zahnrad mit Lücken, S. 76, 77 
Zahnräder-Versuche, S. 32, 33 
Zauberlaterne, S. 9 
Zauberlaterne mit Kondensorlinse, 

S. 13 
Zaunrätsel, S. 30 
Zeitlupe, S. 81 

Zclluloidfilm, S. 62, 77, 82, 83, 87 
Zelluloidfolien S. 62 
Zichbilder, S. 49 
Zoetrop, S. 36 
Zoopraxiskop, S. 71 
Zwcibilder-Stroboskop, S. 42 
Zweifarbenfilm, S. 105 
Zweifarbenverfahren, S. 103, 104 



120 



2» Namenverzeichnis 



Abney, S. 61 

Acres. Birt, S. 94, 95 96 

Adams. S. 17, 19 

Aepinus, S. 17 

Alberini. S. 112 

Albert, S. 39 

d'Almeida, S. 106, 107, 108 

Anderton, S. 109 

Angier, S. 42 

Anschütz, S 36, 37, 46, 75, 76 

Arago, S. 59. 

Archer. Fr. Scott, S. 60 

d'Arcy, S. 31 

Armat, S. 96 

Aspray, S. 42 

Balagnv. S. 61. 62, 81 

Balthasar, S. 17 

Bap, S. 112 

Barber, S. 111 

Bartlett, S. 27 

Beale, S. 43. 50, 53 

Beard, S. 48 

Becher, Joh Joachim, S. 12 

de Bedt. S. 77 

Benett, S. 61 

Benoist, S. 42 

Berglund. S. 115 

Bickle, S. 45 

Birckbeck, S. 21 

Birt Acres, S. 94, 95, 96 

Blair & Co., S. 62 

Blanquard-Evard, S. 59 

Bonelli, S. 40, 66. 69 

Boulv, S. 93, 101 

Bovs. S. 109 

Bradley, S. 37 

Brandaucr, S. 74 

Brander, S. 17 

Braun, E., S. 48 

Braune. S. 73 

Brennan, S. 47 

Brown. A. B., S. 55 

Bryant, S. 55 

Budcrus, S. 114 

Burgeß, S. 61 

Burmester, S. 30 

Campani, S. 11 

Carbutt, S. 62 



Carpentier. S. 93, 94 

Carry. S. 21 

Casler, S. 44, 85. 90. 93, 100. 10, 

Chadburn. S. 18 

Charles, S. 18 

Chase, S. 111 

Chevalier, S. 25 

Childe, S. 23. 24 

Claudet, S. 40. 42, 64 

Colt & Co.. S. 91 

Comte, S. 73 

Cook, S. 40, 68 

Cooper, S. 21 

Cox, S. 110 

Cox. John. B., S. 32 

Creiling, S. 14 

Cresson, S. 23 

Crocchi. S. 115 

Crofts S. 85, 94 

Croß, Charles, S. 104 

Cuff, S. 16 

Czermak, S. 36 

Dädalus, S. 35 

Daguerre. S. 58 

Damoizeau, S. 112 

David. S. 62 

David, Andre, S. 43 

Davv. S. 26 

De Bedt, S. 77 

Dechales. S. 9, 17 

Demenv. G.. S. 57, 72. 82. 86. 87 

89, 90, 91 
Dcmole. S. 108 
Desvigne. S. 36, 40 
Döbler, S. 22, 24, 52. 53 
Dolbear, S. 41, 46 
Donisthorpc. S. 67, 85, 94. 113 
Donne, S. 25 
Doppler, S. 38 
Drouin. S. 107 
Drummond. S. 23 
Duboscq, S. 26, 36, 40, 53, 64 
Duda, S. 73 
Ducos du Hauron, S. 52. 66. 67, 

102. 104. 105. 107, 108 
Dumont, S. 66, 67 
Duncan, S. 100 
Eames, S. 94 



121 



Eastman, S. 61, 62, 80 

Edison, S. 83, 87, 88, 89, 92, 97, 

99, 113, 114 
Ehrenbcrgcr, S. 14, 50, 51 
Emsmann, S. 33 
Engl, S. 114 
Enslen, S. 17 
Eschinardi, S. 11 
Euler, Leonhard, S. 16, 17 
Evans, S. 83, 85 
Evrard, Blanquard, S. 59 
Fahrenheit, S. 16 
Faraday, S. 33, 37. 51 
Farnum, S. 43, 44 
Field & Co., S. 109 
Fischer. 42, 73 
Fitton, S. 30 
Foucault, S. 25, 26 
Fortier, S. 62 
Le Francois, S. 33 
Friese Greene, S. 82, 83, 84, 85, 

113 
Gaumont, S. 86, 89, 104, 113 c 114 
Gilbreth, S. 73 
Gleitner, S. 14 
Glendinning, S. 48 
Goddard, S. 23 
Goetz, S. 112 
Goodwin, Hannibal, S. 62 
s'Gravesande, S. 15 
Gray, S. 93 
Greene, Friese. S. 82, 83, 84, 

85, 113 
Griendel, S. 12 
Grindell-Matthews, S. 115 
Grundler, S. 21 
Gurney, S 22 
Guy, S. 24 
Guyot, S. 19 
v. Hauslab, S. 52 
v. Helmholtz, S. 33 
Heyl, S. 55. 64 
van Hoevenbergh, S. 44 
Hoffmann, Friedr., S. 14 
Hofmann, S. 104 
Homer, S. 31 
Hooke, S. 10 
Horner, S 35 
Hughs, W. C, S. 55 
Humbert, de Molard, S. 68 
Huygens. S. 9, 13 
Irving, S. 64, 65 
Ives, S. 102 
Jäger, G., S. 107 
Janssen, S. 70 



Jenkins, S. 52, 68, 90, 91, 92, 96 

Johnson, S. 66 

Joly, S. 87 

Joly, M., S. 95, 105 

King, S. 36 

Kircher, S. 7, 11, 13, 14 

Kohlrausch. E., S. 74 

König, E M S. 104, 109 

Krüß, A., S. 17 

Langenheim, S. 60 

Langlois, S. 42 

Latham, S. 97 

Lauste. S 97, 114 

Lee, S. 104 

Lee de Forest, S. 115 

Legray. S. 60 

Leguey. S. 112 

v. Lendenfeld, S. 73 

Lespiault, S. 60 

Levison, S. 43 

Levison, W. G., S. 77, 78 

Lieberkühn, S. 16 

Lifschitz, S. 114 

Lincoln, S. 36 

Linett, S. 44 

Locke. S. 111 

Lommel. S. 41, 46 

Londe, Albert, S. 73, 77 

Lugeol, S. 42 

Lukrez, S. 35 

Lumifcre, S. 62, 89, 92, 93, 104, 

105, 111 
Madder, Miles, S. 18 
Maddox, S. 61 
Marcy, S. 27, 28 
Marey, E. J.. S 36, 61, 72, 73. 

80, 81, 82, 86. 95 
Marsh, S. 112 
Martin, S. 17 
Martini, S. 8 
Masolle, S. 114 
Maxwell, S. 45, 102 
Melhuish, S. 60 
Meßter. Oskar, S. 100, 114 
Meyer, Ludwig S. 74 
Miethe, S. 62,' 103 
Miles, H., S. 16 
Moessard, S. 110 
de Molard. Humbert, S. 68 
Molteni, S. 54, 56, 106, 107 
Molyneux, S. 13 
van Monckhoven, S. 61 
Morgan & Kidd, S. 61 
Morton, S. 28 
Müller, J., S. 39 



122 



Müller, Paul, S. 95 

Musschenbrock, S. 14. 15, 51 

Muybridge, S. 71, 72, 75 

Naylor, S. 51, 52 

Ncuschwendcr, S. 115 

Newton, J., S. 31 

Newton & Co., S. 106, 107 

Niepce, Nicephore, S. 58 

Niepce de St. Victor, S. 59 

Normandin, S. 95 

Paris, J. A., S. 31 

Paul, Robert, S. 96, 98, 99 

Petit, S. 9 

Petzold, S. 108 

Petzval S. 26, 59, 62 

Pfaff, S. 26 

Philidor, S. 21 

Philipsthal, S. 20, 21, 24 

Pilkington, S. 44 

Plateau, S. 32, 33, 34, 35, 36, 37, 

38, 39, 40, 64, 86 
Plump, Heinr., S. 74 
Poppe, Ad., S. 39 
Porta, Bapt. della, S. 7 
Prestwich, S. 91 
Le Prince, S. 76, 77 
Pritchard, S. 22 
Prokesch, S. 52 
Ptolemäus, S. 31 
Purkinje, S. 36, 38 
Quincke. S. 39 
Quinet, S. 66 
Ramsden, S. 65 
Reade, J. B., S. 23 
Reeves, S. 10 
Regnault, S. 73 
Reich, Theodor, S. 99, 100 
v. Reitzner, S. 77 
Relandin, S. 60 
Reyher Samuel, S. 17 
Reynau'd, S. 47, 57, 78, 79, 80 
Ries, S. 115 

Robertson, Archibald. S. 64, 65 
Robertson, E. G. f S. 18, 20, 24, 

26 
Roget, S. 30, 32, 33 
Rollmann, S. 107, 108 
Rose, Thomas, S. 39 
Roß, Andrew. S. 22 
Roß, T., S. 40, 56, 86 
Rudge, S. 82, 84 
Rudolph, S. 62 
Ruhmer, S. 114 
Sanger, Shephcrd S. 104 
Savart, S. 37, 38 



Schmidt, Joh. Andr., S. 15 

Schobbens, S. 106, 107 

Schroeder, S. 62 

Schröpfer, S. 19, 21 

Sebert. S. 74 

Seguin, S. 53 

Seibt, S. 115 

Seile, S. 104 

Seilers, Coleman, S. 40, 43 

Shaw, S. 40 

Siemens & Halske, S. 47, 75 

Simons, S. 114 
| Sinsteden, S. 35 

Skladanowskv, S. 44, 85, 97, 98 
! Smith, Albert, S. 103, 104 

Spiegel, A. S., S. 48 

Stampfer, S. 34, 38, 51 
| Stebbing, S. 61 

Steinheil, S. 61 

Slöhrer, S. 28 

Stroh, A., S. 106 

Sturm, Joh. Chr., S. 12, 13 

Sutton, Thomas, S. 40, 41, 46, 65 
67, 68, 74, 110 

Tacquet, S. 8, 9 

Talbot, S. 59 

Taylor, J. Hay, S. 29 

Temme, S. 15 

Tomlinson S. 39 

Traube, S. 104 
. Treffer. S 13 
, Tyndall, S. 26 

Uchatius, S. 51, 52 

Urban, S. 103 

Varley, S. 83, 85 

Vidal, S. 102 
I Vogel, S. 61 

Voigt. S. 114 

Voigtländer, S. 59 

Walgenstein. S. 9 

Warnerke, S. 61 

Weigel, S. 14 

Weinhold, S. 57 

Wenham, S. 64 

Wertheimer, S. 50 

Wilde, S. 61 

Wilson, S. 29 

Wheatstone, S. 32, 39, 40, 43. 
64. 78 

Wolcott, S. 8 

Woodbury. S. 28 

Woodward. S. 21, 27 

Zahn, Joh., S. 13, 14 

Zeiß, Carl. S. 62, 107 

Zentmeyer, S. 23 



123 



3. Autorenverzeichnis 



Adams, S. 20 

Aepinus, S. 17 

Anschütz, S. 74 

Babbage, S. 31 

Baker, H., S. 16, 17 

Bedding, S. 83 

Beranek, S. 99 

de la Blanchfere? S. 41 

Bolzano, S. 39 

Brewster, S. 19, 31 

Brunei, S. 96 

Burmester, S. 30 

Carpenter, S. 43 

Cassel, S. 45 

Chadwick, S. 22, 23, 54 

Claudet, S. 40 

Clerk L. P., S. 55 

Coissac, S. 79, 97, 112 

Cooper, Daniel, S. 22 

Coustet, S. 79, 80 

Creiling, S. 14 

Daguerre, S. 59 

Darmstaedter, S. 17, 18 

David S. 37, 47, 74, 75, 76, 

81 
Davy, S. 26 
Day, Will. S. 54, 84 
Dechales, S. 10 
Demeny, S. 72, 81, 86, 87 
Deutsches Museum, S. 36, 38 
Dolbear S. 46 
Donath, S. 102, 104 
Doppelmayr, S. 12 
Doppler, S. 39 
Ducos du Hauron, S. 108 
Eder, J. M. ( S. 37, 47, 52, 58, 

59, 60, 61, 62, 63, 74, 75, 

76 81, 87, 88, 102, 103, 104, 

109, 112 
Ehrenberger, S. 15 
Ermenyi, S. 26 
Eschinardi, S. 11 
Euler, Leonhard, S. 17, 18 



Faraday, S, 34 

Forch, S. 44, 88, 104, 105 

de Fontenelle, S. 24, 49 

Fouque, S. 58 

Fourtier, S. 18, 54, 56, 79, 103 

Le Francois, S. 33 

Funk, Chr. Bened., S. 19 

Grau, Rob., S. 97 

Geisler, J. G.. S. 16 

Gilbreth, S. 73 

von Gleichen, S. 17 

Gleitner, S. 14 

Goring, S. 22, 23 

s'Gravesande, S. 15 

Gurney, S. 22 

Guyot, S. 19 

Harsdörffer, S. 19 

Harting, P., S. 16 

Hassack, S. 57 

Hassenstein, S. 25 

v. Helmholtz, S. 33, 37 

Hepworth, S. 54, 96 

Herschel, S. 34, 38 

Homer, S. 31 

Hopkins, S. 111 

Hopwood, S. 31, 36, 37, "42, 43, 
44, 45, 47, 54, 55, 56, 65, 67, 
72, 77, 83, 84, 85, 86, 87, 8S, 
90, 91, 92, 93, 94, 96, 97, 99, 
100, 101, 112 

Horner, S. 35 

Huygens, S. 9 

Imison, John, S. 16 

Jenkins, S. 89, 90, 91, 92, 101 

Kästner, A. G., S. 17 

Kestler, S. 12 

Kircher, S. 7, 10, 11, 50 

v. Klinckowstroem, S. 15 

Kohlhans, S. 12 

v. Kügelgen, S. 19 

Laudy, S. 27 

Lemke, S. 100 

v. Lenz, S. 52, 53 



124 



de Lierges, S. 10 

Liesegang, Ed.. S. 28, 29, 56, 66 

Liesegang, F. P., S. 8. 9, 10, 11. 
12, 14, 19, 20, 21, 22, 25, 28, 
34, 35, 36, 41, 45, 46, 51, 52, 
53, 58, 64, 68, 70, 73, 74, 75, 
78, 81, 91 103, 104, 107, 109, 
112. 

Londe S. 74 

Marcy, S. 28 

Marey, S. 36, 72, 73, 81, 82 

Maxwell, S. 102 

Mebes, S. 105 

Meßter, Oskar S. 98 

Meyer, Bruno, S. 37, 47 

Middleton, T. J., S. 56 

Miles, H„ S. 16 

Moessard, S. 110 

Moigno, Abbe, S. 18, 27, 28 

Molyneux, S. 13 

van Monckhoven, S. 27 

Montucla, S. 20 

Müller, M. Chr.. S. 13 

Musschenbrock, S. 15 

Muvbridge, S. 71 

Neuhauss, S. 109, 112 

Newton, J. f S. 31 

Nicholson, S. 21 

Niemann, S. 22 

Nollet, Abbe, S. 15 

Oligerus, Jakobaeus, S. 10 

Paris, J. A., S. 31 

Patin, Charles, S. 2J 

Pepper, J. H., S. 24, 43, 44, 53, 
54 

Pisko, S. 18. 35, 36 

Plateau, S. 32, 33, 34, 35, 56 

Poggendorff, S. 31 

Porta, Bapt. della, S. 7 

Pritchard, S. 22, 23 



j Ptolemäus, S. 31 

Reinhardt, S. 10 
, Reuleaux. S. 36 

Reyher. Samuel. S. 17. 19 

Robertson, E. G., S. 18, 19, 20, 
21 

v. Rohr, S. 8, 13, 18, 19, 26, 
41, 59, 61, 63, 106, 107, 108 

Rosen, J., 53, 67, 68, 94, 97, 
113, 114 

Rosenberg, S. 57 

Schmidt, Joh. Andr., S. 15 

Schmidt, Joh. Aug. Friedr., S. 24 

Schroeder, S. 26, 62 

Schott, Kaspar, S. 9 

Schwenter, S. 19 

Seeber, S. 88, 93, 100, 101 

de Sepi, S. 11 

Sinsteden, S. 35 

Skolik. S. 37, 47, 74, 75, 76, 81 

Steiner, S. 16 

Stempel, S. 13 

Stöhrer, S. 28, 56 

Stolze, F., S. 47 

Sturm, Joh. Chr.. S. 12, 13 

Szczepanik, S, 105 

Talbot, Fred. A., S. 84, 87, 99, 
103, 113 

Tissandiler, S. 57 

Tvndall, S. 26 

Uffcnbach. S. 15 

Varley, S. 84 

Vidal, S. 103 

Weiß, S. 81 

Will Day, S. 54, 84 

Wolff, Friedr., S. 19 

Wolter S. 35 

Wright, Lewis, S. 28, 107, 108 

Zahn, Joh., S. 13 

Zimmermann, S. 37 



125 



DRUCK: 

GUIDO HACKEBEIL A.-G. 

BERLIN S14 







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HALBMONATSSCHRIFT FÜR DIE GESAMTE 
WISSENSCHAFT U. TECHNIK DER THEORETI- 
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MIT DEN OFFIZIELLEN MITTEILUNGEN 
DES DEUTSCHEN KINOHÄNDLER-VERBANDES (D. K. V.) 

DEUTSCHES DRUCK- UND VERLAGSHAUS G.M.B.H. (HACKEBEIL), 
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am 10. und 25. eines jeden Monate, 

bringt wissenschaftlich-technische Seiträge 

und praktische Anregungen aus der Seder 

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